SAW X | Ein Blick hinter die „Kulissen“

John Kramer aka Jigsaw macht wieder Hausbesuche! Regisseur Kevin Greutert, der zuvor bereits „Saw VI“ und „Saw VII“ inszeniert hat, führt in SAW X die Tradition der intensiven und fesselnden Geschichten fort, die das Franchise zu einem kulturellen Phänomen gemacht haben.

.INHALT.

Zwischen den Ereignissen von SAW I & II begibt sich John Kramer (Tobin Bell) nach Mexiko, um sich einer experimentellen medizinischen Behandlung zu unterziehen. Die Hoffnung auf eine Wunderheilung treibt ihn an. Doch stattdessen entdeckt er, dass die gesamte Operation ein teuflischer Betrug ist. Mit einem neuen Ziel vor Augen kehrt der berüchtigte Serienmörder zu seiner Arbeit zurück: Er dreht den Spieß um und zieht die Betrüger auf seine ganz eigene, hinterhältige und raffinierte Art zur Rechenschaft.  

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.KRITIK.

SAW X bietet zweifellos die grausamen Elemente, die man vom SAW-Franchise erwartet. Was jedoch SAW X wirklich auszeichnet, ist die unerwartete emotionale Tiefe. Einen vergleichbaren Aspekt hatten wir bereits zum Start der Reihe, doch diesmal ist es wesentlich persönlicher. Eben diese persönliche Racheerzählung verleiht dem Film eine absurde Herzlichkeit und gibt uns das Gefühl des Mitleids für John Kramer, der lediglich selbst das größte Opfer ist. Diesen Umstand nutzt der Film geschickt, um die Fallen und das Leiden der Opfer zu einem unterhaltsamem Vergnügen zu machen.

In diesem Teil steht Tobin Bell mehr im Mittelpunkt als je zuvor, was dem Film absolut zugutekommt. Die Erleichterung, wenn er glaubt, geheilt zu sein, und die herzzerreißende Erkenntnis, dass alles nur Täuschung ist, machen es uns einfacher, sich auf seine Seite zu stellen beziehungsweise seine Seite besser zu verstehen. Die authentische Bindung zwischen Bell und Shawnnee Smith verstärkt das emotionale Element zusätzlich. Doch bei all den Emotionen, ist es vor allem die Gier des Zuschauers nach Blut. Wie ausgehungerte Vampire fiebern wir der tiefgreifenden Vergeltung entgegen. Doch während sich die Reihe nach und nach mehr auf das Gemetzel konzentrierte, hat hier Gore fast schon eine befreiende Wirkung. Quasi der Anfang ist unser Abschluss. Der Kreis schließt sich oder schafft es John auch aus dem Grab heraus sein Vermächtnis am Leben zu erhalten?

Regisseur Kevin Greutert, bestens bekannt mit dem Franchise, liefert einen soliden Job ab. Er schafft es den bekannten Stil beizubehalten, aber dennoch viel persönlichere Aspekte der Hauptfigur einfließen zu lassen. Hat sich die Reihe in der Vergangenheit etwas zu sehr verloren, so geht es zurück zu den Wurzeln. Als Prequel schafft es der Film, die gleiche Ästhetik zu treffen. Die Fallen sind einfallsreich, eklig und glaubwürdig, wobei für mein Empfinden nur die letzte vielleicht zu sanft für das vorgesehene Muster erscheint. Absicht?

Worauf wir ebenfalls nicht verzichten müssen, ist das ikonische Thema am Ende, das eindringlich und wirkungsvoll erklingt. Aber sonst hält sich der Soundtrack vergleichsweise zurück, besonders in der ersten Hälfte, die größtenteils frei von Fallen ist. Dies gibt dem Score einen angenehmen und entspannten Charakter. Ist aber dann wieder da, wenn man ihn braucht.

.FAZIT.

Im Kontext der gesamten SAW-Reihe ist SAW X ein gelungener Beitrag, der die Erwartungen an Grausamkeit erfüllt, aber auch mit einer unerwarteten emotionalen Dimension überrascht. Die Rückkehr von Tobin Bell in einer herausragenden Rolle und die erfahrene Regie von Greutert tragen dazu bei, dass dieser Teil nahtlos in die Reihe passt und die Fans zufriedenstellt, aber gleichzeitig auch eine viel persönlichere Ebene beleuchtet und somit auch viele neue Aspekte einwirft.



OriginaltitelSAW X
Produktionsland/-jahrUSA, Mexiko, Kanada 2023
Laufzeit118 min
GenreHorror, Mystery, Thriller
RegieKevin Greutert
DrehbuchPete Goldfinger, Josh Stolberg
KameraNick Matthews
Kino30. November 2023
Home Entertainment7. März 2024
VerleihSTUDIOCANAL

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