JAN DARA – DIE WIEGE DER SÜNDE | Thailands Skandalfilm schafft beeindruckende Tatsachen

JAN DARA – der Skandalfilm aus Thailand, basierend auf dem erotischen Bestseller. Die gleichnamige Romanvorlage (1966) von Pramool Unhathoop gilt in Asien als Klassiker der erotischen Literatur und ist mehrmals verfilmt worden.

.INHALT.

Jan Dara wächst in einem reichen Elternhaus auf, wo es zwar an Liebe, jedoch nicht an Lust mangelt. Vom eigenen Vater mit Verachtung gestraft, weil die Mutter bei der Geburt starb, sinnt Jan auf die Chance, sich eines Tages für die bittere Zurückweisung zu rächen.

Diese Gelegenheit bietet sich, als der Vater eine neue Partnerin im Haushalt einquartiert. Jan beginnt eine heimliche sexuelle Affäre mit der nymphomanischen Stiefmutter und lebt hemmungslos seine Triebe aus. Doch sein freizügiges Leben gerät plötzlich aus der Bahn, als er auf Anweisung des Vaters seine Stiefschwester heiraten soll.

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.KRITIK.

JAN DARA – DIE WIEGE DER SÜNDE ist einer der Filme, die man nicht so häufig sieht. Mal ganz davon abgesehen, dass es über 20 Jahre gedauert hat, bis er schließlich den Weg nach Deutschland gefunden hat. Dabei hätte es durchaus schon früher passieren können.

Die Geschichte folgt Jan Dara, einem vernachlässigten Kind auf der Suche nach der Liebe, die einst seine verstorbenen Mutter für ihn mehr als übrig hatte. Der Film thematisiert Überleben in einer konfliktreichen Familie mit bizarr verstrickten Beziehungen während des Zweiten Weltkriegs und folgt der Selbstfindung eines jungen Mannes, der bereit ist, gegen sämtliche Konventionen zu verstoßen.

Erotikdramen der Marke Eyes Wide Shut bedienen eine Nische. Ein Publikum, dass sich nach gehobener Erotik, leidenschaftlichem Drama und vielen Emotionen sehnen. Aber vielleicht liege ich auch komplett falsch und laber nur Blödsinn. Für mich gehören diese Filme eher zur Kategorie „muss ich wirklich Lust drauf haben“. Was vielmehr daran liegt, dass ich durch 10 Jahre Marvel-Dauerbeschallung dem Superheldengenre ziemlich hart verfallen bin und noch nicht bereit bin, so viele Emotionen zuzulassen. Aber Spaß beiseite: Jan Dara ist ein mutiger und visuell sehr starker Film, der mehr ist als blanke Erotik. Er ist auf vielen Ebenen erfolgreich: Die faszinierende Geschichte, adaptiert aus dem gleichnamigen, thailändischen Roman von Pramool Unhathoop, erkundet Begierde, Rache und vereitelte Leidenschaft. Die atmosphärische Kameraarbeit von Nattawut Kittikhun hält sinnlich und ruhige die intimen Szenen fest. Es scheint fast, als würde er ein lebendig gewordenes Gemälde malen. Der Soundtrack verbindet dabei orientalische Melodien mit Auszügen von Richard Strauss und Puccini, und runden das Bild gänzlich ab. Regisseur Nonzee Nimibutr hat hier wirklich alles fest im Griff, schafft aber für seine Hauptdarsteller dennoch genug Raum zur Entfaltung. Man vorsichtig betrachtet sogar von einer gewissen Charakterstudie sprechen.

Jan Dara enthält sinnliche Szenen, die fotografisch sensibel sind, die stark an Kama Sutra-Zeichnungen erinnern – nur ohne diesen peinlich berührenden Beigeschmack. Worauf man sich allerdings einstellen muss, ist die Vielzahl an Rückblenden und Vorausblicke. Die sorgen nicht selten dafür, den Überblick über die Alterstufen der Figuren zu stolpern. Die durchweg hervorragende Besetzung bewältigt glaubwürdig die anspruchsvolle Aufgabe, hier etwas Tiefgreifendes zu erzählen. Davor ziehe ich meinen Hut.

.FAZIT.

Ein gelungenes Beispiel für asiatisch-orientalische Filme ohne gut choreografierte Kampfkunst: der Film aus Fernost bietet uns so viele Facetten an und überrascht dabei mit Filmen wie Jan Dara – Die Wiege der Sünde. Für Liebhaber subtiler asiatischer Filmkunst mit dem gewissen Prickeln ist dieser Film ein Muss – also sehr zu empfehlen.



OriginaltitelJan Dara
Produktionsland/-jahrThailand 2001
Laufzeit108 min
GenreDrama, Liebesfilm
RegieNonzee Nimibutr
DrehbuchNonzee Nimibutr, Sirapak Paoboonkerd,
Utsana Phleungtham
KameraNattawut Kittikhun
Kino
Home Entertainment22. Februar 2024
VerleihBusch Media Group

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