Ein Blitzschlag verändert Adas Leben radikal: Aus einer erfahrenen Tierärztin wird eine Frau, deren Körper plötzlich Strom anders wahrnimmt – als Schmerz, als Gefahr, aber auch als neue Form von Lust. Während sie versucht, dieses unheimliche Geschenk zu verstehen, gerät sie in den Bann von Dr. Juan, der ihre Obsession teilt. ELECTROPHILIA von Lucía Puenzo ist ein intensiver Film über Körper, Trauma und Begehren – voller Bilder, die faszinieren und verstören.
.INHALT.
Während eines Sturms wird die Tierärztin Ada (Mariana Di Girólamo) auf einer Weide vom Blitz getroffen. Als sie nach Wochen aus dem Koma erwacht, ist ihr Körper hypersensibel gegenüber Elektrizität. In einer Selbsthilfegruppe des Arztes Juan (Germán Palacios) findet sie Halt und merkt bald, dass der Kontakt mit Strom sexuelle Erregung in ihr auslöst. Fortan wandelt sie auf einem schmalen Grat zwischen Lust und Lebensgefahr.
.KRITIK.
Lucía Puenzos neuer Film ELECTROPHILIA ist ein ungewöhnliches Werk über Körper, Trauma und Verlangen. Im Mittelpunkt steht Ada, eine Tierärztin, die von einem Blitz getroffen wird. Sie überlebt – doch ihr Körper verändert sich. Auf ihrer Haut erscheinen Narben, sie sieht elektrische Felder und spürt Strom in einer neuen, fast erotischen Weise.
Schon die erste Szene, der Blitzschlag, ist eindrucksvoll inszeniert und zieht einen sofort hinein. Auch später überzeugt der Film mit starken Bildern und einer besonderen Atmosphäre. Besonders Mariana Di Girólamo als Ada nachvollziehbar und authentisch. Man spürt ihre Zerrissenheit – zwischen Angst, Schmerz und einem neuen Verlangen, das sie selbst kaum versteht.
Ada begegnet Dr. Juan, einem Arzt, der selbst von Strom fasziniert ist. Zwischen den beiden entwickelt sich eine intensive, aber auch gefährliche Beziehung. Ihre Suche nach Sinnlichkeit in der elektrischen Lust und die Verbindung mit dem undurchsichtigen Dr. Juan sind verstörend und faszinierend zugleich.
Hier zeigt sich die Stärke, aber auch die Schwäche des Films: Während die Bilder faszinieren und das Thema ungewöhnlich bleibt, wirkt die Geschichte manchmal unausgereift. Manche Ideen werden angerissen – etwa andere Blitzopfer oder ökologische Aspekte – aber nicht wirklich zu Ende erzählt.



.FAZIT.
Electrophilia ist im wahrsten Sinne des Wortes ein unvorhersehbarer Sturm. Visuell stark und emotional intensiv, aber inhaltlich zu lose und manchmal auch zu verwirrend. Trotzdem ist der Film ein Erlebnis, allein die ungewöhnliche Thematik reicht oftmals schon für eine Sichtung. Er fordert heraus, irritiert, fasziniert – und bleibt im Kopf.
| Originaltitel | Los impactados |
| Produktionsland/-jahr | Argentinien 2023 |
| Laufzeit | 90 min |
| Genre | Drama |
| Regie | Lucía Puenzo |
| Drehbuch | Lucía Puenzo, Lorena Ventimiglia |
| Kamera | Nicolás Puenzo |
| Kino | – |
| Home Entertainment | 4. September 2025 |
| Verleih | Busch Media Group |

