Die wunderbar absurde, schwarze Komödie HOW TO MAKE A KILLING ist eine unterhaltsame Mischung aus winterlichem „Fargo“ und „Eberhofer“-Dorfkrimi – mit skurrilen Figuren, sich überschlagenden Wendungen, viel Honig und einer Swingerclubnacht als fadenscheiniges Alibi.
.INHALT.
Als Michel (Franck Dubosc) auf einer verschneiten Straße einem Bären ausweichen muss, sterben zwei Unbeteiligte, die allerdings zwei Millionen im Kofferraum zurückgelassen haben. Zusammen mit seiner Frau Cathy (Laure Calamy), die genug Krimis gelesen hat, überlegt Michel, was man für das viele Geld kaufen kann und wie man die Leichen am besten verschwinden lässt. Sie gehen dabei ähnlich dilettantisch vor, wie die Dorfpolizei in diesem Fall ermitteln wird.
.KRITIK.
Schöne Grüße aus Bayern: HOW TO MAKE A KILLING weckt zarte Erinnerungen an die erfolgreichen Eberhofer-Krimis und kratzt dabei an der Oberfläche von Fargo. Die französische schwarzhumorige Krimikomödie von und mit Franck Dubosc, lotet echte Genre-Grenzen aus: irgendwo zwischen absurdem Slapstick, schwarzer Komödie, Thriller und Provinz-Noir.
Im Zentrum steht Michel, ein eher durchschnittlicher Bewohner des Jura-Gebirges, der eines Tages einem Bären ausweicht, infolgedessen ein Unfall passiert und zwei Leichen im Schnee zurückbleiben. Im Kofferraum findet er zusammen mit seiner Frau Cathy zwei Millionen Euro und eine Pistole – und das ist der Startschuss für eine Kette von Ereignissen, die von dilettantischer Vertuschung über kriminelles Chaos bis zu zunehmend bizarren Wendungen führt.
Die stärksten Seiten des Films liegen in seinem schwarzen Humor und seiner energiegeladenen Situationskomik. Die Kombination aus grotesken Zufällen, absurder Logik und überzeichneten Charakteren sorgt dafür, dass man immer wieder schmunzeln oder laut lachen muss, selbst wenn die Geschichte an manchen Stellen überdreht wirkt. Die Figuren – allen voran Michel und Cathy – sind charmant ungeschliffen und tragen viel der Komik mit einer angenehm menschlichen Tollpatschigkeit, die dem Film eine unkonventionelle Wärme verleiht.
Auch die Inszenierung hat ihren Reiz: Die winterliche Jura-Landschaft, skurrile Schauplätze wie ein Swingerclub oder die lokal völlig überforderten Gendarmen – alles wirkt wie aus einer leicht verrückten Variante des Fargo-Universums herausgeschnitten – ein Vergleich, der nicht ganz unpassend ist angesichts des Mix aus Gewalt, Komik und Provinz-Kriminalität.
Und doch wirkt How to Make a Killing nicht ganz rund. Gerade im letzten Drittel verliert sich der Film teilweise in zu vielen Wendungen und überschlägt sich erzählerisch ein bisschen, sodass die Spannung etwas leidet und der Humor gelegentlich aus dem Tritt gerät. Die Mischung aus Krimi, Drama und Komödie ist spannend, aber nicht immer ausgewogen – manchmal gewinnt das Chaos die Oberhand über die Stringenz der Geschichte.



.FAZIT.
How to Make a Killing ist eine unterhaltsame, teilweise kecke Mischung aus schwarzer Komödie und Krimithriller mit sympathischen Figuren, absurden Situationen und einem kernigen französischen Humor. Nicht alles funktioniert perfekt, und das erzählerische Tempo schwankt, doch die eigenwillige Mischung, das skurrile Setting und die charmante Besetzung machen den Film sehenswert.
| Originaltitel | Un ours dans le Jura |
| Produktionsland/-jahr | Frankreich, Belgien 2024 |
| Laufzeit | 109 min |
| Genre | Komödie, Thriller, Krimi |
| Regie | Franck Dubosc |
| Drehbuch | Franck Dubosc, Sarah Kaminsky |
| Kamera | Ludovic Colbeau-Justin, Dominique Fausset |
| Kino | – |
| Home Entertainment | 6. Februar 2026 |
| Verleih | Weltkino Filmverleih |

