BACK TO BLACK | Ein ehrlicher Blick auf ein tragisches Leben

Amy Winehouse gilt als eine der größten Künstlerinnen der jüngeren Pop-Geschichte. Ihr hochgelobtes zweites Album BACK TO BLACK aus dem Jahr 2006 brachte ihr Weltruhm und fünf Grammys. Jenes Album bildet auch den gleichnamigen Titel eines Biopics, das von Regisseurin Sam Taylor-Johnson respektvoll und direkt von einer Musikerin mit einem einmaligen Talent und einer außergewöhnlichen Ausstrahlung erzählt.

.INHALT.

London zu Beginn der 2000er Jahre: Die talentierte Sängerin und Musikerin Amy Winehouse (Marisa Abela) findet in den Clubs von Camden ihre Bühne. Mit ihren Songs, ihrer außergewöhnlichen Stimme und ihrem einzigartigen Charisma begeistert sie das Publikum. Schnell werden Musikfans und Talent Scouts auf sie aufmerksam und ihr kometenhafter Aufstieg in den Pophimmel beginnt, doch der Ruhm hat seinen Preis…

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.KRITIK.

BACK TO BLACK ist ein Biopic über die legendäre Sängerin Amy Winehouse, das von Regisseurin Sam Taylor-Johnson inszeniert wurde. In die Rollen von Amy Winehouse schlüpft die talentierte Marisa Abela, die zweifelsohne mit diesem Film an ihre Grenzen gestoßen ist – aber dazu später mehr. Das Biopic konzentriert sich auf die ersten musikalischen Jahre zwischen dem Durchbruch ihres Albums „Frank“ im Jahr 2003 und dem Erfolg ihres Titelalbums „Back to Black“ im Jahr 2006. In dieser Zeit präsentierte sich Winehouse wankelmütig. Irgendwo zwischen akustischem Genie und alltäglichen Wahnsinn pendelt Winehouse von Bühne zu Bühne und ertränkte nicht selten ihren Kummer und die Einsamkeit in Drogen und Alkohol.

Inhaltlich bleibt der Film recht oberflächlich. Regisseurin Taylor-Johnson verpasst es leider, ein umfassendes Bild von Winehouse zu zeichnen. Statt ihre musikalische Karriere näher zu beleuchten, verliert sich der Film zu sehr in ihren Suchtproblemen und zwischenmenschlichen Beziehung. Die Darstellung von Amy als emotional zerstörte Künstlerin steht im Vordergrund, während ihre musikalische Genialität und ihr Einfluss auf die Musikwelt der frühen 2000er Jahre kaum zur Sprache kommen. So präsentiert sich der Film gerade für Fans recht unausgewogen, während er durchaus für „Quereinsteiger“ als interessantes und zugleich dramatisches Biopic seine Reize hat. Da Amy Winehouses Musik meine jungen Jahre begleitete, so hatte ich nie sonderlich eine große Begeisterung für ihre Musik empfunden. Wurde sie irgendwo gespielt, hat man durchaus begeistert zugehört, aber mich in gänzlich begeistern konnte Amy mich nicht. Durch Back to Black erhielt ich aber durchaus einen ansprechenden und wichtigen Einblick in den Menschen Amy und ihren Kampf mit diversen Dämonen. Mit Sicherheit hätte das musikalische Kapitel üppiger ausfallen können, aber was vor allem Hauptdarstellerin Marisa Abela aus dieser Rolle herausholt, ist bemerkenswert. Ihre beherzte Performance ist hier definitiv das Highlight. Das sorgt für den sehnsüchtigen Ausgleich.

Zusätzlich wird das Gezeigte durch Amys bekannteste Stücke – aus jener Zeit – erheblich ausgewertet, wenngleich auch hier es etwas versäumt wird, die wahre Bedeutung der Songs hier in den Vordergrund zu rücken. Back to Black ist ein Film, den ich definitiv zweimal sehen muss, um gewisse Aspekte noch mal anders zu sehen und zu bewerten. Vielleicht empfiehlt es sich da auch, sich vorerst mehr auf die Musik einzulassen, um das Gesehene noch besser zu verstehen beziehungsweise einzuordnen.

.FAZIT.

Ein Spagat aus Begeisterung und Nachdenklichkeit: Während Marisa Abela mit einer engagierten Leistung mein Herz im Sturm erobern konnte, versäumt es Regisseurin Taylor-Johnson indes die gesamte Tragweite von Winehouses Schaffen und ihre Bedeutung für die Musik in diesen Film einzufangen – sicherlich ist das am Ende des Tages einfach auch zu viel. Aber man hätte hier dennoch mutiger und tiefgründiger in die Geschichte eintauchen können. Fans dürfte hier etwas der Tiefgang fehlen. Betrachtet man den Film mehr als musikalisches Drama mit biografischen Auszügen anstelle eines klassischen Biopics so kann man über die Schwächen hinweg sehen und zwei Stunden in Amy Winehouses musikalischen Kosmos, der nicht frei von Problemen war, emotional eintauchen.



OriginaltitelBack to Black
Produktionsland/-jahrUSA, Großbritannien, Frankreich 2024
Laufzeit122 min
GenreDrama, Biopic, Musikfilm
RegieSam Taylor-Johnson
DrehbuchMatt Greenhalgh
KameraPolly Morgan
Kino11. April 2024
Home Entertainment18. Juli 2024
VerleihSTUDIOCANAL
Trailer bereitgestellt von ErsterTFC

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