VENA | Am Rande der Gesellschaft und doch mitten unter uns

Nach ihrem eigenen, preisgekrönten Drehbuch gelingt Chiara Fleischhacker ein bemerkenswertes Spielfilmdebüt voller emotionaler Wucht, Hoffnung und Zärtlichkeit. Neuentdeckung Emma Nova spielt phänomenal an der Seite des nicht minder beeindruckenden Paul Wollin als „Bolle“. VENA wurde u.a. mit zwei First Steps Awards, dem wichtigsten Filmpreis im Nachwuchsbereich, dem Preis der deutschen Filmkritik und dem Deutschen Hörfilmpreis ausgezeichnet und erhielt zudem drei Nominierungen für den Deutschen Filmpreis.

.INHALT.

Jenny (Emma Nova) liebt ihren Freund Bolle (Paul Wollin), mit dem sie ein Kind erwartet. Was für andere das größte Glück bedeutet, löst in Jenny ambivalente Gefühle aus, denn das Leben hat ihr zuvor viel zugemutet. Sie ist mit der Justiz und dem Jugendamt aneinandergeraten und ihre Beziehung mit Bolle leidet zunehmend unter der Drogenabhängigkeit der beiden. Als ihnen die Familienhebamme Marla (Friederike Becht) zugewiesen wird, reagiert Jenny zunächst abweisend. Doch wider Erwarten verurteilt Marla sie nicht, sondern sieht sie als den Menschen, der sie im Kern ist. Jenny beginnt, Marla zu vertrauen. Allmählich fasst sie den Mut, sich ihren Ängsten zu stellen und Verantwortung zu übernehmen – für das neue Leben in ihr, aber vor allem für sich selbst.

©️ Weltkino Filmverleih

.KRITIK.

Chiara Fleischhackers Debütfilm VENA ist ein kraftvolles Drama, das sich mit bemerkenswerter Sensibilität und Tiefe einem oft übersehenen Thema widmet: dem Leben suchtkranker Mütter am Rande der Gesellschaft. Die Geschichte von Jenny, einer jungen Frau, die zwischen Drogensucht, bevorstehender Inhaftierung und ungewollter Schwangerschaft steht, wird mit einer Intensität erzählt, die sowohl erschüttert als auch Hoffnung schenkt.

Emma Nova verkörpert Jenny mit einer beeindruckenden Mischung aus Verletzlichkeit und Stärke. Ihre Darstellung ist so nuanciert, dass man als Zuschauerin und Zuschauer unweigerlich mit ihr fühlt, leidet und hofft. Die Kameraarbeit von Lisa Jilg trägt dazu bei, indem sie Jenny stets nah bleibt und ihre innere Zerrissenheit visuell einfängt. Die Farbpalette des Films, die von tristen Grautönen bis hin zu lebendigen Akzenten reicht, spiegelt Jennys emotionale Achterbahnfahrt wider.

Besonders hervorzuheben ist die Beziehung zwischen Jenny und der Familienhebamme Marla, gespielt von Friederike Becht. Ihre Interaktionen bieten Momente der Zärtlichkeit und des Vertrauens, die den Film mit einer leisen, aber tiefgreifenden Hoffnung durchziehen. Fleischhacker gelingt es, die Komplexität menschlicher Beziehungen und die Herausforderungen eines überforderten Systems authentisch darzustellen, ohne in Klischees oder Schuldzuweisungen zu verfallen.

.FAZIT.

Vena ist nicht nur ein Film über Sucht und soziale Ausgrenzung, sondern auch ein Plädoyer für Empathie und Verständnis. Fleischhacker zeigt, dass selbst in den dunkelsten Momenten ein Funken Hoffnung bestehen kann – sei es durch die Geburt eines Kindes oder durch die Unterstützung eines mitfühlenden Menschen.



OriginaltitelVena
Produktionsland/-jahrDeutschland 2024
Laufzeit115 min
GenreDrama
RegieChiara Fleischhacker
DrehbuchChiara Fleischhacker
KameraLisa Jilg
Kino28. November 2024
Home Entertainment9. Mai 2025
VerleihWeltkino Filmverleih

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