BEVERLY HILLS COP: AXEL F | Auf Tuchfühlung mit der Vergangenheit

30 Jahre nach seinem letzten Fall kehrt Eddie Murphy als Kult-Polizist Axel Foley zurück: Doch diesmal nicht auf der großen Kinoleinwand. Netflix bringt das Sequel als hauseigene Produktion direkt in den Umlauf und Fans können sich seit dem 3. Juli 2024 freuen: BEVERLY HILLS COP: AXEL F ist besser als erwartet.

.INHALT.

Detective Axel Foley (Eddie Murphy) meldet sich wieder in Beverly Hills zum Dienst. Als das Leben seiner Tochter (Taylour Paige) bedroht wird, tun sich die beiden mit einem neuen Partner (Joseph Gordon-Levitt) und Foleys alten Freunden Billy Rosewood (Judge Reinhold) und John Taggart (John Ashton) zusammen, um eine Verschwörung aufzudecken.

©️ Netflix

.KRITIK.

Hollywood ist nun scheinbar final an dem Punkt angekommen, in der die eigene kreative Leistung bei Weitem nicht mehr ausreicht, die Kassen zu füllen. Legacy-Sequels sind jetzt der heiße Scheiß, aber bei Fans nicht selten ein Dorn im Auge. Während Kultreihen wie Ghostbusters oder jüngst Bad Boys zwischen Erfolg und Wohlwollen pendeln, hat Beverly Hills Cop es tatsächlich auch erwischt. Die Mikrowelle steht nicht still und wärmt fleißig altbekannte Geschichte und Charaktere auf. Doch ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, ich hätte mich auf eine Fortsetzung nicht gefreut. Als ich die ersten Bilder sah, war ich Feuer und Flamme, der Trailer hat mir dann wieder etwas die Begeisterung genommen, aber es hat unterm Strich ausgereicht, den ikonischen Axel F-Theme munter vor mir herzu trällern.

Ich war wieder voll in meinem Element und so konnte ich es dann doch nicht abwarten, gleich zum Start auf Netflix den Film zu schauen. Und so schnell wie ich den Film einschaltete, so schnell überkam mich die Erkenntnis: der Film ist gar nicht so schlecht. Nachvollziehbare Sorgen – aufgrund des Legacy-Wahns in der Traumfabrik – waren da, verflogen aber schon nach den ersten Minuten. Mit einer gemächlichen Fahrt durch das kalte Detroit und dem eindringlichen Sound von „The Heat Is On“ von Glenn Frey kann das Abenteuer beginnen.

BEVERLY HILLS COP: AXEL F markiert die Rückkehr des ikonischen Detektivs Axel Foley – verkörpert von Eddie Murphy. Dieses Legacy-Sequel nimmt den Zuschauer mit auf eine nostalgische Reise zurück in die glorreichen Tage der 1980er Jahre – obwohl es 2024 ist – und bringt den unnachahmlichen Retro-Charme der Originalfilme auf die Leinwand.

Die Handlung führt uns von wieder von Detroit nach Beverly Hills, wo Axel Foley noch gar nicht an Ruhestand denkt und seinen mittlerweile als Deputy Chief tätigen Freund Jeffrey den letzten Nerv raubt. Foley kann aber eben nur eine Sache richtig gut und das ist Verbrechen bekämpfen – auf eher unkonventionelle Weise. Als er jedoch von seinem alten Freund Billy schreckliche Neuigkeiten erfährt, die Foleys Tochter betreffen, muss Foley einmal mehr alles stehen und liegenlassen, und aufbrechen – doch diesmal ist einiges anders. Die Zeiten haben sich geändert, aber nicht Foley. Mit seinem unnachahmlichen Witz und seiner unerschütterlichen Entschlossenheit, taucht in ein Netz aus Intrigen und Gefahr ein, und seine Ermittlungen sind sowohl von humorvollen als auch von atemberaubenden Action-Momenten durchzogen. Eddie Murphy strahlt in seiner Rolle und beweist, dass seine komödiantische Brillanz zeitlos ist, doch hat er auch bewiesen: Drama war einmal. Hier offenbart Eddie Murphy, dass diese Zeiten leider vorbei sind. Gerade in den Momenten (mit seiner Tochter), wo es auf Emotionalität und Herz ankommt, wirkt Murphy müde und zu oberflächlich. Zum Glück hat dieser Film nicht so viele solcher Momente. Generell wurde ich aus dieser Vater-Tochter-Geschichte nicht so wirklich schlau. Mal davon abgesehen, dass das Verhalten und Handeln von Foleys Tochter Jane (gespielt von Taylour Paige) durchaus nachvollziehbar und plausibel ist, so habe ich dennoch ein Problem damit, wie das Ganze hier auf Krampf in den Film eingeflochten wird. Zudem wirkt dabei Janes Charakter mehr nervig als willkommen. Von der Emotionalität ein absolut nachvollziehbarer Schritt, zumal wir Axel Foley in dieser Rolle auch noch nicht gesehen haben, aber für mich hat das nur bedingt funktioniert. Im Allgemeinen muss ich so oder so sagen, dass gewisse Entscheidungen von altbekannten Figuren hier sehr komisch bis unlogisch erscheinen. Gerade im letzten Drittel wird revidiert und komplett anders gehandelt, was ich so dann nicht mehr durchwinken kann. Aber das sind auch die wirklich einzigen Mankos am Film.

Ein besonders erfrischendes Element für mich ist der geschickt eingewobene Retro-Charme. Die ikonische Titelmelodie „Axel F“ von Harold Faltermeyer, die schon in den Originalfilmen eine Gänsehaut verursachte, erklingt erneut und versetzt den Zuschauer augenblicklich in die 80er Jahre zurück. Leider hat man dieses Theme in mehreren Varianten in den Film eingebaut – mal mehr, mal weniger gut. Für mich absolutes No-Go ist die Rap-Interpretation, die es auch schon den Trailer geschafft hat: diese funktioniert leider gar nicht.

Visuell begeistert der Film durch eine kunstvolle Verschmelzung von nostalgischen Stilelementen mit einem modernen Look, der weder aufdringlich noch altmodisch wirkt. Diese gelungene Balance zwischen Alt und Neu verleiht dem Film eine einzigartige Aura, die sowohl alteingesessene Fans als auch neue Zuschauer ein Lächeln ins Gesicht zaubern wird. Auch wenn es Hollywoods derzeitiger Trend ist, Klassiker der Filmgeschichte wiederzubeleben und ihnen in Form von Legacy-Sequels neues Leben einzuhauchen, so war die Entscheidung diese Kultreihe mit Beverly Hills Cop: Axel F zurückzuholen eine der besseren. Der Film beweist, dass es möglich ist, den nostalgischen Geist der Originale zu bewahren und gleichzeitig frische, innovative Akzente zu setzen.

.FAZIT.

Beverly Hills Cop: Axel F ist eine glanzvolle Wiederkehr eines Kultcharakters, der sowohl alteingesessene Fans als auch neue Generationen begeistern dürfte. Netflix hat hier vieles richtig gemacht. Der Film besticht durch seine gelungene Kombination aus nostalgischem Flair und zeitgemäßer Erzählkunst sowie durch die coole Darbietung von Eddie Murphy. Gerade heutzutage kann Nostalgie dabei helfen, die schweren Tage durch die wir mitunter gehen, ein bisschen zu vergessen und in der Vergangenheit zu schwelgen. Hier ist der Spagat wirklich gut gelungen, denn wir bekommen nicht nur Axel Foley, sondern auch die liebgewonnenen John Taggart, Billy Rosewood, Jeffrey und Serge wieder. Ein rundes Paket, über das die Welt jetzt schon spricht. Sicherlich können wir über Hollywoods Hang zur Nostalgie kritisch sprechen, dennoch zeigt Netflix‘ Unterfangen, dass es gelingen kann, den Geist der Vergangenheit zu ehren und ihn mit einem frischen Wind in die Gegenwart zu tragen.



OriginaltitelBeverly Hills Cop: Axel F
Produktionsland/-jahrUSA 2024
Laufzeit118 min
GenreAction, Komödie, Krimi
RegieMark Molloy
DrehbuchWill Beall, Tom Gormican, Kevin Etten
KameraEduard Grau
Kino/Streaming3. Juli 2024 auf Netflix
Home Entertainment
Verleih/DistributionNetflix
Trailer bereitgestellt von ErsterTFC

Kommentar verfassen