KLEINE SCHMUTZIGE BRIEFE | Eine britische Küstenstadt sucht den vulgären „Brieffreund“

In KLEINE SCHMUTZIGE BRIEFE geht es 100 Jahre in die Vergangenheit in die kleine englische Stadt Littlehampton, wo bereits geflucht wurde, wie man es heute kaum für möglich gehalten hätte! Oscar-Preisträgerin Olivia Colman und die Oscar-Nominierte Jessie Buckley nehmen in diesem Film nach einer wahren Begebenheit kein Blatt vor den Mund und sorgen für die wohl schmutzigste Komödie des Jahres!

.INHALT.

Die lebhafte Rose Gooding (Jessie Buckley) hat wenig mit der frommen Edith Swan (Olivia Colman) gemeinsam, außer dass sie Nachbarinnen in der englischen Küstenstadt Littlehampton in den 1920er Jahren sind. Doch eines Tages erhalten Edith und andere in der Stadt anstößige Briefe, gespickt mit gemeinen Beschuldigungen in unflätiger Sprache, und der Verdacht fällt sofort auf Rose. Scotland Yard ermittelt und Rose droht sogar, das Sorgerecht für ihre Tochter zu verlieren. Während die skandalösen Briefe weiterhin die Stadt heimsuchen, ahnt nur die Polizistin Gladys Moss (Anjana Vasan), dass etwas nicht stimmt und Rose möglicherweise doch nicht die Schuldige ist…

©️ STUDIOCANAL

.KRITIK.

KLEINE SCHMUTZIGE BRIEFE ist eine freche und zugleich hinreißende Komödie. Während du dich fragst, worum es hier eigentlich geht und ob das alles wahr ist, wirst du vor allem eines tun: LACHEN! Die Regisseurin Thea Sharrock liefert hier mit liebevoll inszenierten Dialogen und einer exzellenten Regiearbeit einen großartigen Film ab. Die Briefe im Film sind genauso ohrenöffnend wie der Dialog und die Charaktere, die niemals langweilig werden. Es ist boshaft lustig und ein absoluter Genuss – ein Film, bei dem man sich fast schon schuldig fühlt, aber das auf eine gute Weise.

Aber den Lob verdient auch Drehbuchautor und Comedian Jonny Sweet, der das Drehbuch basierend auf wahren Begebenheiten verfasst hat. Mit viel Gespür schafft er es, hier Tiefe, Drama, Comedy und einen Hauch Krimi gekonnt in einen Film zu verpacken, der so kontinuierlich unterhält und Spaß macht. Dabei war ich vor allem überrascht, wie der Spagat aus Anstand und Chaos hier gelöst wurde.

Zudem beschäftigt sich Kleine schmutzige Briefe auch mit unglaublich starken Themen. Regisseur Thea Sharrock untersucht, wie weibliches Verhalten in einer patriarchalischen und religiösen Umgebung streng kontrolliert wurde. Damit betont sie auch die Absurdität und Heuchelei in der Behandlung von Frauen in den 1920er Jahren.

So geschichtsträchtig, aufwühlend und komisch der Film auch im Kern ist, hätte er gerade in punkto Kameraarbeit und Schnitt ebenso ausfallender sein dürfen. Fast schon zu ruhig und brav plätschern die 100 Minuten optisch nur so dahin. So verpasst der Film auch visuell, ein Ausrufezeichen setzen zu können. Gerade bei die Palette an unterschiedlichen Charakteren hätte hier über das visuelle noch stärker abgebildet werden können. Aber das ist wirklich meckern auf hohem Niveau.

.FAZIT.

Kleine schmutzige Briefe ist hysterisch, komisch und einzigartig. Thea Sharrock hat eine er ungewöhnliche, wahre Geschichte genommen und hat dieser einige großartige gesellschaftliche Kommentare hinzugefügt. Auch wenn sich der Film visuell eher verhalten präsentiert, so ist er im Kern eine Augenweide. Der Spagat aus Anstand und Chaos gepaart mit tollen Charakteren (allesamt wunderbar besetzt) und eben auch der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit schaffen einen wirklich gute Grundlage für unterhaltsame zwei Stunden.



OriginaltitelWicked Little Letters
Produktionsland/-jahrGroßbritannien, Frankreich 2023
Laufzeit100 min
GenreKomödie, Krimi, Drama
RegieThea Sharrock
DrehbuchJonny Sweet
KameraBen Davis
Kino28. März 2024
Home Entertainment–
VerleihSTUDIOCANAL/ARTHAUS

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