[STAFFEL 1] YELLOWJACKETS | Der wahre Albtraum beginnt erst nach dem Absturz

Eine Mischung aus Survival-Epos, psychologischem Horror und Coming-of-Age-Drama: Dies ist die Geschichte eines Teams von hochtalentierten Highschool-Fußballerinnen, die einen Flugzeugabsturz tief in der entlegenen Wildnis Kanadas überleben. YELLOWJACKETS erzählt von ihrem Wandel von einem konfliktbehaftetem, aber erfolgreichen Team zu grausamen Clans und zeigt in einem separatem Erzählstrang, wie sie 25 Jahre später versuchen, ein normales Leben zu führen. Was in der Wildnis begann, ist noch lange nicht vorbei.

.INHALT.

Die „Yellowjackets“ sind ein Superteam – zumindest auf den Platz. Außerhalb des Spielfelds schenken sich die Mädchen der erfolgreichen Highschool-Fußballmannschaft gegenseitig nichts. Bis sie eine Katastrophe mit ihren dunkelsten Ängsten und Abgründen konfrontiert: Auf dem Flug zu einem Turnier stürzen sie mitten in der Wildnis von Ontario ab. Abseits der Zivilisation kämpfen sie bald nicht nur gegen Hunger, die unbarmherzige Natur und eine düstere Bedrohung. Auch zwischen den Teenagern entfesselt sich eine mörderische Dynamik. Erst 19 Monate später werden die Überlebenden gerettet. Noch 25 Jahre später ringen sie damit, sich ein zumindest scheinbar normales Leben aufzubauen. Doch als eine hartnäckige Reporterin versucht herauszufinden, was damals wirklich in den Wäldern geschah, müssen sich Shauna (Melanie Lynskey), Taissa (Tawny Cypress), Natalie (Juliette Lewis) und Misty (Christina Ricci) zusammentun, um zu verhindern, dass ihr schreckliches Geheimnis enthüllt wird.

© Paramount Home Entertainment

.KRITIK.

In einem Moment seid ihr beste Freunde. Eine Einheit, ein Team auf dem Platz, geboren um zu siegen. Die Mädchen-Fußballmannschaft „Yellowjackets“ kennt kaum ein anderes Gefühl als den Erfolg und doch holt sie nach einem verheerenden Flugzeugabsturz über den kanadischen Wäldern die Finsternis schnell ein. Auch wenn alle diese Tragödie überleben, so steht vor den Spielerinnen die grausamste Zeit in ihrem Leben noch erst bevor. Erst nach 19 Monaten werden die Überlebenden gefunden, die fortan ein dunkles Geheimnis mit zurück in die Zivilisation nehmen werden.

YELLOWJACKETS erzählt anhand von zwei Zeitebenen, was sich in den Wäldern 1996 zugetragen hat und mit welchen Auswirkungen die Überlebenden bis heute zu kämpfen haben. Denn normal ist nach diesem Ereignis, trotz großer Sorgfalt und Mühe nichts mehr. Mit einer ausgewogenen Besetzung brilliert Yellowjackets auf den zwei Erzählsträngen. So überzeugen einerseits Jungdarsteller wie Sophie Thatcher oder Sophie Nélisse, andererseits spielen Schauspielgrößen wie Christina Ricci, Juliette Lewis oder Melanie Lynskey die erwachsene Garde der einstigen Mädchen-Mannschaft. Dieser Wechsel zwischen dem was Geschehen ist, und dem, womit sich die letzten Überlebenden heutzutage rumschlagen müssen, ist wirklich sehr spannend und interessant gelungen. Generell weiß die Serie vor allem durch ihren Mix aus unterschiedlichen Genre zu überzeugen. Neben Coming-of-Age und Jugenddrama, erleben wir auch mysteriöse Augenblicke und einen ordentlichen Thriller. Inhaltliche und qualitative Unterschiede gibt es zwischen den beiden Ebenen so gut wie keine. Jede weiß den Zuschauern zu fesseln und eine gewisse Sogwirkung aufzubauen.

Was ich ebenfalls sehr positiv hervorheben muss, ist das Produktionsdesign und der Realismus. Zum einen wirkt Yellowjackets sehr hochwertig und ansprechend. Zudem wissen die Regisseur*innen trotz vieler kreativer Einflüsse, in punkto Realitätsnähe und Brutalität sich von anderen gleichwertigen Serien abzugrenzen. Aber wie so häufig, ist nicht alles Gold was glänzt. Auch diese Serie vermag es nicht alles richtig zu machen. Gerade bei der Charakterzeichnung hätte man ausgefallener sein können. Oft wirken die Figuren zu stereotypisch und schöpfen ihre Rollen sowie das Potential nicht völlig aus. Einige Handlungsverläufe und Charakterentwicklung wirken willkürlich zusammengesetzt oder besser gesagt unnötig aufgebläht. Schnell wird zudem auch klar, dass sich gerade ab der Hälfte der Serie immer mehr offene Fragen auftun. Damit wird uns zunehmend bewusst, hier wird auf eine zweite Staffel gebaut. Diese Weichenstellung fällt aber für meinen Geschmack zu extrem aus, ein paar mehr Informationen hätte es gerne auch zum Ende der ersten Staffel geben können, statt inhaltlich plötzlich in eine völlig andere Richtung zu steuern. Somit nicht ganz ausgereift.

.FAZIT.

Vorweg: baut erst keine Erwartungen auf und lasst Euch von Serienbeschreibungen & Co nicht blenden. Yellowjackets lebt vom Überraschungsmoment. Ich habe mich völlig unbefangen in die zehn Episoden gestürzt und erst danach mir aus zahlreichen Communitys und Expertenseiten weiteren Input geholt. Absolut nicht zutreffend. Stellt Euch auf ein spannendes Jugenddrama ein, dass mitunter hochkarätig gespielt ist und mit tollen Schauspielern (alter und neuer Generation) zu unterhalten weiß. Das Drehbuch hat gerade zum Ende hin einige Schwäche, da wurde definitiv zu viel Wert daraufgelegt, die zweite Staffel zu konstruieren beziehungsweise den Weg zu ebnen. Aber interessant bleibt sie und weiß auch die Neugier in uns zu wecken. Zieht auf jeden Fall bis zum Schluss durch.



OriginaltitelColony
Produktionsland/-jahrUSA 2016-2018
Laufzeit | Folgen552 Minuten | 10 Episoden in 1 Staffel(n)
GenreDrama, Horror, Mystery
Regieu.a. Eva Sørhaug, Karyn Kusama, Deepa Mehta uvm.
Drehbuchu.a. Ashley Lyle, Bart Nickerson, Liz Phang uvm.
Kamerau.a. C. Kim Miles, Trevor Forrest, Julie Kirkwood uvm.
Dt. Erstausstrahlung28. Dezember 2021 auf Sky Atlantic
Home Entertainment18. August 2022
VerleihParamount Home Entertainment

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