SOUND OF FREEDOM basiert auf einer wahren Geschichte, welche die erschütternde Realität des weltweiten Kampfs gegen den Menschenhandel zeigt. Der packende, hochemotionale Thriller avancierte im Sommer 2023 zum Überraschungshit in den US-Kinos.
.INHALT.
Als Spezialagent der Homeland Security führt Tim Ballard (Jim Caviezel) einen geradezu aussichtslosen Kampf gegen den internationalen Kinder- und Menschenhandel. Als er eines Tages den kleinen Miguel (Lucás Ávila) aus Honduras aus den Händen skrupelloser Kinderhändler befreit, erfährt er, dass sich dessen Schwester Rocío (Cristal Aparicio) immer noch in der Gewalt der Verbrecher befindet. Ballard läuft die Zeit davon, um das kleine Mädchen zu befreien. Kurzerhand kündigt er seinen Job und reist tief in den kolumbianischen Dschungel, wo ihn ein lebensgefährlicher Einsatz erwartet: Denn Rocíos Entführer sind bis an die Zähne bewaffnet – und denken nicht daran, das Mädchen kampflos zu übergeben…
.KRITIK.
[ Kurzes Statement meinerseits: Ich liebe Filme. Auch Filme, die unangenehm sind. Die Probleme thematisieren und uns nicht selten auch einen Spiegel vorhalten. Es darf unbequem sein und der Film darf auch eine Entstehungsgeschichte – vor und hinter der Kamera haben. Doch diese möchte ich im Zuge meiner Filmkritik nicht kommentieren. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, meine Leidenschaft – den Film – zu schützen und alle Aspekte daran auch zu würdigen. Darüber zu berichten, zu sprechen und ihn anschließend für Euch zu bewerten bzw. einzuordnen – das ist, wofür ich und damit filmspleen stehen. Heißt: ich möchte mich zu den kontroversen Diskussionen, die den Film im Vorfeld, währenddessen und nach wie vor begleiten, nicht äußern. Dies können andere tun. Ich möchte allein den Film in den Fokus rücken und die Thematik ist wichtig. Vielen Dank! ]
SOUND OF FREEDOM basiert auf der wahren Geschichte von Tim Ballard, der versucht, entführte Kinder vor Menschenhändlern zu retten. Der Film entstand vor vielen Jahren noch unter 20th Century Fox. Doch mit der Übernahme durch Disney verschwand der Film erst einmal in der Schublade. Für einen familienfreundlichen Konzern wie Disney ist das kein Film, der gut ins Portfolio passt. Aber der Rückkauf der Rechte am Film und die Veröffentlichung durch ein neues Studio brachten den Film dann doch 2023 in die Kinos, wo er zu einem großen Erfolg wurde.
Für mich ist es wichtig, das Thema eines Films von der Qualität zu trennen und da eben auch alles, was den Film an Schlagzeilen begleiten auch auszublenden (wie ich eingangs erwähnt habe). Ich stimme zu 100 Prozent der Botschaft des Films zu. Kinderarbeit in jeglicher Form ist grauenvoll und ein großes Übel unserer Zeit. Kinder derart ausnutzen, sich an der Unschuld buchstäblich aufzugeilen und damit auch noch Profit zu generieren, ist abartig und gehört bedingungslos bestraft. Gerade Kinder, die ihr Leben vor sich haben, werden wie Vieh eingesperrt und misshandelt. An den Höchstbietenden verkauft und körperlich wie auch mental zerstört. Dieses Thema schafft der Film schonungslos zu beleuchten. Dabei geht er bis an die Schmerzgrenze, was für mich als Vater ganz besonders für eine gewisse Schockstarre sorgte. Es tat weh, denn mir war und ist klar, sowas ist keine Fiktion. Es passiert tagtäglich da draußen. Doch wie geht der Film stilistisch und inhaltlich mit dem Thema um? Ziemlich gut sogar. Er ist auch gut, aber als reiner Film betrachtet bei Weitem nicht rund.
Er ist sehr straff geschnitten, es gibt keine verschwendete Minute. Das Gefühl der Langatmigkeit existiert gar nicht, weil immer etwas Schockierendes oder Spannendes passiert. Die schauspielerischen Leistungen tun dabei ihr Übriges, von Hauptdarsteller Jim Caviezel bis zu den Kindern gab es keine Darstellung im Film, der ich nicht geglaubt hätte. Die Musik war gut abgestimmt. Sie baute die Spannung auf und verstärkte die Handlung wirklich gut. Allerdings tu ich mich sehr schwer, den Film ins Actiongenre einzuordnen. Mancherorts wird das suggeriert, dabei handelt es sich viel mehr um ein dramatisches Biopic. Sicherlich fehlt es dem Film an Action nicht, aber er ist weitaus emotionaler beziehungsweise weißt er mehr Aspekte auf, die eben für ein Drama sprechen. Der Film fokussiert sich eben auf die Geschichte, auf die Tiefe des Film, auf die Reise von Tim Ballard. Das ist der Schwerpunkt. Also keine Explosionen oder extreme Kampfsequenzen – es geht einzig um die Rettung der Kinder. Blitzt dann aber mal Action durch, so ist sie dann auch nicht sonderlich überzeugend. Ich würde fast sagen, dass hier gut gemeint geschnitten wurde. Aber das passt einfach nicht. Aber darauf liegt eben auch nicht der Hauptaugenmerk.
.FAZIT.
Sound of Freedom ist ein herzzerreißender und zugleich unfassbar spannender Film. Die Botschaft des Film ist unmissverständlich, aber auch schockierend. Er appelliert auch an uns, nicht wegzuschauen und sich dem Ausmaß dieses Problems bewusst zu werden. Regisseur Alejandro Monteverde hat hier einen starken Film inszeniert, der mir in seiner Tiefe gut gefallen hat.
| Originaltitel | Sound of Freedom |
| Produktionsland/-jahr | USA, Mexiko 2023 |
| Laufzeit | 131 min |
| Genre | Biografie, Krimi, Drama |
| Regie | Alejandro Monteverde |
| Drehbuch | Rod Barr, Alejandro Monteverde |
| Kamera | Gorka Gómez Andreu |
| Kino | 8. November 2023 |
| Home Entertainment | 23. Februar 2024 |
| Verleih | WVG Medien GmbH / Splendid Film |

