Wahlkampf an der Highschool – der ganz normale Wahnsinn in ELECTION. Nicht ganz! Bei Tracy Flick gibt es viel Licht, aber noch mehr Schatten. Findet zumindest Lehrer Jim McAllister, der die überambitionierte Schülerin am liebsten auf den Mond schießen wollen würde. So beginnt ein Wettlauf um die Gunst der ganzen Schule, der alles andere als fair und diplomatisch vonstatten geht.
.INHALT.
Die überehrgeizige Tracy Flick (Reese Witherspoon) ist die einzige Kandidatin für die Schulsprecherwahl. Vor allem ihrem Lehrer Jim McAllister (Matthew Broderick) missfällt das. Nicht nur, dass hinter ihrer Fassade ein manipulativer Charakter steckt, so wurde Jims Kollegen und bestem Freund nach einer Affäre mit ihr gekündigt. Um ihre Wahl zu verhindern, überredet Jim den Schultrottel Paul (Chris Klein) zur Gegenkandidatur. Es beginnt ein zermürbender Kleinkrieg voller Intrigen um die Gunst der Wählerschaft.
.KRITIK.
Tatsächlich hat es eine ganze Weile gebraucht, bis ich mich an Alexander Paynes ELECTION getraut habe. Ich bin stets mit einer Erwartung an den Film herangetreten, dass mich hier ein schlichter Highschool-Film erwartet, der ulkig, überzogen witzig und im Sinner der späten 90er ein absonderlicher Versuch ist, American Pie zu kopieren. Aber dem ist – überraschenderweise – nicht so. Ich habe eine 180-Grad-Kehrtwende hingelegt, denn der Film verspricht Comedy und Drama in einem äußerst interessanten Geflecht aus politischer Satire und theatralischer Romanze.
Matthew Broderick, den viele als ewigen Teenager Ferris Bueller kennen, spielt hier den Lehrer Jim McAllister. Ein Mann, der auf eine schiefe Bahn gerät – und zwar nicht, weil er eine Midlife-Crisis hat, sondern weil er von einer Schülerin, der unerbittlich ehrgeizigen Tracy Flick (gespielt von Reese Witherspoon), auf einen Pfad der Selbstzerstörung gebracht wird – und dies von ihm nahezu unbemerkt. Tracy ist so ambitioniert, dass sie wahrscheinlich sogar eine Wahlkampf gegen einen Pudel führen würde, wenn es sein müsste. Doch was als harmlose Schulwahl zur Schulsprecherin beginnt, entpuppt sich als ein Psychodrama über Macht, Moral und die Fragwürdigkeit unserer Entscheidungen.
Der Humor des Films ist so trocken und schwarz, dass man fast glaubt, man würde staubige Kreide essen – und doch trifft er genau den Nerv. Es ist, als ob der Film uns sagen will: „Ja, das Leben ist absurd, aber das ist keine Ausrede, nicht darüber zu lachen.“ Der Wahnsinn des Wahlkampfs, der Versuch, die menschliche Natur zu verstehen, und die Ironie, dass Erwachsene oft nicht reifer sind als Teenager – all das macht Election zu einem tiefgründigen, aber unbestreitbar komischen Film.
Wenn man darüber nachdenkt, ist Election weniger ein Film über eine Schülersprecherwahl, sondern vielmehr eine Reflexion darüber, wie leicht es ist, auf dem Weg nach oben die eigene Seele zu verlieren. Und am Ende fragt man sich: Ist es das wert? Oder hätten wir einfach den Pudel wählen sollen?
.FAZIT.
Election ist eine bissige Satire über Macht, Moral und die Abgründe menschlicher Ambition. Mit seinem trockenen Humor und der scharfsinnigen Beobachtung menschlicher Schwächen schafft er es, gleichermaßen zum Lachen und Nachdenken anzuregen.
| Originaltitel | Election |
| Produktionsland/-jahr | USA 1999 |
| Laufzeit | 103 min |
| Genre | Komödie, Drama, Romanze |
| Regie | Alexander Payne |
| Drehbuch | Tom Perrotta, Alexander Payne, Jim Taylor |
| Kamera | James Glennon |
| Kino | 22. Juli 1999 |
| Home Entertainment | 2. Januar 2003 (DVD) |
| Verleih | Paramount Home Entertainment |

