CHANTAL IM MÄRCHENLAND | Die Prinzessin auf der Knallerbse

Chanti is bäck – im wahrscheinlich sinnfreisten Märchen ever… Aber wen juckt’s! In CHANTAL IM MÄRCHENLAND wird unsere ewige Influencerin unfreiwillig in eine Märchenwelt katapultiert und kämpft gegen Hexen und tyrannische Könige, aber vor allem für ihre Freundschaft mit Zeynep.

.INHALT.

Chantal (Jella Haase), ewige Influencerin ohne Follower, und ihre beste Freundin Zeynep (Gizem Emre) geraten durch einen antiken Zauberspiegel, den sie für ein Social Media Gimmick halten, in die Märchenwelt. Zur Freude Chantals, denn als Prinzessin kann man doch vermutlich den besten Content generieren! Dummerweise ist es nicht irgendein Märchen, in das sie hineingerät, sondern ausgerechnet „Dornröschen“. Kleine Warnung an alle Prinzen: Wachküssen nur auf eigene Gefahr! Während Chantal den Weg zurück nach Hause sucht, stellt sie fest, dass im Reich der Drachen, Feen und anderer Märchenfiguren vieles anders läuft, als wir es aus den Geschichten der Gebrüder Grimm kennen. Prinzessin Amalia (Maria Ehrich), die so gar nicht davon träumt, verheiratet zu werden, der sensible Prinz Bosco (Max von der Groeben), der unter Identitätsproblemen leidet, Aladin (Mido Kotaini), der noch nie etwas von einem fliegenden Teppich gehört hat, und eine Hexe (Nora Tschirner), die alles andere als die Klischees erfüllt.

©️ Constantin Film

.KRITIK.

Nachdem die Fack Ju Göhte-Reihe uns mit dem chaotischen Schulalltag, den liebenswert-verpeilten Schülern und Elyas M’Barek als charmantem Anti-Lehrer auf eine wilde und erfolgreiche Achterbahnfahrt geschickt hat, kommt nun das Spin-off, auf das wir alle (NICHT) gewartet haben: CHANTAL IM MÄRCHENLAND!

Der Film bringt die wohl denkwürdigste Figur aus drei Teilen Fack Ju Göhte zurück. Die ewige Influencerin Chantal Ackermann (grandios gespielt von Jella Haase) rückt ins Zentrum eines völlig neuen Abenteuers. Aber anstatt weiterhin ihren begrenzten Intellekt mit anderen Hohlbirnen am Gymnasium zu messen, wird Chantal in dieser Geschichte – warum auch immer – ins Märchenland gebeamt. Ein Plot, der so absurd ist, dass er schon wieder zu unserer Chanti passt.

Zunächst einmal: Chantal. Die Figur trägt den Film praktisch alleine auf ihren goldglitzernden Plateausohlen. Ihre freche, direkte Art, kombiniert mit einem gesunden Mangel an Ahnung (und manchmal auch an Anstand), sorgt für Lacher am laufenden Band. Jella Haase bringt eine unvergleichliche Energie mit, die jeden Märchenwald in eine Love Parade verwandeln könnte. Mit Sicherheit ist der Film – gemessen am Humor – kein Vergleich zu Bora Dagtekins Genialität in beispielsweise Fack ju Göhte, aber immerhin bietet er uns eine gewisse Vertrautheit, die wir so lieben gelernt haben.

Die Kulissen und Kostüme sind ebenfalls ein Highlight, auch wenn wir hier schnell an eine überbudgetierte Schulaufführungen erinnert werden. Es ist, als hätte man über einen alten Märchenbuch-Klassiker einen satten Instagram-Filter geworfen. Alles funkelt und glitzert, die Farben sind so lebendig, dass man fast meint, sich auf einem Trip zu befinden. Da verwundert das Bestreben von Bora Dagtekin nicht, Chantal inmitten dieser Märchenwelt zu parken.

Die Story selbst ist, gelinde gesagt, eine wilde Mischung aus allem und nichts. Die Handlung ist manchmal so chaotisch und sprunghaft wie Chantals Gedankengänge – was wohl als Kompliment gemeint ist, in der Praxis aber zu einigen seltsamen Wendungen führt. Nicht alle Märchenfiguren passen so recht in die Welt, und einige wirken eher wie unwillige Komparsen auf Chantals persönlicher Party.

Zudem gibt es ein paar Längen, und nicht jeder Gag zündet so wie erhofft – was ich schon angedeutet habe. Wer ein tiefgründiges, in sich stimmiges Märchen erwartet, wird möglicherweise enttäuscht sein. Doch wer von Anfang an wusste, worauf er sich bei einer Chantal-Hauptrolle einlässt, wird den Film sicherlich als das genießen, was er ist: Eine überdrehte, schrille Reise ins Ungewisse, bei der Logik und Dramaturgie eher zweitrangig sind.

.FAZIT.

Chantal im Märchenland ist genau das, was man von einem Spin-off mit dieser Figur erwarten würde: bunt, laut und ein wenig schräg. Nicht jeder wird sich von dieser Glitzerparty angesprochen fühlen, aber die Fans von Fack Ju Göhte – besonders die, die Chantal bereits ins Herz geschlossen haben – werden auf ihre Kosten kommen. Kritiker mögen den Film als „durchwachsen“ abtun, doch das Kinopublikum hat sich längst entschieden: Es mag schillernde, unsinnige Unterhaltung, die weiß, dass sie nicht perfekt ist – und genau darin liegt der Charme.

In einem Satz: Ein Märchen, das uns lehrt, dass man keinen Frosch küssen muss, um ein bisschen Spaß zu haben – manchmal reicht eine Chantal.



OriginaltitelChantal im Märchenland
Produktionsland/-jahrDeutschland 2024
Laufzeit118 min
GenreKomödie, Fantasy
RegieBora Dagtekin
DrehbuchBora Dagtekin
KameraChristian Rein
Kino28. März 2024
Home Entertainment22. August 2024
VerleihConstantin Film

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