DER MARSCH wurde 1990 produziert und galt seinerzeit als düstere Zukunftsvision. 35 Jahre später sind die Geschehnisse dieses Films von unserer Realität eingeholt worden.
.INHALT.
In weiten Teilen Afrikas ist eine ökologische und humanitäre Katastrophe ausgebrochen: Die Erwärmung der Erde hat weite Teile Afrikas unbewohnbar gemacht. Der Nordafrikaner Isa El-Mahdi (Malick Bowens) organisiert einen Marsch aus nordafrikanischen Flüchtlingscamps nach Europa. Die Kommissarin für Entwicklungs bei der Europäischen Gemeinschaft, Clare Fitzgerald (Juliet Stevenson), setzt sich für eine Verhandlungslösung ein, doch scheitert sie bei den verschiedenen europäischen Gremien ebenso wie an der kompromisslosen Haltung El-Mahdis.
.KRITIK.
DER MARSCH ist ein britisches Fernseh-Drama aus dem Jahr 1990 unter der Regie von David Wheatley. Der Film basiert auf einem Drehbuch von William Nicholson und entwirft ein dystopisches Zukunftsszenario, in dem der Klimawandel große Teile Afrikas unbewohnbar gemacht hat, was zu massiven Flüchtlingsbewegungen Richtung Europa führt. 35 Jahre später sind die Geschehnisse dieses Films von unserer Realität eingeholt worden.
Die Handlung konzentriert sich auf El-Mahdi einen charismatischen Anführer, der einen Marsch von hungernden Flüchtlingen aus sudanesischen Lagern nach Europa organisiert. Seine Überzeugung: Wenn die Europäer die Not der Menschen direkt vor Augen haben, werden sie nicht tatenlos zusehen. Parallel dazu steht Clare Fitzgerald, eine irische Kommissarin für Entwicklung bei der Europäischen Gemeinschaft, die versucht, eine diplomatische Lösung zu finden, jedoch sowohl an bürokratischen Hürden als auch an El-Mahdis Entschlossenheit scheitert.
Der Film stellt drängende Fragen zur globalen Gerechtigkeit und zur Verantwortung der Industrieländer gegenüber den Entwicklungsländern. Die Darstellung der Flüchtlinge bleibt jedoch oft distanziert, sie werden hauptsächlich durch die Perspektive der europäischen Charaktere betrachtet. Diese Herangehensweise führt dazu, dass die emotionalen Beweggründe der Flüchtlinge weniger tiefgehend erforscht werden, was eine stärkere empathische Verbindung zum Publikum hätte fördern können.
Trotz dieser Schwächen gelingt es Der Marsch, ein beunruhigendes Szenario zu zeichnen, das zum Nachdenken anregt und kaum aktueller sein könnte. Die schauspielerischen Leistungen sind solide, insbesondere Bowens verleiht El-Mahdi eine überzeugende Präsenz. Einige Nebenhandlungen, wie die von Fitzgeralds dementer Mutter, wirken jedoch etwas ablenkend und tragen wenig zur Hauptthematik bei.



.FAZIT.
Der Marsch ist ein sehenswertes Drama, das trotz seines Alters nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat – im Gegenteil – und wichtige Diskussionen über Migration, Klimawandel und globale Verantwortung anstößt.
| Originaltitel | The March |
| Produktionsland/-jahr | Großbritannien 1990 |
| Laufzeit | 100 min |
| Genre | Drama |
| Regie | David Wheatley |
| Drehbuch | William Nicholson |
| Kamera | John Hooper |
| Kino | – |
| Home Entertainment | 27. März 2025 |
| Verleih | Busch Media Group |

