FIVE NIGHTS AT FREDDY’S | Die Nacht der lebenden Animatronics

Überlebst du fünf Nächte in „Freddy Fazbear’s Pizza“? Aus dem schockierenden Horror-Game-Phänomen haben die Produzenten von „M3GAN und „The Black Phone“ einen Film geschaffen, der Fan-Herzen höher schlagen lässt. Doch kann FIVE NIGHTS AT FREDDY’S auch mehr sein, als eine stupfe Adaption eines Videospiels?

.INHALT.

Der junge Mike (Josh Hutcherson) kümmert sich um seine zehnjährige Schwester Abby (Piper Rubio). Um das Sorgerecht für Abby behalten zu können, beginnt er als Nachtwächter in einem verlassenen Themenrestaurant zu arbeiten: „Freddy Fazbear’s Pizzeria“. Doch bald stellt Mike fest, dass bei Freddy’s nichts so ist, wie es scheint. Die Nächte bei Freddy führen ihn in unerklärliche Begegnungen mit dem Übernatürlichen und ziehen ihn inmitten eines unaussprechlichen Albtraums.

©️ Universal Pictures Home Entertainment

.KRITIK.

FIVE NIGHTS AT FREDDY’S ein Film basierend auf einem Videospiel-Phänomen. Adaptieren, adaptieren, adaptieren. So lautet die Devise in Hollywood. Wahre Begebenheiten, Bücher, Games – die Produzenten schrecken eigentlich vor nichts zurück. Hauptsache neue Ware läuft pünktlich im Kino an. Das kann gut, aber auch extrem nach hinten gehen. Für letzteres habe ich ein prominentes Beispiel sofort parat: Slender Man. Ein Griff von Sony ganz tief ins Klo. Nach nicht einmal 30 Minuten habe ich den Film vor lauter Dummheit ausgemacht.

Und weil dieses Unterfangen so gut lief, hat sich Universal gleich mal die Rechte an einem anderen weltweit gehypten Spiel geschnappt. Five Nights at Freddy’s ist ein Point-and-Click-Horrorgame, was vor allem durch Influencer, YouTuber & Co über Live-Streams und Let’s Plays derart aufgebaut wurde, dass bis heute darüber gesprochen wird. Leider muss man sagen, dass ich einen Film zu diesem Spiel nicht gebraucht hätte. Doch er kam und hatte eine große Hypothek im Gepäck. Der Film hätte mich schon extrem begeistern müssen, damit ich die Daseinsberechtigung verstanden hätte. Am Ende ist es eine Adaption, die vor allem auf Drehbuchseite ein extremes Problem hat. Immerhin nur da.

Five Nights at Freddy’s ist kein Film für Horror-Enthusiasten. So ehrlich muss man sein. Der Horror hält sich hier massiv in Grenzen. Vielmehr ist es ein Mysterythriller, der das übernatürliche hinter dem Themenrestaurant versucht zu beleuchten. Betrachtet man den Film ausschließlich so, so ist er gut. Vor allem die Figuren, die zum Leben erweckt werden, sind großartig realisiert. Die Visual Effects können sich sehen lassen und auch so ist es recht erfrischend, auch mal wieder Josh Hutcherson oder einen Matthew Lillard in einem größeren Film zu sehen. Es war ja doch recht ruhig um beide geworden.

Ansonsten ist der Film optisch super gelungen. An die düstere Atmosphäre des Spiels kommt er nicht ganz ran, aber es ist ziemlich nah dran. Die Adaption des Settings hat durchaus funktioniert. Der Film dürfte aber unterm Strich vor allem für die Teenager da draußen ein Bringer sein, weil er eben auf dem Spiel basiert und so eine große Fangemeinde unter den 14- bis 19-Jährigen hat. Also mein 16-jähriges Ich hätte den Film mit Sicherheit geliebt.

Für mich das wohl größte Manko ist die Geschichte an sich. Während das Videospiel einfachen Mustern folgt, aber mit maximalem Grusel, so muss der Film in einem wesentlich größeren Zeitraum viel mehr erzählen. Zumal wir brauchen Hintergrundfakten, Charaktere, die hier reinpassen und eine Auflösung, die zufriedenstellend ist. Im Spiel heißt es schlichtweg, eine gewisse Zeit überleben und am nächsten Morgen nach Hause gehen. Heißt: die Drehbuchschreiber mussten die Lücken, die das Spiel hatte, sinnvoll auffüllen, um daraus eben eine runden Film zu machen. Das ist in meinen Augen so gar nicht bzw. nur bedingt gelungen. Gerade die Charaktere hätten gerne mehr Tiefe vertragen können, so wirken sie recht austauschbar. Und der Umstand, dass ein Mann für das Sorgerecht seiner Tochter als Nachtwächter anfängt zu arbeiten, ist schon fragwürdig (wer passt theoretisch in der Zwischenzeit auf das Kind auf?), aber er schleppt seine Tochter auch noch mit zur Arbeit. Ich weiß ja nicht. Generell hätte man die Figuren eleganter lösen können. Aber vielleicht stelle ich auch zu hohe Erwartungen an einen Film, der einfach nur bedienen soll. Slender Man hat mich doch mehr traumatisiert, als ich dachte.

.FAZIT.

Five Nights at Freddy’s hat seine magischen Momente, vor allem dann, wenn die Animatronics in einen Blutrausch verfallen. Die Effekte sind großartig, das Setting kommt gut ans Spiel heran, einzig das Drehbuch macht Probleme. Wenn man seine Erwartungen runterschraubt und kein Vorwissen besitzt, so hat man jede Menge Spaß mit einem Horrorfilm, der eigentlich keiner ist. Für mich ist er vielmehr ein Mysterythriller mit bisschen Grusel. Vielleicht bin ich auch nicht die Zielgruppe. Ich glaube, diejenigen, die das Spiel kennen und damit aufgewachsen sind, dürften hier große Freude empfinden. Ich kann den Film nicht jedem empfehlen, aber so schlecht, wie manche sagen, ist er definitiv nicht.



OriginaltitelFive Nights at Freddy’s
Produktionsland/-jahrUSA 2023
Laufzeit109 min
GenreHorror, Mystery, Thriller
RegieEmma Tammi
DrehbuchScott Cawthon, Seth Cuddeback, Emma Tammi
KameraLyn Moncrief
Kino26. Oktober 2023
Home Entertainment11. Januar 2024
VerleihUniversal Pictures Home Entertainment

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