CONCORDIA – TÖDLICHE UTOPIE ist eine packende Near-Future-Thrillerserie, die den Blick in eine KI-gestützte Zukunft wagt und dabei eine Reihe ethischer und moralischer Fragen aufwirft.
.INHALT.
Träumen nicht alle davon, in einem sicheren Umfeld zu leben? In einer besseren Welt mit Technologien, die ausschließlich für positive Zwecke eingesetzt werden: für eine freie, gerechte, diverse, nachhaltige und menschliche Gesellschaft. Die Vision klingt zunächst für viele faszinierend: Concordia (in der römischen Mythologie die Personifizierung der Eintracht), eine Modellstadt in Schweden, ist dank totaler KI- und Kameraüberwachung seit 20 Jahren ein Ort ohne Verbrechen. Doch dann wird außerhalb der Stadtgrenze ein Concordia-Mitarbeiter ermordet aufgefunden. Nun soll die externe Krisenmanagerin Thea Ryan (Ruth Bradley) aus London gemeinsam mit Concordia-„Community Officer“ Isabelle Larsson (Nanna Blondell) den Mord an dem jungen Mann aufklären und erhofft sich Hinweise von den zahlreichen Videoaufnahmen vor seinem Tod, denn jeder Aspekt des Lebens der Bürgerinnen und Bürger wird – auch in den Privatwohnungen – von Millionen Kameras überwacht, um Verbrechen zu verhindern, bevor sie geschehen. Offenbar kam der junge Datenspezialist einem wohlgehüteten Geheimnis auf die Schliche. Musste er deswegen sterben?
.KRITIK.
Die ZDF-Serie CONCORDIA – TÖDLICHE UTOPIE versucht, eine brisante Mischung aus Near-Future-Dystopie und Krimi zu präsentieren, indem sie den utopischen Anspruch einer von KI überwachten Gesellschaft auf die Probe stellt. In der fiktiven Stadt Concordia, wo seit 20 Jahren Verbrechen durch umfassende Überwachung verhindert werden, wird ein Mordfall zu einem Riss im perfekten System. Die externe Ermittlerin Thea Ryan (Ruth Bradley) und die lokale Community-Officer Isabelle Larsson (Nanna Blondell) sind die zentralen Figuren, die den Fall aufklären und dabei unweigerlich die dunklen Seiten der scheinbar idealen Gesellschaft aufdecken.
Die Prämisse ist zweifellos faszinierend: Wie funktioniert eine Gesellschaft, in der es scheinbar keine Privatsphäre mehr gibt, aber dafür absolute Sicherheit? Mit ihrer atmosphärischen Darstellung einer sterilen, überwachten Stadt schafft die Serie eine dichte und unheimliche Stimmung, die Fans von Techno-Thrillern wie Black Mirror oder Person of Interest ansprechen dürfte. Die Produktionsqualität, von der futuristischen Ästhetik bis hin zur Kameraarbeit, zeigt eine klare Ambition, den internationalen Standard für Sci-Fi-Dramen zu erreichen.
Die Besetzung ist ein weiterer Pluspunkt. Ruth Bradley gibt als toughe Ermittlerin eine überzeugende Vorstellung, und Nanna Blondell liefert eine facettenreiche Performance als idealistische, aber innerlich zerrissene Community-Officer. Christiane Paul und Jonas Nay steuern starke Nebenrollen bei und verleihen der Serie zusätzliche Tiefe. Insbesondere Karoline Eichhorn beeindruckt als zwielichtige Figur in den oberen Etagen des Systems.
Obwohl das Konzept und der Produktionsrahmen beeindrucken, leidet Concordia – Tödliche Utopie unter einem entscheidenden Problem: Das Drehbuch kann den hohen Ansprüchen, die die Serie an sich selbst stellt, nicht gerecht werden. Die ethischen und philosophischen Fragen, die die Serie aufwirft – wie die Grenze zwischen Sicherheit und Freiheit oder die Manipulationsgefahren durch KI -, werden meist nur angerissen und bleiben oberflächlich. Statt einer tiefgehenden Analyse verliert sich die Handlung oft in zähen Dialogen und einem eher vorhersehbaren Krimiplot.
Hinzu kommt das langsame Erzähltempo, das es schwer macht, echte Spannung aufzubauen. Obwohl die Ermittlungen des Mordfalls der Kern der Handlung sind, fehlt es an Dringlichkeit und überraschenden Wendungen. Das Potenzial der innovativen Prämisse wird daher nicht voll ausgeschöpft.
.FAZIT.
Concordia – Tödliche Utopie ist eine Serie mit großem Anspruch, die mehr durch ihre Idee und visuelle Umsetzung glänzt als durch die narrative Ausführung. Wer bereit ist, sich auf das langsamere Tempo einzulassen, findet hier einen ästhetisch ansprechenden, aber letztlich nicht vollständig überzeugenden Near-Future-Thriller. Fans von dystopischen Themen werden die Serie vermutlich schätzen, doch für Zuschauer, die tiefere Charakterstudien oder packende Spannung suchen, bleibt Concordia – Tödliche Utopie hinter den Erwartungen zurück.
| Originaltitel | Concordia |
| Produktionsland/-jahr | Deutschland, Japan, Frankreich 2023 |
| Laufzeit | Folgen | 266 Minuten (⌀ 45 Minuten pro Episode) | 6 Episoden in 1 Staffel(n) |
| Genre | Drama, Thriller |
| Regie | Barbara Eder |
| Drehbuch/Stoffentwicklung | Nicholas Racz, Mike Walden |
| Kamera | Dominik Berg |
| Dt. Erstausstrahlung | 14. September 2024 in der ZDFmediathek |
| Home Entertainment | 25. Oktober 2024 |
| Verleih | Edel Motion |

