Es gibt Filme, die nicht nur Geschichten erzählen, sondern ganze Generationen prägen. PRETTY IN PINK von 1986 gehört zu diesen Werken – ein leuchtendes Juwel im Universum der 80er-Teenagerfilme, das bis heute seine melancholisch-romantische Strahlkraft nicht verloren hat.
.INHALT.
Andie (Molly Ringwald) kommt aus einfachen Verhältnissen und besucht eine Schule, auf die hauptsächlich Kinder wohlhabender Eltern gehen. Ihre Kleidung kauft Andie im Second-Hand-Laden, was ihr herablassende Bemerkungen ihrer reichen Mitschüler einbringt. Sie arbeitet mit ihrer Freundin Iona (Annie Potts) nebenbei in einem Plattenladen. Dort lernt sie Blane (Andrew McCarthy) kennen, der aus guten Verhältnissen stammt. Dies verärgert allerdings den aufdringlichen Duckie Dale (Jon Cryer), der großes Interesse an Andie hegt, was sie jedoch kalt lässt. Stattdessen verliebt sich in den reichen Blane, der ihre Gefühle erwidert, aber Angst vor seiner Clique hat. Auf die Popper wirkt Andie nämlich wie ein rotes Tuch.
.KRITIK.
Ein Film zwischen Melancholie und Popkultur
John Hughes, der als Meister des Coming-of-Age-Kinos gilt, schrieb das Drehbuch für PRETTY IN PINK und überließ die Regie Howard Deutch. Hughes verstand es wie kein anderer, die Unsicherheiten und Sehnsüchte junger Menschen greifbar zu machen. In diesem Film konzentriert er sich auf eine klassische, aber nie langweilige Thematik: die erste große Liebe und die sozialen Barrieren, die sie bedrohen.
Im Mittelpunkt steht Andie Walsh, ein eigenwilliges Mädchen aus einfachen Verhältnissen mit einem ausgeprägten Sinn für Stil und Individualität. Ihre Zuneigung zu Blane, einem wohlhabenden und sensiblen Mitschüler, ruft jedoch Widerstand hervor – nicht nur von Blanes versnobten Freunden, sondern auch von Andies schrulligem, aber herzensguten besten Freund Duckie, der selbst heimlich in sie verliebt ist. Was folgt, ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle, voller bittersüßer Momente, humorvoller Einsprengsel und der Frage, ob wahre Liebe gesellschaftliche Grenzen überwinden kann.
Kultstatus durch Authentizität
Warum ist Pretty in Pink bis heute ein Klassiker? Weil er anders ist. Während viele Teenie-Filme der 80er-Jahre in überzeichneter Komik versanken, blieb dieser Film bodenständig und emotional ehrlich. Hughes verleiht seinen Figuren Tiefe und Würde – sie sind keine eindimensionalen Karikaturen, sondern echte Menschen mit echten Problemen. Andies Kampf zwischen Herz und Verstand, Duckies unerwiderte Liebe und Blanes innere Zerrissenheit sind universelle Themen, die über Jahrzehnte hinweg nachhallen.
Auch visuell und musikalisch setzt sich Pretty in Pink von der Masse ab. Der Film spiegelt nicht nur den Zeitgeist der 80er wider, sondern hat ihn mitgeprägt. Die ikonische Mode – Andies Vintage-Look, Duckies exzentrischer Stil – wurde zum Sinnbild einer Ära. Und dann wäre da noch der legendäre Soundtrack: Songs von The Psychedelic Furs, New Order, The Smiths und OMD machen den Film zu einer cineastischen Playlist für Nostalgiker.
Ein weiterer Faktor, der Pretty in Pink besonders macht, ist seine Verankerung in der sogenannten „Brat Pack“-Bewegung. Die Bezeichnung umfasst eine Gruppe junger Schauspieler, die in den 80ern das Teenie-Drama-Genre dominierten. Molly Ringwald, Andrew McCarthy und Jon Cryer gehören zu dieser Generation von Stars, die mit Filmen wie The Breakfast Club und Sixteen Candles ein ganzes Jahrzehnt prägten.
Ein Film, der bleibt
Ursprünglich hatte Pretty in Pink ein anderes Ende – eines, das dem Kultcharakter von Duckie mehr gerecht geworden wäre. Doch das Studio entschied sich für die konventionellere Variante, bei der Andie und Blane zusammenfinden. Trotzdem bleibt Duckie eine der unvergesslichsten Nebenfiguren der Filmgeschichte – charmant, schräg und tragisch zugleich.
In einer Zeit, in der viele Romantikfilme in Klischees ersticken, wirkt Pretty in Pink auch fast vier Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung noch erstaunlich frisch. Es ist ein Film über Außenseiter, über Individualität, über die bittersüße Seite der Jugend – und über die Kraft der Musik, Mode und ersten großen Gefühle.



.FAZIT.
Pretty in Pink bleibt ein Film über die großen Gefühle der Jugend, über Sehnsucht, Freundschaft und den Mut zur Individualität. Sein zeitloser Charme, untermalt von ikonischer Musik, macht ihn zu einem Klassiker, der immer wieder berührt.
| Originaltitel | Pretty in Pink |
| Produktionsland/-jahr | USA 1986 |
| Laufzeit | 97 min |
| Genre | Komödie, Romanze, Drama |
| Regie | Howard Deutch |
| Drehbuch | John Hughes |
| Kamera | Tak Fujimoto |
| Kino/Streaming | 19. Juni 1986 (Westdeutschland) |
| Home Entertainment | 13. Februar 2025 |
| Verleih | Paramount Home Entertainment |

