GONJIAM – HAUNTED ASYLUM | Der Horror beginnt, wenn die Kameras laufen

Es gibt Horrorfilme, die einen erschrecken – und dann gibt es GONJIAM – HAUNTED ASYLUM, der dich mitten ins Grauen zieht. Wahre Begebenheiten, beklemmende Atmosphäre, authentische Panik – dieser Film nutzt den Found-Footage-Stil für die perfekte Erfahrung. Traust Du dich, hinter die verschlossenen Türen zu blicken?

.INHALT.

Kaum ein Ort in Südkorea wird mehr gefürchtet als die psychiatrische Anstalt Gonjiam, in der sich in den 1970ern massenhaft Patienten das Leben nahmen. Aber vielleicht starben sie auch nicht freiwillig, so wird gemunkelt, die Leitung soll Gerüchten zufolge eigentlich dahinterstecken. Eines ist jedoch klar: Kein normaler Mensch würde freiwillig einen Fuß in das inzwischen leerstehende Gebäude setzen. Doch eine Filmcrew will es genauer wissen. Sie haben sich darauf spezialisiert, berühmte Spukorte zu erkunden und live zu streamen. Nun soll auch das berüchtigte Gonjiam ein Millionenpublikum anziehen. Doch für den Ruhm riskiert die Crew alles – auch das eigene Leben.

©️ Busch Media Group

.KRITIK.

Als Liebhaber des Found-Footage-Genres war ich gespannt auf den südkoreanischen Kinohit GONJIAM – HAUNTED ASYLUM, der bereits 2018 erschienen ist und das einheimische Publikum begeistern konnte. Der Film folgt einer Gruppe von Videoproducern, die sich in die berüchtigte, verlassene Gonjiam-Nervenheilanstalt wagen, um dort paranormale Aktivitäten live auf Sendung zu dokumentieren. Was als kalkulierter PR-Gag beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Albtraum, als die Gruppe auf unerklärliche Phänomene stößt, die weit über ihre Erwartungen hinausgehen.

Das Found-Footage-Genre zeichnet sich dadurch aus, dass es dem Zuschauer durch die Darstellung vermeintlich realer, gefundener Videoaufnahmen eine unmittelbare und authentische Perspektive bietet. Dieser Stil wurde vor allem durch Film The Blair Witch Project (1999) populär und hat seitdem zahlreiche Variationen und Kreationen hervorgebracht. Zu den erfolgreichsten Produktionen dieser Art dürfen sich Paranormal Activity, [REC] oder Trollhunter zählen. Die mit kleinsten Budgets, maximalen Erfolg an den Kinokassen erzielten. Gonjiam – Haunted Asylum reiht sich in diese Tradition ein und nutzt die Stilmittel des Genres effektiv, um eine intensive und immersive Horror-Erfahrung zu schaffen. Gerade die Länder, die eher für andere Arten von Film bekannt sind, tun für das eingestaubte Subgenre viel. So entdecken vor allem asiatische oder südamerikanische Länder wie Südkorea, Paraguay oder Brasilien die Vorzüge von Found Footage.

Besonders beeindruckend ist die Fähigkeit des Films, eine beklemmende Atmosphäre aufzubauen. Die düsteren, labyrinthartigen Gänge der verlassenen Anstalt werden durch die wackeligen Handkamera-Aufnahmen und die geschickte Nutzung von Licht und Schatten greifbar. Der Horror wird spürbar und der Identifikationsfaktor mit den Darstellern ist dadurch auch mehr gegeben. Die Schauspieler liefern überzeugende Leistungen ab, die ihre wachsende Angst und Paranoia authentisch vermitteln. Die Dynamik innerhalb der Gruppe wirkt natürlich und tut viel dafür, dass man als Zuschauer eine Verbindung zu den Charakteren aufbaut.

Ganz rund ist Gonjiam – Haunted Asylum nicht. Oft ist er einfach zu vorhersehbar und klischeehaft, was ein bisschen den Spaß nimmt. Aber effektiv bleibt er dennoch. Hin und wieder überrascht uns dann doch eine Wendung, die neue Impulse setzen kann. Der Film spielt geschickt mit den Erwartungen des Publikums und nutzt die Grenzen des Found-Footage-Formats, um den Horror greifbar zu machen.

.FAZIT.

Gonjiam – Haunted Asylum ist ein gelungener Beitrag zum Found-Footage-Horror, der durch seine intensive Atmosphäre und authentische Darstellungen besticht. Auch wenn er oft zu vorhersehbar und klischeehaft ist, ist er durchaus sehenswert. Gerade dieses Genre ist ein zweischneidiges Schwert: entweder lässt man sich auf die vermeidbare Wahrheit ein oder man nimmt sich selbst den Zauber und damit vielleicht die Filmfreude.



OriginaltitelGon-ji-am
Produktionsland/-jahrSüdkorea 2018
Laufzeit95 min
GenreHorror, Mystery
RegieJung Bum-shik
DrehbuchJung Bum-shik, Sang-min Park
KameraYoon Byung-Ho
Kino/Streaming
Home Entertainment27. Februar 2025
VerleihBusch Media Group

Kommentar verfassen