EIN MÄDCHEN NAMES WILLOW | Hexe wider Willen

Unter der Regie des renommierten Kinder- und Jugendfilmregisseurs Mike Marzuk gehen die vier Hexenfreundinnen Willow, Valentina, Gretchen und Lotti in der Bestseller-Verfilmung EIN MÄDCHEN NAMENS WILLOW auf ein magisches Abenteuer, um den Welt zu retten, den Willows Tante ihr hinterlassen hat.

.INHALT.

Was soll Willow (Ava Petsch) denn mit einem Wald anfangen? Den hat sie nämlich von ihrer Großtante Alwina (Sibylle Canonica) geerbt. Und nicht nur den – Alwina hat Willow auch noch ein kleines windschiefes Häuschen hinterlassen und vor allem: ihre Hexenkraft. Doch ob Willow dieses Erbe, mit allem was dazu gehört, wirklich annehmen möchte? Und dann soll sie auch noch drei Mädchen finden, die die Gabe des Hexens ebenfalls in sich tragen und gemeinsam mit ihnen den Wald retten. Nur wo? Und vor allem, wie? Zum Glück ist Willow nicht allein, denn Rufus, der Fuchs, weicht nicht mehr von ihrer Seite.

©️ Constantin Film

.KRITIK.

Mit einem geerbten Wald und einem sprechenden Fuchs beginnt für Willow eine Reise, die märchenhaft klingt – und im Film auch so aussieht. Doch Mike Marzuks Verfilmung des gleichnamigen Kinderbuchs von Sabine Bohlmann will mehr als nur Glitzer und Zaubertricks: Sie erzählt von Selbstfindung, Verantwortung – und einem leisen Aufwachsen, das zwischen Zauberkraft und echter Freundschaft pendelt.

Schon visuell macht EIN MÄDCHEN NAMES WILLOW einiges richtig. Der Wald ist nicht bloß Kulisse, sondern Atmosphäre: verwunschen, organisch, manchmal geheimnisvoll, aber nie künstlich. Man spürt, dass das Setting mit Liebe zum Detail gebaut wurde – nicht überinszeniert, sondern kindgerecht und glaubhaft.

Im Zentrum steht Ava Petsch als Willow – und sie trägt den Film erstaunlich gut. Ihre Darstellung ist angenehm unaufgeregt, was der Figur guttut. Willow ist keine übertrieben coole Kinderfilmheldin, sondern eher leise, beobachtend – jemand, der erst einmal mit sich und der neuen Situation klarkommen muss. Das macht sie für Kinder greifbar und für Erwachsene nachvollziehbar.

Der Film nimmt sich Zeit, diese Wandlung zu zeigen. Und genau das ist gleichzeitig eine Stärke und eine Schwäche: Das ruhige Tempo erlaubt Momente zum Durchatmen, verlangsamt aber stellenweise den Handlungsfluss. Gerade im Mittelteil hätte etwas mehr Tempo nicht geschadet – zum Beispiel bei der Einführung der anderen Hexenmädchen, deren Geschichten etwas zu knapp bleiben.

Max Giermann als Grimmoor, das lebendige Hexenbuch, ist ein Lichtblick. Er bringt Humor und Eigenleben mit, ohne zur reinen Comic-Relief-Figur zu verkommen. Auch der Fuchs Rufus funktioniert als tierischer Begleiter überraschend gut (und weckt dabei ein paar Erinnerungen an Rabbat aus Die Schule der magischen Tiere) – dank starker Synchronstimme und sympathischer Animation.

Was dem Film besonders hoch anzurechnen ist: Er nimmt sein junges Publikum ernst. Die Themen – Freundschaft, Verlust, Identität, Naturschutz – werden klar, aber nie belehrend erzählt. Kein Zeigefinger, kein pädagogisches Übermaß, sondern ehrliches Erzählen auf Augenhöhe.

Leider bleiben einige Nebenfiguren nur schemenhaft, manche Dialoge wirken etwas zu sehr geschrieben statt gesprochen, und der dramaturgische Spannungsbogen verläuft eher in sanften Wellen als in echten Höhepunkten. Wer ein temporeiches Fantasy-Abenteuer erwartet, könnte hier durchaus enttäuscht sein. Aber…

.FAZIT.

…wer einen Kinderfilm sucht, der ruhig erzählt, emotional zugänglich ist und seine Figuren mit Herz behandelt, wird hier gut abgeholt. Ein Mädchen namens Willow ist kein lauter Film – aber einer, der nachhallt. Gerade weil er sich traut, in einer schnellen Welt langsam zu sein.



OriginaltitelEin Mädchen namens Willow
Produktionsland/-jahrDeutschland 2025
Laufzeit100 min
GenreAbenteuer, Fantasy, Familie
RegieMike Marzuk
DrehbuchGesa Scheibner, Sabine Bohlmann (Buch)
KameraMatthias Pötsch
Kino27. Februar 2025
Home Entertainment17. Juli 2025
VerleihConstantin Film

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