ZWEI ZU EINS ist eine große Liebes- und Freundschaftskomödie über Geld und Gerechtigkeit. Und eine Hommage an eine sehr besondere Zeit, in der alles möglich schien.
.INHALT.
Halberstadt im Sommer 1990. Maren (Sandra Hüller), Robert (Max Riemelt) und Volker (Ronald Zehrfeld) kennen und lieben sich seit ihrer Kindheit. Eher zufällig finden sie in einem alten Schacht die Millionen der DDR, die dort eingelagert wurden, um zu verrotten.
Die drei schmuggeln Rucksäcke voll Geld heraus. Gemeinsam mit ihren Freunden und Nachbarn entwickeln sie ein ausgeklügeltes System, um das inzwischen wertlose Geld in Waren zu tauschen und den anrauschenden Westlern und ihrem Kapitalismus ein Schnippchen zu schlagen. Denn wenn man jetzt ein bisschen schlau ist, kann dieser Sommer nicht nur ein großes Abenteuer, sondern auch der endgültige Wendepunkt in ihrem Leben sein.
.KRITIK.
Natja Brunckhorsts Film ZWEI ZU EINS nimmt uns mit in die Wendezeit, diesen schwindelerregenden Moment, als die DDR im Juli 1990 kurz davorstand, endgültig Geschichte zu werden. Mit einem Mix aus humorvoller Nostalgie und Gesellschaftskritik erzählt der Film von einer Gruppe Ostdeutscher, die beschließt, das sozialistische Vermögen ihrer einstigen Heimat eigenmächtig „zu vergesellschaften“ – und das mitten in der historischen Übergangszeit.
Die Story, geprägt von absurdem Humor und einem Hauch Heist-Action, dreht sich um drei Kindheitsfreunde (gespielt von Sandra Hüller, Max Riemelt und Ronald Zehrfeld), die in einem stillgelegten Lagerkomplex in Halberstadt Milliarden Ostmark entdecken. Statt moralischer Dilemmata dominieren Improvisationstalent und der Versuch, den kapitalistischen Regeln ein Schnippchen zu schlagen. Dabei wird das Geld auf sehr kreative Weise (man quasi auch ein bisschen von Geldwäsche reden) in D-Mark verwandelt, indem es gegen westliche Waren wie Mikrowellen und Topfsets getauscht und weiterverkauft wird – ein satirischer Kommentar zur Konsumkultur, der Lachmuskel und Denkapparat gleichermaßen bedient.
Das Drehbuch glänzt mit lakonischem Humor und einem liebevoll ausgestatteten Setting, das die nostalgische DDR-Ästhetik einfängt: von „Plattenbau-Chic“ bis hin zu Adidas-Turnschuhen. Brunckhorst meistert dabei die Balance zwischen unbeschwertem Witz und gesellschaftlicher Tragweite. Besonders eindrucksvoll ist die Ensemble-Leistung: Neben Hüller und Co. brilliert Peter Kurth als Onkel Marke, ein NVA-Techniker mit trockenem Charme, der das Herz der Operation ist. Jede Gruppe hat einen solchen Typen in ihren Reihen.
Trotz seines Wohlfühl-Tons und der treffenden Situationskomik hapert es allerdings an der Tiefgründigkeit: Die deutsch-deutsche Dynamik wird eher oberflächlich behandelt. Zudem wirkt die Geschichte des Trios etwas zu gewollt und lenkt vom gesellschaftlichen Kontext ab. Aber für mich wiegt das alles nicht sonderlich schwer. Aber sei dennoch angemerkt.
.FAZIT.
Zwei zu eins ist eine charmante Komödie mit einer Prise Gesellschaftskritik und warmherzigem Chaos, die den Nerv der Wendezeit einfängt. Wer absurde Schildbürgerstreiche liebt und gern über die Tücken des Kapitalismus lacht, wird hier bestens unterhalten. Ein leicht melancholischer Beigeschmack erinnert daran, dass der Traum von einer besseren Gesellschaft manchmal schneller platzt als ein überdimensionale Seifenblase.
| Originaltitel | Zwei zu eins |
| Produktionsland/-jahr | Deutschland 2024 |
| Laufzeit | 116 min |
| Genre | Komödie, Krimi, Romanze |
| Regie | Natja Brunckhorst |
| Drehbuch | Natja Brunckhorst |
| Kamera | Martin Langer |
| Kino | 25. Juli 2024 |
| Home Entertainment | 28. November 2024 |
| Verleih | X Verleih |

