GUNS UP – ein furioses Gangster-Spektakel, in dem Comedy-Ikone Kevin James sein Talent als Actionheld unter Beweis stellt! Neben knallharten Kampfszenen kommt der Humor nicht zu kurz, wenn Familienvater Ray verzweifelt versucht, sein kriminelles Doppelleben vor seinen Kindern zu verbergen.
.INHALT.
Um seiner Familie ein besseres Leben zu bieten, trifft Polizist Ray Hayes (Kevin James) eine folgenschwere Entscheidung: Er wechselt die Seiten und arbeitet fortan als Schuldeneintreiber für das organisierte Verbrechen. Fünf Jahre später sind Ray und seine Ehefrau Alice (Christina Ricci) ihrem großen Traum, ein eigenes Diner zu eröffnen, endlich zum Greifen nah. Ray möchte das Verbrecherdasein kurzerhand an den Nagel hängen, doch als der neue Gangsterboss Lonny (Timothy V. Murphy) die Geschäfte übernimmt, überschlagen sich die Ereignisse. Nach einem misslungenen Auftrag wird Ray plötzlich selbst zur Zielscheibe. Verfolgt von der Mafia müssen Ray und Alice in einer turbulenten Nacht ihr ganzes Können unter Beweis stellen, um das Leben ihrer nichts ahnenden Kinder zu schützen. Denn Ray ist nicht der Einzige in der Familie, der ein Geheimnis mit sich trägt!
.KRITIK.
Mit GUNS UP liefert Regisseur Edward Drake eine Actionkomödie, die sich anfühlt, als hätte jemand eine völlig überladene Pizza mit unzähligen Zutaten bestellt: nicht alles passt zusammen, aber irgendwie macht es trotzdem Spaß, reinzubeißen. Kevin James – sonst eher als gemütlicher „King of Queens“ bekannt – mimt hier den überforderten Familienvater, der plötzlich zwischen Schuldeneintreibern, Mafiosi und Familienalltag landet. Dass er dafür den Baseballschläger gegen echte Waffen tauscht, ist schon mal die erste Überraschung.
Der Film pendelt permanent zwischen knallharten Actionthriller und coolem Slapstick-Humor. In der einen Szene geht es brutal zur Sache, in der nächsten stolpert James so unbeholfen durch die Handlung, dass man fast vergisst, ob man gerade einen Nobody-Klon oder eine Sitcom à la Friends schaut. Genau diese tonale Unentschlossenheit spaltet: Einige Zuschauer feiern die absurde Mischung, andere rollen nur mit den Augen.
Ein klarer Pluspunkt ist Christina Ricci. Mit trockenem Charme und kühlem Blick schafft sie es, dem Chaos Struktur zu geben. Während James’ Figur permanent schwankt zwischen Möchtegern-Held und überforderter Couch-Potato, sorgt Ricci für den „Coolness-Faktor“ eine gut strukturierten Mama – und macht deutlich, warum sie seit Jahrzehnten im Geschäft ist.
Die Action selbst ist überraschend ordentlich inszeniert. Edward Drake hat ein Händchen für knallige Shootouts, die trotz begrenztem Budget nicht billig wirken. Gleichzeitig merkt man, dass der Film gern mehr sein möchte, als vergleichbare Genrevertreter: Die Story will Thriller-Tiefe haben, verliert sich aber schnell in übertriebenen Twists und holprigen Dialogen. Oft wirkt es, als würde Guns Up nicht wissen, ob er ein bissiger Genre-Spaß oder doch ein ernstes Familiendrama sein will. Da hat sich Nobody wesentlich besser angestellt. Immerhin: Guns Up ist vielversprechender als Nobody 2 – der gerade für viel Unmut bei den Kritikern sorgt.
Das größte Vergnügen liegt daher in den absurden Momenten: Ein völlig überforderter Kevin James, der sich widerwillig durch die Unterwelt schlägt, während sein suburbanes Familienleben parallel weiterläuft. Es ist dieser Clash zwischen Spießigkeit und Kugelhagel, der den Film unterhaltsam macht – auch wenn er erzählerisch nie ganz die Kurve kriegt.



.FAZIT.
In dieser misslungenen Mischung aus John Wick, Nobody und Der Kaufhaus Cop (absolut positiv gemeint!) erlebt man einen suburbanen Dad, der vom lebensmüden Familienmensch zum alles zerlegenden Schuldeneintreiber mutiert – und das ergibt irgendwie … kurzweiligen Unfug. Guns Up ist perfekt für Kino-Abende, bei denen man gerne mal die Sinnhaftigkeit hintanstellt und sich ganz dem Nonsens fragwürdiger Drehbuchentscheidungen hingibt. Ich habe ein Herz für diesen Film, man darf eben nur nicht alles hinterfragen.
| Originaltitel | Guns Up |
| Produktionsland/-jahr | USA 2025 |
| Laufzeit | 92 min |
| Genre | Action, Komödie |
| Regie | Edward Drake |
| Drehbuch | Edward Drake |
| Kamera | Brendan Galvin |
| Kino | 12. Juni 2025 |
| Home Entertainment | 5. September 2025 |
| Verleih | Splendid Film |

