WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – SCARS | Zurück in der Hölle auf Erden

Nachdem 2017 eine Dokumentarfilm-Crew in der verlassenen Stadt Epecuén ihre ganz persönliche Hölle gefunden hat, kehrt Regisseur Nicolás Onetti zurück an diesen furchterregenden Ort. In WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – SCARS sieht sich eine mittellose Rockband plötzlich auf der Speisekarte der Einwohner wieder.

.INHALT.

Die Tour der Rockband The Ravens durch die argentinische Provinz läuft nicht gut: Schmuddelige Clubs, kein Geld in der Kasse. Da ist es ein Lichtblick, dass Groupie Carla (Magui Bravi) die Band zum Barbecue bei ihrer Familie einlädt. Allerdings ahnen die Musiker nicht, dass sie selbst auf dem Speiseplan stehen.

©️ Busch Media Group

.KRITIK.

Der Film aus dem Jahr 2017 hatte alle Zutaten, um einen großartigen Horrorfilm zu schaffen… er war düster, hatte diverse blutige Szenen und eine recht düstere Grundstimmung. Doch What the Waters Left Behind schaffte es nicht ganz, sich selbst unvergesslich zu machen. Nun, etwa fünf Jahre später, wird uns eine Fortsetzung präsentiert, die schon auf dem Papier und im Trailer eine gewisse Vorfreude weckt. Am Steuer dieses Horrorfilms sitzt auch wieder Regisseur Nicolás Onetti. Kann er sich selbst übertreffen oder bleibt er hinter den Erwartungen?

Basierend auf wahren Ereignissen, lag die Stadt Epecuén ein Vierteljahrhundert unter Wasser. Als das Wasser schließlich zurückwich, wollte niemand zurückkehren. Allein die Bilder der heruntergekommenen Geisterstadt verbreiten bereits eine einzigartige und unheimliche Atmosphäre. Schon zahlreiche Dokumentationen haben sich diesem Ort angenommen und seine Geschichte erzählt. Und diese Faszination ist es mal wieder, die den Reiz dieses Films ausmacht. Hier, wo niemand zu leben scheint, hausen Kannibalen und warten nur darauf, den nächsten Gast oder Tramper zu vernaschen. Das erinnert schon sehr an Wrong Turn oder The Hills Have Eyes. Die Brutalität, der die Bandmitglieder während ihrer Gefangenschaft ausgesetzt sind, ist recht verstörend, aber nichts, woran hartgesottene Horrorfans nicht bereits gewöhnt wären. Also man merkt schon schnell, warum hier ein fettes FSK-18-Siegel auf der Verpackung klebt.

Mit nur 85 Minuten kommt der Film auch recht zügig zur Sache. Das Tempo ist hoch und die Erzählung recht dynamisch. Und obwohl ich ein Freund von derartigem Erzähltempo bin, hätte WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – SCARS gerne ein paar Minuten länger sein dürfen. Ich persönlich hätte mich über Einblicke in die Kannibalen-Familie und deren Überlebensstrategien gefreut. Selbst ein bisschen mehr Zeit mit den Bandmitgliedern hätte ich begrüßt. So fällt es dem Zuschauer unglaublich schwer, eine gewisse emotionale Bindung zu den Charakteren aufzubauen. Aber eigentlich weiß man vorher, worauf man sich bei einem derartigen Film einlässt. Tiefgang ist da eher selten.

.FAZIT.

Eine brutale und nur so vor Blut triefende Angelegenheit in einem beispiellosen Setting, dass man durchaus auch einmal selbst besuchen könnte. Nicolás Onetti liefert auch mit seiner Fortsetzung eine soliden Horrorfilm ab, der wenig überrascht, aber eben alles mitbringt, was Fans derartiger Streifen einfach erwarten. Inhaltlich eher durchschnittlich, aber dynamisch und rasch vorgetragen. Das macht Spaß und tut dir persönlich nicht weh – wenn du keine zu schwache Nerven hast.



OriginaltitelWhat the Waters Left Behind: Scars
Produktionsland/-jahrArgentinien 2022
Laufzeit85 min
GenreHorror
RegieNicolás Onetti
DrehbuchCamilo Zaffora
KameraLuciano Montes de Oca
Kino
Home Entertainment20. Oktober 2023
VerleihBusch Media Group

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