THE NORTH SEA | Die Nordsee von ihrer zerbrechlichsten Seite

Die Nordsee kann sich mit ihren tobenden Gewässern von einer äußerst rauen Seite zeigen. Aber wie gefährlich es dort wird, vor allem wenn der Meeresboden einbricht, zeigt der norwegische Katastrophenfilm THE NORTH SEA auf erschreckende Weise.

.INHALT.

Die härtesten Männer im Ölgeschäft arbeiten auf den Bohrinseln der Nordsee. Aber auch sie sind hilflos, wenn der Meeresboden einbricht. Zwischen einstürzenden Fördertürmen und brennendem Öl kommt kein Schiff mehr durch die tobenden Wellen, nur die U-Boot-Ingenieurin Sofia (Kristine Kujath Thorp) stellt sich Feuer und Wasser entgegen. Um ihren Kollegen zu retten, muss sie die geballte Gewalt der Natur unterlaufen.

© Koch Films

.KRITIK.

Nach The Wave und The Quake komplementiert THE NORTH SEA die kleine, norwegische Desaster-Reihe und zeigt, dass die Skandinavier packende Survival-Action mit spektakulären Special Effects auch fernab von Hollywood wunderbar selbst hinkriegen. Schon seit einigen Jahren probieren sich die Norwegen in Zusammenarbeit mit ihren Nachbarn als heißblütige Katastrophenfilmer. Wer jetzt ungeniert an eine B-Movie-Produktion a la „The Asylum“ denkt, der kann diese Schublade gleich wieder schließen.

San Andreas mit Dwayne „The Rock“ Johnson hat im Fahrwasser von Emmerichs besten Weltuntergangsszenarien schon im vermeintlichem Miniaturformat gezeigt, welche Kräfte unter unseren Füßen jeden Tag über Leben und Tod entscheiden. Eine kleine Bewegung und die Erde bebt unwiderruflich und sorgt für Ausmaß an Zerstörung, dass wir eigentlich nur aus unseren kühnsten Träumen kennen. Doch was ist, wenn man das Szenario gar nicht so weit, sondern direkt vor der Haustür hat. Der unbändige Drang an natürlichen Ressourcen führt in The North Sea dazu, dass der Meeresboden des atlantischen Randmeeres plötzlich kollabiert. Regisseur John Andreas Andersen zeichnet ein gar nicht so abwegiges Szenario. Dabei fokussiert er sich nebst Katastrophe auf diverse Einzelschicksale und strikt damit eine mitreißende Geschichte, die nicht nur durch das Öko-Desaster zum Nachdenken anregt und für gewisse Beklemmungen sorgt, sondern auch ein mit Herz und Leidenschaft geführte Rettungsaktion, die an die Menschlichkeit appelliert.

The North Sea wäre, so fair muss man sein, kein Film den ich mir bewusst hätte ausgesucht. Ich ließ mich durch jenes Denken dazu verleiten, den Film vorzeitig abzustempeln. Doch der Trailer, Bilder und schließlich die Sichtung haben mich eines Besseren belehrt. Vor allem die Effekte sehen wirklich gut aus und die Schauspieler spielen hingebungsvoll. Man kann auch mal getrost den High-End-0815-Hollywood-Klischee-Blockbuster im Regal stehen lassen und auf europäische Eigenkreationen zurückgreifen. Bereut habe ich im Nachgang nichts. Um hier an dieser Stelle einfach auch mal zu sensibilisieren.

.FAZIT.

Solider Katastrophenfilm aus Norwegen, der Worst-Case-Szenario zeichnet und mit einer spannenden Geschichte für kurzweilige 100 Minuten sorgt. The North Sea ist gut gespielt und dank eindrucksvoller Spezialeffekte gut anzusehen.



OriginaltitelNordsjøen
Produktionsland/-jahrNorwegen 2021
Laufzeit104 min
GenreAction, Drama, Thriller
RegieJohn Andreas Andersen
DrehbuchHarald Rosenløw-Eeg, Lars Gudmestad
KameraPål Ulvik Rokseth
Kinostart
Home Entertainment24. März 2022
VerleihKoch Films

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