ORPHAN: FIRST KILL | Die Geburtsstunde eines kleinen Monsters

Jeder fängt mal klein an: In ORPHAN: FIRST KILL bringt Genre-Spezialist Willam Brent Bell die psychopathische Esther zurück auf die Kinoleinwand und mit ihr auch Schauspielerin Isabelle Fuhrman, die erneut in die Rolle des mörderischen Mädchens schlüpft.

.INHALT.

Tricia (Julia Stiles) und Allen (Rossif Sutherland) können ihr Glück kaum fassen, als ihnen mitgeteilt wird, dass ihre vermisste Tochter Esther (Isabelle Fuhrman) wieder aufgetaucht ist. Behutsam versuchen die beiden, das Mädchen in ihre Familie einzugewöhnen. Doch seltsame Ereignisse und kleinere Ungereimtheiten lassen sie schon bald stutzen. Mysteriöse Todesfälle im Umfeld der Familie ereignen sich plötzlich und bald hegt Tricia Zweifel, ob Esther wirklich ihre Tochter ist. Ihre schlimmsten Befürchtungen werden bestätigt: Tricias Familie ist in akuter Gefahr und sie muss sie um jeden Preis vor dem mörderischen Kind beschützen. Doch dann kommt es für alle Beteiligten zu einer unerwarteten Wendung…

© STUDIOCANAL


.KRITIK.

2009 überzeugte Isabelle Fuhrman als Orphan – Das Waisenkind und landete mit ihrer Performance einen Sensations-Hit. Für mich besitzt der Film bis heute eines der wohl spektakulärsten Wendungen. Wer damals hier gespoilert hat, dürfte danach wohl alle seine Freunde verloren haben. Mit Sicherheit nimmt das viel vom Wiederanschauungswert, doch ist er nach wie vor ein kleiner Drehbuch-Meilenstein.

Nun ist Esther zurück beziehungsweise fängt sie gerade erst an „zu laufen“. Ihre ersten Schritte sind unschuldig, begleitet von viel Trauma und einer langen Reise von Estland in die USA. Die Rahmenbedingungen für ein unbeschwertes Leben könnten zu Beginn nicht schlechter sein, doch nimmt das Schicksal eine überraschende Wendung. Das einstige Waisenkind hat eine Mutter und einen Vater. Sie geben alles, um Esther nach und nach in die Familie zu integrieren, doch stimmt etwas nicht. Tricia kommen immer mehr Zweifel, ob Esther wirklich ihr Kind ist. Ihr Verdacht verhärtet sich, als im Umfeld immer mehr tragische Dinge passieren. Menschen sterben und die Dinge nehmen ihren Lauf.

13 Jahre nach den ersten Gehversuchen, spendiert man einer großen Fangemeinde ein Prequel. Ein Prequel??? Diese Entscheidung mag doch recht ungewöhnlich sein, schließlich wird eine Isabelle Fuhrman auch nicht jünger und soll nun jemanden vor den Ereignissen in 2009 verkörpern. In der Tat hat man das recht elegant hinbekommen, auch wenn man Fuhrman das Alter mittlerweile ansieht. Auch sei gesagt, dass das Überraschungsmoment, warum der erste Teil so eine Granate war, hier nicht mehr wirklich zündet. Regisseur William Brent Bell weiß dies jedoch und versucht andere Schwerpunkte zu setzen. Esther ist nicht mehr die alleinige Taktgeberin. Mutter Tricia, gespielt von Julia Stiles, bekommt so ein wenig ihren eigenen Raum bittere Erkenntnisse zu sammeln und ihre „Heldenstory“ aufzubauen. Dadurch verliert der Film manchmal etwas an Stimmig- und Übersichtlichkeit, aber geht das Konzept für meinen Geschmack auf.

Generell hat man versucht, den Charme und Geist des Vorgängers/Nachfolgers (wie man es auch sehen mag), einzufangen. Sicherlich kommt er nicht an die Qualität heran, hat im Kern zu viele Kinderkrankheiten im Skript, worunter vor allem Julia Stiles leidet, aber sind diese knapp 100 Minuten gut investiert und auch ein kleiner Fanservice. ORPHAN: FIRST KILL ist diese kleine, feine Origin-Story, die uns einen Einblick in die kaputte Psyche von Esther gewährt und wie es zu ihrem ersten Mord kommt. Nicht ganz rund, aber dennoch sehr kurzweilig und bedingungslos.

.FAZIT.

War das Skript in Orphan – Das Waisenkind das Aushängeschild, so ist das in Orphan: First Kill leider die größte Schwachstelle. Während Esthers Rolle noch halbwegs gut geschrieben ist, kränkelt es vor allem auf Seiten von Julia Stiles. Das ist leider ziemlich schade, denn so verliert der Film viel an Dynamik. Spannung kommt aber dennoch auf. Allein die ersten Schritte von Esther mitzuerleben und wie aus ihre das kleine, mordende Monster wird, sind schon sehr unterhaltsam und gut inszeniert. Auch macht Isabelle Fuhrman viel richtig und liefert eine solide Leistung ab.



OriginaltitelOrphan: First Kill
Produktionsland/-jahrUSA 2022
Laufzeit99 min
GenreHorror, Drama, Krimi
RegieWilliam Brent Bell
DrehbuchDavid Coggeshall
KameraKarim Hussain
Kino8. September 2022
Home Entertainment
VerleihSTUDIOCANAL

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