Mit ALIEN: ROMULUS führt der gefeierte Regisseur Fede Alvarez das erfolgreiche „ALIEN“-Franchise zurück zu seinen Wurzeln. Doch wo liegen diese eigentlich? Im Rahmen des Kinostarts gibt es ein kleines Overview.
Am 15. August ’24 startet der neuste Teil ALIEN:ROMULUS in den deutschen Kinos.
.EIN KULTURSCHOCK.
Als 1979 Ridley Scotts Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt in die Kinos kam, ahnte wohl niemand, dass damit der Grundstein für eines der einflussreichsten und langlebigsten Franchises der Filmgeschichte gelegt wurde. Der Film vereinte auf meisterhafte Weise Science-Fiction mit Horror und erschuf eine dichte, klaustrophobische Atmosphäre, die für damalige Verhältnis gänzlich neu war. Doch Alien war mehr als nur ein Horrorfilm im Weltraum – er war eine Revolution und Reform gleichermaßen für das Genre und prägte unzählige nachfolgende Werke.

.DIE GEBURT EINES UNHEIMLICHEN WESENS.
Ridley Scott gelang mit Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt ein Geniestreich, indem er die Kälte und Leere des Weltraums als Bühne für ein schier unbesiegbares Filmmonster wählte, das so weit von der Menschlichkeit entfernt ist, dass es den Inbegriff des Anderen, des Unbekannten und Unheimlichen darstellt. Der Film profitierte von einer hochgradig innovativen Ästhetik, die nicht zuletzt dem schweizerischen Künstler H.R. Giger zu verdanken ist, dessen biomechanische Designs das Wesen, das berühmte Xenomorph, und die fremden Welten in atemberaubender Weise zum Leben erweckten.
Doch es ist nicht nur das Design des Aliens, das den Film zu einem Meisterwerk macht. Scotts Alien lotete die psychologischen Tiefen der Isolation und Paranoia aus, indem er die Besatzung des Raumschiffs Nostromo in eine hoffnungslose Situation versetzte. Das Fehlen einer Fluchtmöglichkeit und das unaufhaltsame Vordringen des Aliens schufen eine Spannung, die den Zuschauern den Atem raubte. Es war nicht nur die Unausweichlichkeit des Todes, sondern auch die Angst vor dem Unbekannten, die das Publikum in Bann hielt.
Sigourney Weaver wurde durch ihre Rolle als Ellen Ripley zur Ikone und brach als starke weibliche Hauptfigur mit traditionellen Geschlechterrollen. Ihre Darstellung legte den Grundstein für spätere Action-Heldinnen und setzte neue Maßstäbe – auch für das Genre.

.EINE FILMGESCHICHTLE EINORDNUNG: VON „ALIEN“ PROFITIERTEN SIE ALLE.
Alien markiert einen Wendepunkt. Bis zu diesem Zeitpunkt war Science-Fiction oft mit utopischen oder dystopischen Visionen der Zukunft verbunden, die in erster Linie die gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen thematisierten. Ridley Scott zeigte, dass der Weltraum nicht nur ein Ort der Erkundung und des Fortschritts, sondern auch eine Quelle des Grauens sein kann. Das sterile, minimalistische Design des Raumschiffs, gepaart mit der abweisenden, kalten Umwelt des Weltalls, schuf eine beunruhigende Atmosphäre, die in den folgenden Jahrzehnten immer wieder in der Science-Fiction und im Horror zitiert wurde.
Der Einfluss von Alien ist in Filmen wie John Carpenters The Thing (1982), Event Horizon (1997) oder der Dead Space-Spieleserie unverkennbar. Die Kombination aus Körperhorror, der Bedrohung durch ein unaufhaltsames Monster und der Isolation im All wurde zum Wegbereiter künftiger Blockbuster.

.DAS „ALIEN“-FRANCHISE: ENTWICKLUNG UND ERBE.
Auf den Erfolg von Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt folgten mehrere Fortsetzungen, Prequels und Spin-offs, die das Universum erweiterten und unterschiedliche Facetten der Geschichte beleuchteten. Besonders James Camerons Aliens (1986) hob sich als Action-orientierter Nachfolger hervor, der das Franchise in eine neue Richtung lenkte, indem er mehr auf den Überlebenskampf und weniger auf den subtilen Horror setzte.
Während Alien 3 (1992) und Alien: Die Wiedergeburt (1997) gemischte Reaktionen erhielten, brachten Ridley Scotts Prequels Prometheus (2012) und Alien: Covenant (2017) eine philosophische und mythologische Tiefe ins Franchise, die Fragen nach der Herkunft der Menschheit und der Natur von Schöpfung und Zerstörung aufwarfen. Dennoch blieben diese Werke hinter den Erwartungen und der Geist der Vergangenheit wirkte mitunter ziemlich blass.

.ZURÜCK ZU DEN WURZELN.
Mit ALIEN: ROMULUS kehrt das Franchise nun wieder zu seinen Wurzeln zurück. Unter der Regie von Fede Alvarez, der bereits mit Filmen wie Evil Dead (2013) und Don’t Breathe (2016) sein Talent für intensiven Horror unter Beweis stellte, dürfen sich Fans auf eine düstere und beklemmende Rückkehr in das Alien-Universum freuen.
Alvarez gilt als Meister des modernen Horrors und ist bekannt dafür, seine Zuschauer bis zur letzten Minute in Atem zu halten. Alien: Romulus verspricht, die Elemente des Originals – die unbarmherzige Spannung und die allgegenwärtige Bedrohung – mit einer frischen Perspektive und modernen technischen Mitteln zu kombinieren. Dabei könnte der Film sowohl eine Hommage an das Erbe des Franchise als auch eine neue Ära für die Reihe einläuten.
In einer Zeit, in der das Horrorgenre durch innovative Formate wie A24-Filme und das Comeback von klassischen Franchises einen Aufschwung erlebt, könnte Alien: Romulus genau das sein, was die Fans sich so sehnlichst erhoffen: Ein Film, der die Essenz dessen, was Alien zu einem Klassiker machte, wieder aufgreift und in die Zukunft trägt. Schafft es Fede Alvarez, ein weiteres Meisterwerk seiner Vita hinzuzufügen und das Franchise erneut in den Horror-Olymp zu katapultieren?

| Originaltitel | Alien: Romulus |
| Produktionsland/-jahr | USA 2024 |
| Laufzeit | 119 min |
| Genre | Science-Fiction, Horror, Thriller |
| Regie | Fede Alvarez |
| Drehbuch | Fede Alvarez, Rodo Sayagues, Dan O’Bannon |
| Kamera | Galo Olivares |
| Kino | 15. August 2024 |
| Home Entertainment | – |
| Verleih | Walt Disney Studios Motion Pictures Germany |
