Hast du schon einmal von einer Welt geträumt, in der alles fröhlicher ist, besser schmeckt, in der deine Eltern immer Zeit für dich haben und wo dir jeder Wunsch von Augen abgelesen wird? Dann geht es dir wie CORALINE. Doch als das aufgeweckte Mädchen tatsächlich diese andere Welt findet, ist es dort zu schön um wahr zu sein – und vor allem auch gefährlich.
.INHALT.
Die 11-jährige Coraline Jones ist temperamentvoll, neugierig und unerschrocken. Sie und ihre Eltern sind gerade von Michigan nach Oregon umgezogen. Coraline vermisst ihre Freunde und ihre Eltern sind durch ihre Arbeit abgelenkt. Sie versucht, in ihrer neuen Umgebung etwas Aufregendes zu finden, bezweifelt aber ernsthaft, dass ihr neues Zuhause ihr etwas wirklich Faszinierendes bieten kann. Doch als sie durch eine Geheimtür in ihrem Wohnzimmer geht und einen unheimlichen Gang hinuntergeht, entdeckt sie eine alternative Version ihres Lebens und ihrer Existenz. Oberflächlich betrachtet ist diese parallele Realität ihrem wirklichen Leben ähnlich – nur viel besser. Die Erwachsenen, einschließlich der fürsorglichen „Anderen Mutter“, scheinen ihr viel freundlicher zu begegnen. Sogar die geheimnisvolle Katze betrachtet sie jetzt als Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Sie beginnt zu glauben, dass diese andere Welt der Ort ist, an den sie gehört. Aber als ihr wundersam verrückter, fantastischer Besuch gefährlich wird und die „Andere Mutter“ plant, sie dort zu behalten, muss Coraline all ihren Einfallsreichtum, ihre Entschlossenheit und ihren Mut aufbringen, um nach Hause zurückzukehren – und ihre Familie zu retten.
.KRITIK.
CORALINE, der auf dem gleichnamigen Buch von Neil Gaiman basiert und von Henry Selick 2009 ins die Kinos gebracht wurde, ist ein Meisterwerk der Stop-Motion-Animation. Er entführt die Zuschauer in eine fesselnde, düstere Parallelwelt und erzählt die Geschichte der jungen Coraline Jones auf einzigartige und oft unheimliche Weise.
Einer der herausragendsten Aspekte von Coraline ist die visuelle Gestaltung. Die Stop-Motion-Animation ist detailreich und liebevoll umgesetzt, mit einem beeindruckenden Sinn für Atmosphäre und Dichte. Die farbenfrohe, lebendige Parallelwelt steht im starken Kontrast zur grauen, tristen Realität. Die sorgfältig gestalteten Puppen und Sets sorgen für eine fesselnde Ästhetik.
Die Charaktere im Film sind tiefgründig und vielschichtig. Coraline, im Original gesprochen von Dakota Fanning, ist eine starke und entschlossene Protagonistin, deren Entwicklung und Mut sich im Laufe des Films herauskristallisiert. Teri Hatcher verleiht sowohl der realen als auch der „anderen Mutter“ Mel im Original ihre Stimme und bringt die bedrohliche, manipulative Natur des Antagonisten hervorragend zur Geltung. Die Nebencharaktere, darunter der exzentrische Mr. Bobinsky und die schrulligen Damen Spink und Forcible, sind mehr als förderlich für die mitunter sehr skurrile Atmosphäre des Films.
Der Soundtrack von Bruno Coulais ergänzt die visuelle Pracht des Films perfekt. Die Musik ist oft unheimlich und verstörend. Gleichzeitig gibt es auch Momente der Leichtigkeit und Magie, die Coralines Abenteuer unterstreichen. Hier ergänzen sich Bild und Ton hervorragend. Beide kreieren diese unverwechselbare Ambiente.
Der Film behandelt Themen wie Mut, Selbstfindung und die Bedeutung von Familie auf tiefgründige Weise. Coralines Reise zeigt, dass es wichtig ist, sich seinen Ängsten zu stellen und die Realität, mit all ihren Unvollkommenheiten, zu akzeptieren und zu schätzen. Die Parallelwelt dient als Metapher für verlockende, aber letztlich gefährliche Illusionen, die uns von der wahren Essenz des Lebens ablenken können.
.FAZIT.
Coraline ist ein visuell beeindruckender und emotional fesselnder Film, der sowohl Kinder als auch Erwachsene gleichermaßen anspricht. Henry Selick hat Gaimans Geschichte wunderbar adaptiert und ergänzt, und dabei einen modernen Klassiker der Animationskunst geschaffen.
| Originaltitel | Coraline |
| Produktionsland/-jahr | USA 2009 |
| Laufzeit | 100 min |
| Genre | Animation, Drama, Familie |
| Regie | Henry Selick |
| Drehbuch | Henry Selick, Neil Gaiman (Buch) |
| Kamera | Pete Kozachik |
| Kino | 13. August 2009 |
| Home Entertainment | 17. Dezember 2009 |
| Verleih | Universal Pictures Home Entertainment/LUF Kino |

