HOST – SOMETHING DARK HAS JOINED THE MEETING | Séance im Zoom-Call… klar, warum nicht!

In einer Zeit, in der die Welt pandemiebedingt isoliert war, schuf Regisseur Rob Savage mit HOST – SOMETHING DARK HAS JOINED THE MEETING einen einzigartigen und äußerst effektiven Gruselfilm, der die Zuschauer tief in ihre eigenen Ängste eintauchen lässt.

.INHALT.

Hayley (Haley Bishop) und ihre vier Freundinnen starten eines Abends einen Videocall. Zu dem Online-Meeting haben sie auch Seylan (Seylan Baxter) eingeladen, die als Medium eine Séance abhalten soll, um mit der Totenwelt zu kommunizieren. Doch ein fataler Fehler beschwört eine dämonische Präsenz herauf. Schnell erfahren die jungen Frauen, dass der finstere neue Teilnehmer des Calls keinen Spaß versteht.

©️ Busch Media Group

.KRITIK.

In einer Zeit, in der die Welt durch die Covid-19-Pandemie ein Leben in Isolation lebte, nutzte der britische Filmemacher Rob Savage die Gunst der Stunde und schuf eine Episode des Grauens, der sich so echt anfühlt, dass dir das Blut in den Adern gefriert. Das Bemerkenswerte: der gesamte Film wurde über Zoom, eine Videochat-Software, gefilmt. Gehen wir rein in den Film!

Die Handlung von HOST – SOMETHING DARK HAS JOINED THE MEETING ist einfach, aber wirkungsvoll: Sechs Freunde entscheiden sich, während eines Lockdowns eine virtuelle Séance abzuhalten. Klar, was sonst! Was als eine harmlose Ablenkung beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Albtraum. Denn die sechs Freunde bekommen unerwartet Besuch. Eine böse übernatürliche Präsenz gesellt sich in ihren digitalen Raum dazu. Die Unsichtbarkeit dieser Bedrohung und die Tatsache, dass die Protagonisten in ihren eigenen, scheinbar sicheren vier Wänden gefangen sind, verstärken das Gefühl der Hilflosigkeit und des Schreckens.

Der Film ist gespickt mit dicken Ausrufezeichen. Mal ganz davon abgesehen, dass der Film mit nur 56 Minuten augenscheinlich extrem kurz ist, aber glaubt mir, länger hält man es auch nicht aus. Bedingt durch die überschaubare Laufzeit stellt sich rasch ein kompaktes und intensives Horror-Erlebnis ein. Die Spannung wird von der ersten Minute an aufgebaut und bleibt bis zum Ende nervenaufreibend hoch. Savage versteht es, mit den Erwartungen des Publikums zu spielen, indem er klassische Horrormotive verwendet, aber sie auf neue und kreative Weise einsetzt.

Die Schauspieler, die größtenteils unbekannt sind, spielen sich hier die Seele aus dem Leib. Sie wirken realistisch und nachvollziehbar ängstlich. Die Tatsache, dass sie sich selbst spielen, verstärkt den Eindruck von Authentizität und macht das Grauen noch greifbarer. Die Kameraarbeit, die komplett auf die Laptop-Kameras der Charaktere beschränkt ist, was grundsätzlich kein neues Stilmittel ist, verstärkt das Gefühl von Enge und Beklommenheit. Zudem erhalten wir als Zuschauer nicht das Gefühl, wir könnten jeder Zeit aus dieser Situation fliehen. Wir sind ähnlich für die Freundinnen an dieses Meeting gebunden.

Hier ist der geschickte Einsatz von Technologien und modernen Kommunikationsmitteln ein guter Kniff. Der Film spielt mit den Ängsten, die viele von uns mit unserer zunehmenden Abhängigkeit von Technik verbinden. Die Vorstellung, dass selbst unsere intimsten digitalen Räume nicht sicher sind, sorgt für einen tiefen, anhaltenden Schrecken. Und wenn dieser auch noch aus der Unterwelt kommt, ist es gleich doppelt heftig.

Laut einer Studie von dem „Science of Scare Project“ wurde Host 2021 als der gruseligste Film aller Zeiten eingestuft, was zeigt, dass der Film trotz seiner simplen Prämisse und minimalistischen Herangehensweise eine immense Wirkung hat. Er setzt auf psychologischen Horror und die Macht der Suggestion, um den Zuschauer in einen Zustand ständiger Anspannung zu versetzen. Dies, gepaart mit der innovativen Nutzung moderner Technik, dem Einsatz von Found-Footage-Elementen und der geschickten Regie, macht Host zu einem herausragenden Beispiel für zeitgenössischen Horror.

.FAZIT.

Host – Something Dark Has Joined The Meeting ist ein beängstigender und äußerst effektiver Horrorfilm, der zeigt, dass man auch mit einem kleinen Budget und einer einfachen Idee Großes erreichen kann. Ganz im Sinne von Found-Footage-Größen wie Blair Witch Project oder Paranormal Activity zerlegt er entweder komplett dein Nervenkostüm oder du bist härter als erwartet und gewinnst dem Ganzen nur ein lausiges Lächeln ab. Findet es heraus!



OriginaltitelHost
Produktionsland/-jahrGroßbritannien 2020
Laufzeit56 min
GenreHorror, Mystery
RegieRob Savage
DrehbuchGemma Hurley, Rob Savage, Jed Shepherd
Kamera
Kino30. Dezember 2021
Home Entertainment22. August 2024
VerleihBusch Media Group

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