In FROM THE WORLD OF JOHN WICK: BALLERINA schwört Ana de Armas alias Eve Macarro Vergeltung für den Mord an ihrer Familie. Der Film, der während der Ereignisse von „John Wick: Kapitel 3“ spielt, folgt der jungen Rächerin, die bei den berüchtigten Ruska-Roma ihre Ausbildung in der Kunst des Tötens beginnt.
.INHALT.
Nach einem regelrechten Blutbad ist die Familie Macarro praktisch ausgelöscht. Nur Eve (Ana de Armas) lebt noch – und sie schwört Rache um jeden Preis. Mit diesem Plan vor Augen sucht sie Hilfe bei der Familie der Ruska-Roma, um sich dort an einer Ballettschule durch die Lehrerin Nogi (Sharon Duncan-Brewster) zur kaltblütigen Killerin ausbilden zu lassen und sich dann auf die Suche nach denen zu machen, die ihre eigene Familie auf dem Gewissen haben. Doch das Ruska-Roma-Leben unter der strengen Herrschaft der Direktorin (Anjelica Huston) ist alles andere als ein Zuckerschlecken und der Weg zur Rache lang und steinig…
.KRITIK.
Mit FROM THE WORLD OF JOHN WICK: BALLERINA wagt das Franchise seinen ersten echten Solo-Ausflug abseits von Keanu Reeves’ legendärem Auftragskiller – und es funktioniert erstaunlich gut. Schon seit dem ersten John Wick hat die Reihe nicht nur mit kompromissloser Action überzeugt, sondern auch ein faszinierendes Universum aufgebaut: ein geheimnisvolles Geflecht aus Regeln, Codes, Schattenorganisationen und einem fast mythischen Ehrenkodex, das weit mehr bietet als nur Shootouts im Neonlicht. Ballerina greift dieses Fundament auf und verleiht ihm eine neue, feminine Perspektive, die den bekannten Kosmos um eine spannende Facette erweitert.
Im Zentrum steht Ana de Armas, die ihre Rolle mit einer Mischung aus Eleganz und Härte verkörpert. Ihre Figur ist keine bloße Kopie des ikonischen John Wick, sondern bringt ihre ganz eigene Energie ein – verletzlich, getrieben, gleichzeitig zielstrebig und tödlich. Genau das macht sie so interessant: Sie ist eine Heldin, die sich in einer Welt behauptet, in der Gnade ein Fremdwort ist und jeder Tanzschritt zugleich ein Überlebenskampf sein kann.
Natürlich darf man in einem Wick-Spin-off auf eines nicht verzichten: die nicht jugendfreie Action. Auch hier hält Ballerina das Versprechen ein. Die Kämpfe sind stilisiert, kunstvoll choreografiert und setzen die Balance zwischen roher Gewalt und ästhetischer Eleganz fort, die die Reihe so unverwechselbar macht. Dabei bleibt der Film dem visuellen Stil des Franchise treu, von düsteren Locations über das Spiel mit Licht und Schatten bis hin zu den sorgfältig inszenierten Nahkämpfen.
Was Ballerina besonders reizvoll macht, ist das Gefühl, dass hier ein weiterer Baustein für das große Wick-Universum geschaffen wird. Wo John Wicks Geschichte fast mythologisch aufgeladen wirkt, liefert dieses Spin-off eine neue frischere, emotionalere Ebene, die sich stärker auf persönliche Motive und den eigenen inneren Antrieb konzentriert. Es ist weniger ein reines Abspulen der bekannten Erfolgsformel, sondern vielmehr ein mutiger Versuch, die Vielfalt dieser Welt zu zeigen – ohne die DNA des Originals zu verraten.
Aber ganz ohne John Wick funktioniert es am Ende des Tages dann doch nicht.



.FAZIT.
Ballerina ist genau der richtige Schritt, um das John-Wick-Franchise lebendig zu halten. Es ist kein Abklatsch, sondern eine eigenständige Erweiterung, die zeigt, dass in dieser Welt noch viele Geschichten stecken. Fans bekommen den Style, die Action und die Atmosphäre, die sie lieben – und gleichzeitig eine neue Heldin, die das Universum auf ihre ganz eigene Art erobert. Ein Spin-off, das Lust macht auf mehr. Ob man es aber am Ende gebraucht hat, ist jedem selbst überlassen.
| Originaltitel | Ballerina |
| Produktionsland/-jahr | USA, Ungarn 2025 |
| Laufzeit | 124 min |
| Genre | Action, Thriller |
| Regie | Len Wiseman |
| Drehbuch | Shay Hatten, Derek Kolstad |
| Kamera | Romain Lacourbas |
| Kino | 5. Juni 2025 |
| Home Entertainment | 26. September 2025 |
| Verleih | LEONINE Studios |

