Die gruselige Vorgeschichte der urbanen Legende vom schwarzen Mann: Eine Gruppe Teenager versucht in THE BOOGEYMAN – ORIGINS das dunkle Geheimnis einer verfallenen Villa aufzudecken.
.INHALT.
In der andalusischen Kleinstadt Gador verschwinden seit Jahren immer wieder Kinder und Halbwüchsige unter mysteriösen Umständen. Keines der Opfer wurde jemals wiedergefunden – weder lebendig noch tot. Und kein einziger der vielen Fälle wurde von der Polizei aufgeklärt. Deshalb fasst eine Gruppe Teenager (u. a. Iván Renedo, Claudia Placer und Lucas Blas) den Plan, dem Geheimnis selbst auf den Grund zu gehen, bevor auch sie oder ihre Geschwister und Freunde dasselbe Schicksal trifft. Die Ermittlungen führen sie zu einer halb verfallenen Villa am Stadtrand. Hier treibt jemand sein Unwesen, der dem entspricht, was in Spanien „El hombre del saco“ (zu Deutsch: „der Mann mit dem Sack“) genannt wird …

.KRITIK.
„El hombre del saco“ ist eine urban Legende, die in der spanischen Kultur tief verwurzelt ist und Generationen von Kindern dazu gebracht hat, sich vor dem Dunkel zu fürchten. Diese Legende hat nun ihren Weg auf die Leinwand gefunden. Mit THE BOOGEYMAN – ORIGINS versucht Regisseur Ángel Gómez Hernández, die Faszination und den Schrecken dieses mysteriösen Wesens einzufangen.
Der Film spielt in der spanischen Region Almería. Positiver Aspekt, der über allem steht: The Boogeyman – Origins ist ein erfrischender Ansatz und eine interessante lokale Interpretation der Figur „El hombre del saco“. Doch trotz der starken Verwurzelung in der spanischen Folklore scheint der Film stark von amerikanischen Einflüssen wie Stranger Things, ES oder Jeepers Creepers zu zehren. Sich hier in gewisser Weise zu bedienen, ist grundsätzlich nicht schlimm. Vertraute Motive sorgen sogar für Aha-Effekte. Doch leider wird sich zu sehr darauf konzentriert, berühmte Abbilder zu sehr zu zitieren. Damit verliert der Film ein bisschen an eigener Identität. Dabei ist der Ursprung aus der spanischen Folklore so spannend und stark genug, alleine einen ganzen Film zu tragen, dass es derart üppige Blaupausen nicht gebraucht hätte.
Trotzdem besitzt The Boogeyman – Origins genug Eigenständigkeit, gruselige Szenen und visuelle Effekte, die eine unheimliche Atmosphäre schaffen und zu unterhalten wissen. Die Qualität ist ebenfalls gut und die jungen Darsteller machen ihren Job sehr gut. Einzig die deutsche Synchronisation ist im kleineren Budgetbereich nicht die Beste, aber akzeptabel. Da muss man aber schon ein paar Abstriche hinnehmen.
.FAZIT.
The Boogeyman – Origins ist eine solide Ergänzung bestehender urbaner Legenden rund um den schwarzen Mann. Besonders Fans von Folklore und Serien wie Stranger Things könnten Gefallen an diesem Film finden. Es ist jedoch bedauerlich, dass der Film nicht tiefer in die Ursprünge eintaucht, um die einzigartige und furchteinflößende Natur von „El hombre del saco“ vollständig zu erfassen.
| Originaltitel | El hombre del saco |
| Produktionsland/-jahr | Spanien, Uruguay 2023 |
| Laufzeit | 91 min |
| Genre | Horror |
| Regie | Ángel Gómez Hernández |
| Drehbuch | Manuel Facal, Juma Fodde, Ignacio García Cucucovich |
| Kamera | Javier Salmones |
| Kino | – |
| Home Entertainment | 28. März 2024 |
| Verleih | Busch Media Group |
