THE BREAKFAST CLUB | Eine zeitlose Jugendrevolte

Mit THE BREAKFAST CLUB gelang John Hughes ein zeitloser Klassiker: Fünf völlig gegensätzliche Teenager müssen an einem Samstag in der Highschool nachsitzen. Anfangs können sie sich alle nicht riechen, doch das geteilte Schicksal eint sie…

.INHALT.

Fünf Schüler, zwei Mädchen und drei Jungen müssen am Wochenende wegen verschiedener Vergehen in die Bibliothek der Schule nachsitzen und einen Aufsatz schreiben, was ihnen ganz und gar nicht passt! Da sie sich nicht kennen und völlig verschieden sind, beschnüffeln sie sich erst einmal: Da gibt es den wohlerzogenen Streber Brian (Anthony Michael Hall), den Schulrebellen John (Judd Nelson) und Sportler Andy (Emilio Estevez), der unter der Knute seines Vaters und Trainers steht. Claire (Molly Ringwald) ist das Mädchen aus guter Familie, ganz in Gegensatz zu Allison (Ally Sheedy) die nicht alle Tassen im Schrank zu haben scheint. Nach und nach lassen sich alle ihre Fassaden fallen und gehen aggressiv aufeinander los. Bis schließlich alles aus ihnen herausbricht…

©️ Universal Pictures Home Entertainment

.KRITIK.


Sehr geehrter Mr. Vernon, wir akzeptieren, dass wir einen ganzen Samstag für alles, was wir falsch gemacht haben, nachsitzen mussten. Aber wir halten Sie für verrückt, dass Sie uns einen Aufsatz schreiben ließen mit dem Thema „Wer bin ich?“, weil Sie uns doch so sehen, wie Sie uns sehen wollen. Mit einfachen Worten nun das, was wir über uns herausgefunden haben: Jeder von uns ist ein Schlaukopf, ein Muskelprotz, eine Ausgeflippte, eine Prinzessin und ein Freak. Beantwortet das Ihre Frage?


THE BREAKFAST CLUB, unter der Regie von John Hughes, ist zweifellos einer der kultigsten Filme der 80er Jahre und hat bis heute einen festen Platz in den Herzen der Zuschauer. Dieses ikonische Werk ergründet auf einfühlsame Weise die Komplexität der Jugendlichkeit und bleibt eine zeitlose Ode an die adoleszente Rebellion sowie der Suche nach Identität.

Die Handlung des Films dreht sich um fünf Schüler aus verschiedenen sozialen Schichten, die an einem Samstagmorgen gemeinsam nachsitzen müssen. Die Charaktere, repräsentiert durch das Sport-Ass Andrew (kurz Andy), die Prinzessin Claire, den rebellischen Außenseiter John Bender, den Streber Brian und die eigenwillige Allison, könnten nicht unterschiedlicher sein. Doch im Verlauf des Tages entfaltet sich eine fesselnde Dynamik, während sie miteinander ins Gespräch kommen und ihre Lebensgeschichten teilen. Dies tun sie zunächst weniger einfühlsam und bringen sich so an den jeweiligen Schmerzgrenzen. Es fließen nicht nur Tränen, sondern auch unzählige Wahrheiten aus den Mündern der Schüler.

Ein Schlüsselaspekt des Films ist die hervorragende schauspielerische Leistung des Ensembles. Jeder Darsteller verleiht seinem Charakter eine authentische Tiefe und entwickelt ihn im Laufe des Films kontinuierlich weiter. Besonders beeindruckend ist Judd Nelsons Darstellung von John Bender, der das Klischee des rebellischen Teenagers durchbricht und einen komplexen, verletzlichen Charakter zeigt.

The Breakfast Club zeichnet sich durch seine scharfe, intelligente Dialogführung aus. Die Gespräche der Teenager enthüllen ihre Ängste, Unsicherheiten und Hoffnungen. Diese Dialoge sind zeitlos und behandeln Themen wie soziale Erwartungen, Vorurteile und die Suche nach echter Verbindung, die auch heute noch relevant sind. An Authentizität mangelt es dem Film nicht. Denn glaubwürdig ist er von Anfang bis Ende. Identifikation ist der zweite Indikator für den Erfolg des Films. Doch damit ist er noch lange nicht an seinem ikonischen Höhepunkt angelangt.

Die musikalische Untermalung des Films ist ebenfalls unvergesslich. Der Soundtrack, bestehend aus Hits der 80er Jahre, erweitert die Geschichte rund um die Teenies und verstärkt die emotionale Wirkung der Szenen. Unvergessen der Schlussmoment, in der John zum Song „Don’t You (Forget About Me)“ von Simple Minds die Faust in den Himmel streckt. Es gibt glaub ich nichts, was nicht bemerkenswert ist. Gerade auch was John Hughes aus der minimalistischen Umgebung herausholt, ist grandios. Obwohl der Film hauptsächlich in der Bibliothek spielt, gelingt es Hughes, die begrenzte Umgebung auf kreative Weise zu nutzen. Die Kameraarbeit und die Inszenierung sind zudem einfach, aber äußerst effektiv.

Der bleibende Erfolg des Films liegt in seiner Fähigkeit, sich in die Herzen der Zuschauer mit Liebe, Leidenschaft und Zeitlosigkeit festzusetzen und sich schließlich auch in den fünf unterschiedlichen Charakteren und ihren Geschichten wiederzuerkennen. Der Film spricht die universelle Erfahrung der Jugend an, die Suche nach Identität und das Gefühl der Isolation. The Breakfast Club erinnert uns daran, dass wir alle einzigartig sind und dennoch mehr gemeinsam haben, als wir oft denken.

.FAZIT.

The Breakfast Club ist ein zeitloses Meisterwerk, das die Jugendrevolte in all ihrer Pracht und Ambivalenz einfängt. Die herausragende schauspielerische Leistung, die tiefgreifenden Dialoge und die mitreißende Musik machen ihn zu einem unvergesslichen Film, der auch nach über drei Jahrzehnten noch fasziniert und inspiriert. Dieser Film verdient seinen Kultstatus und wird zweifellos auch zukünftige Generationen beeinflussen. Wer ihn noch nicht gesehen hat, sollte dies unbedingt nachholen, und diejenigen, die ihn bereits kennen, können sich immer wieder aufs Neue in ihn verlieren.



OriginaltitelThe Breakfast Club (dt. Titel: „Der Frühstücksclub“)
Produktionsland/-jahrUSA 1985
Laufzeit97 min
GenreKomödie, Drama
RegieJohn Hughes
DrehbuchJohn Hughes
KameraThomas Del Ruth
Kino9. Juli 1985 (Westdeutschland)
Home Entertainment5. Dezember 1985 (VHS)
VerleihUniversal Pictures Home Entertainment

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