Es rumort gewaltig im „Marvel Cinematic Universe“ – und diesmal sind es nicht die Avengers, die zur Rettung eilen. Nein, diesmal betreten die THUNDERBOLTS* die Bühne: eine knallharte Truppe aus Antihelden, gescheiterten Experimenten und moralisch äußerst flexiblen Gestalten.
.DIE WELT HAT IHRE HELDEN VERLOREN – WAS NUN?.
Nach den Ereignissen von Avengers: Endgame und den Zerreißproben der Multiverse-Saga ist klar: das klassische Heldenzeitalter im Marvel Cinematic Universe (MCU) neigt sich seinem Ende zu. Tony Stark und Natasha Romanoff sind tot. Steve Rogers ist im Ruhestand. Thor und Hulk kämpfen ihre eigenen, kosmischen Schlachten. Zurück bleibt eine Welt, die verzweifelt nach Schutz sucht – und oft bereit ist, dafür moralische Kompromisse einzugehen.
In diesem Vakuum formiert sich etwas Neues. Kein glänzendes Heldenteam. Keine edlen Retter. Sondern eine Truppe aus Außenseitern, Gefallenen und gebrochenen Menschen: die Thunderbolts. Unter der undurchsichtigen Leitung von Valentina Allegra de Fontaine entsteht eine Einheit, die dort eingesetzt wird, wo Regeln und Konventionen keinen Platz mehr haben. Und der Zuschauer wird Zeuge, wie das MCU endgültig seine Unschuld verliert.

.RUDI’S RESTERAMPE – DAS BESTE, WAS DER MARKT AKTUELL ZU BIETEN HAT.
Nachdem Yelena Belova, die einst im Schatten ihrer großen Schwester Natasha stand, mit ihrem eigenen Platz in der Welt und damit im MCU ringt, gerät sie zusammen mit Alexei Shostakov, Antonia Dreykov, John Walker, Ava Starr und Bucky Barnes in eine Falle, die Valentina Allegra de Fontaine kunstvoll für sie gestellt hat. Es gibt kein Zurück mehr – nur die Wahl zwischen einem schnellen Ende oder einer Mission, die fast ebenso tödlich ist.
Yelena, die in Black Widow ihre Fesseln als Kindersoldatin der Red Room-Programme sprengte, trägt noch immer Narben auf der Seele, die jedoch nicht alle sichtbar sind. Ihr Ziehvater Alexei Shostakov, der Red Guardian, Russlands einstige Antwort auf Captain America, hofft trotz gescheiterter Träume immer noch, seiner Zeit Bedeutung abzutrotzen. An ihrer Seite kämpft Antonia Dreykov, bekannt als Taskmaster, deren Leben lange nicht ihr eigenes war, sondern von fremder Kontrolle bestimmt wurde. Im MCU eine tragische Figur, anders als ihre Comic-Inkarnation, die als furchtloser Söldner mit fotografischer Reflexfähigkeit berüchtigt ist.
John Walker, der gefallene Captain America aus The Falcon and the Winter Soldier, ringt noch immer mit seinem zerbrochenen Idealismus. Er wollte ein Held sein – und wurde stattdessen zum Symbol dafür, wie schnell Macht korrumpieren kann. Ava Starr, das gespenstische Produkt eines missglückten Quantentunnel-Experiments (Ant-Man and the Wasp), ist von Natur aus ruhelos, zerrissen zwischen Schmerz und dem Wunsch, irgendwo dazuzugehören. Und schließlich Bucky Barnes – der Winter Soldier –, der schon länger als alle anderen gegen seine eigene Vergangenheit ankämpft und nicht nur den Verlust seines einstigen besten Freundes Steve Rogers verkraften muss. Er hat sich einst aus Hydras Griff befreit und in Wakanda Frieden gesucht, doch die Dämonen der Vergangenheit wollen ihn nicht loslassen.
Diese sechs sind keine Freunde. Sie sind keine Familie. Sie sind kaum einmal Verbündete. Aber das Schicksal zwingt sie dazu, als Einheit zu agieren – oder unterzugehen.

.ENDLOSES MISSTRAUEN, GEBROCHENE EGOS, ALTE WUNDEN – ES BRAUCHT EINE NEUE MORAL .
In Thunderbolts* sehen wir, wie das MCU seine Moral neu verhandelt. Der Film führt uns in die Schattenbereiche einer Welt, die Superhelden nicht länger als Retter, sondern als notwendiges Übel betrachtet. Die Thunderbolts werden auf eine Mission geschickt, die offiziell nicht existiert – gegen eine Bedrohung, die mit Super-Soldaten, genetischer Manipulation und alten Geheimnissen aus der Frühzeit der Avengers-Ära spielt.
Comic-Fans horchen auf: Schon in den Comics standen die Thunderbolts oft an der Grenze zwischen Erlösung und totalem Verrat. Ursprünglich von Baron Zemo gegründet, um die Welt in einem Moment der Schwäche zu übernehmen, wandelte sich das Konzept immer wieder – mal echte Helden wider Willen, mal Wölfe im Schafspelz. Im MCU wird diese Dualität nun größer denn je ausgespielt.
Doch Thunderbolts ist nicht das Ende – sondern der Auftakt zu etwas viel Größerem. Die Ereignisse dieses Films werden Wellen schlagen, die direkt in das kommende Epos Avengers: Doomsday führen dürften. Denn wenn die Helden der Welt nicht kommen – wer steht dann zwischen uns und der ultimativen Katastrophe?

.KEIN GLANZ, KEIN GLORIA – ABER VIELLEICHT HOFFNUNG.
Thunderbolts* wird das MCU verändern. Keine Hochglanz-Abenteuer mehr, kein sauberes Schwarz-Weiß von Gut und Böse. Stattdessen werden wir erleben, wie kaputte Charaktere einer vergangenen Ära versuchen, das Richtige zu tun – und dabei selbst an den Rand des Abgrunds geraten.
Vielleicht ist das genau das, was die Welt braucht.
Vielleicht ist es aber auch ihr Untergang.

| Originaltitel | Thunderbolts* |
| Produktionsland/-jahr | USA 2025 |
| Laufzeit | 126 min |
| Genre | Action, Abenteuer, Drama |
| Regie | Jake Schreier |
| Drehbuch | Eric Pearson, Joanna Calo |
| Kamera | Andrew Droz Palermo |
| Kino | 1. Mai 2025 |
| Home Entertainment | – |
| Verleih | Walt Disney Studios Motion Pictures Germany |