Regisseur und Drehbuchautor Alex Garland nimmt in CIVIL WAR die Zuschauer*innen mit auf eine Reise durch ein zerrüttetes Amerika, welches durch einen zerstörerischen Bürgerkrieg geprägt und gezeichnet ist. In drastischen Bildern schildert er die Geschehnisse eingehend und ungeschönt.
.INHALT.
.KRITIK.
Eine Nation am Abgrund…
Regisseur und Drehbuchautor Alex Garland entführt uns in seinem dystopischen Film CIVIL WAR in eine zerrissene und gewalttätige Version Amerikas, in der es vor allem um die Frage geht: „Was seid ihr für Amerikaner?“ Die Handlung spielt in einer nahen Zukunft, in der die Vereinigten Staaten von einem blutigen Bürgerkrieg heimgesucht werden und zwei tapfere Journalisten quer durch das Land reisen, um dieses beispiellose Szenario für die ganze Welt festzuhalten.
Die Handlung führt uns von New York über Pennsylvania bis nach Washington, D.C. Die Straßen sind von Gewalt, Tod und Knappheit gezeichnet. Die Journalisten riskieren ihr Leben, um das letzte Interview mit dem Präsidenten zu bekommen – eine gefährliche Mission, denn Journalisten sind zum Abschuss freigegeben.
Alex Garland, bekannt für innovative und/oder mitreißende Stoffe, die schockieren und unterhalten, zeichnet er mit Civil War ein Szenario ohne politischen Fingerzeig – aber durchaus mit Potential zur Wahrheit. Er vermeidet bewusst direkte Bezüge zur aktuellen politischen Landschaft. Die Protagonisten, darunter die hartgesottene Lee (gespielt von der hervorragenden Kirsten Dunst, zu ihr gleich mehr), sind Kriegsjournalisten, die ihre Arbeit im moralischen Graubereich der Kriegszone verrichten. Es geht um Fakten, nicht um Ideologien.
Kirsten Dunst brilliert als tapfere und unerschütterliche Lee. Ihre Darstellung einer zynischen, aber entschlossenen Journalistin ist beeindruckend. Sie mal wieder in einer tragenden Hauptrolle zu sehen, war fesselnd und extrem spannend. An ihrer Seite agieren Wagner Moura als Adrenalin-Junkie Joel und Cailee Spaeny als aufstrebende Reporterin Jessie. Zusammen ergeben sie ein Trio aus Entschlossenheit und Verzweiflung. Auch technisch kann der Film überzeugen. Garland, der visuell starke Werke ein Händchen hat, liefert erneut eine visuell beeindruckende Arbeit ab. Die Kameraarbeit, die düstere Beleuchtung und die realistischen Kriegsszenen sind atemberaubend. Die nahtlose Integration von echten Nachrichtenaufnahmen und fiktiven Szenen verleiht dem Film Authentizität und sorgt gleichsam für unfassbar viel Beklemmung. So ging es mir zumindest.
.FAZIT.
Civil War ist ein kühler, aber fesselnder Film. Er zeigt uns eine Welt, in der die Menschlichkeit verloren geht und nur noch der Überlebenskampf zählt. Garland stellt die Frage: Wie weit sind wir bereit zu gehen, um die Wahrheit zu erfahren? Ein Muss für Fans von dystopischem Kino!
| Originaltitel | Civil War |
| Produktionsland/-jahr | USA, Großbritannien 2024 |
| Laufzeit | 109 min |
| Genre | Action, Thriller |
| Regie | Alex Garland |
| Drehbuch | Alex Garland |
| Kamera | Rob Hardy |
| Kino | 18. April 2024 |
| Home Entertainment | 9. August 2024 |
| Verleih | DCM |

