SISU – ROAD TO REVENGE knüpft direkt an die Ereignisse und den Stil des ersten Films an und führt die Geschichte des wortkargen Protagonisten in gewohnt rauer Atmosphäre fort. Der Film setzt erneut auf klare Bilder, reduzierte Dialoge und eine geradlinige Handlung, die ohne große Umwege zum Kern der Sache führt. Schon früh wird deutlich, dass der zweite Teil die bekannten Elemente beibehält und zugleich versucht, sie in einem etwas größeren Rahmen weiterzuentwickeln.
.INHALT.
„Der Mann, der nicht sterben will“ (Jorma Tommila) kehrt in das Haus zurück, in dem seine Familie während des Krieges brutal ermordet wurde. Aatami zerlegt es in seine Einzelteile, verlädt es auf einen Lastwagen und ist fest entschlossen, es an einem sicheren Ort zu Ehren seiner Familie wieder aufzubauen. Doch als der Kommandant der Roten Armee Yeagor Dragunov (Stephen Lang) zurückkehrt, der seine Familie getötet hat – fest entschlossen, die Arbeit zu Ende zu bringen – beginnt eine unerbittliche, atemberaubende Verfolgungsjagd quer durch das Land. Ein Kampf auf Leben und Tod, gespickt mit cleveren, schier unglaublichen Actionszenen.
.KRITIK.
SISU – ROAD TO REVENGE ist genau die Art von Sequel, bei dem man sich fragt, ob die Macher heimlich eine Wette laufen hatten: „Wie schaffen wir es, dass Teil zwei verdächtig gut wird, obwohl Sequels normalerweise die schwächeren Geschwister sind?“ Die Antwort scheint simpel: Man holt einfach wieder Jorma Tommila vor die Kamera, gibt ihm noch weniger Text und noch mehr Gründe, Dinge in die Luft zu jagen – und stellt ihm mit Stephen Lang einen Gegenspieler hin, der mit 3000 Aura Dir das Fürchten lehrt.
Der Vergleich zum Vorgänger drängt sich natürlich auf. Der erste SISU war ein Überraschungserfolg, weil er mit minimalistischem Storytelling und maximaler Entschlossenheit einen Mann gegen eine Übermacht stellte. SISU – Road to Revenge macht im Grunde dasselbe… nur eben mit noch mehr Selbstbewusstsein. Und ja, ein bisschen mehr Budget sieht man auch.
Jorma Tommila bleibt dabei das stoische Zentrum des Chaos. Er spielt Aatami wie eine Naturgewalt, die zufällig menschliche Form angenommen hat. Worte braucht er weiterhin kaum – ein Blick, ein Knurren, ein sehr entschlossener Schritt nach vorne, und man weiß genau, was passieren wird. Tommila hat dieses seltene Talent, mit minimalem Ausdruck maximale Wirkung zu erzielen. Man könnte fast meinen, er kommuniziert telepathisch mit dem Publikum.
Stephen Lang hingegen bringt genau die Art von Energie mit, die ein Sequel braucht: Er ist nicht einfach nur „der neue Bösewicht“, sondern ein würdiger Gegenspieler, der Tommilas stoischer Wucht etwas entgegenzusetzen hat. Lang spielt seine Rolle mit einer Mischung aus Härte, Charisma und diesem leicht wahnsinnigen Funkeln in den Augen, das sagt: „Ich weiß, dass ich keine Chance habe – aber ich werde es trotzdem versuchen.“ Sein Auftritt verleiht dem Film eine zusätzliche Schärfe, die dem Vorgänger in dieser Form noch gefehlt hat.
Was den neuen Teil so charmant macht, ist seine Haltung: Er versucht gar nicht erst, das Rad neu zu erfinden. Stattdessen dreht er es sich einfach nur schneller, lauter und mit einem Grinsen, das sagt: „Du weißt genau, warum du hier bist.“ Die Action ist knackig, die Stunts sitzen, und die Kameraarbeit wirkt noch etwas polierter als im ersten Film. Gleichzeitig bleibt der Film dem rauen, dreckigen Stil treu, der SISU so unverwechselbar gemacht hat.
Natürlich gibt es auch Momente, in denen man denkt: „Okay, das ist jetzt schon sehr drüber.“ Aber genau das gehört zum Paket. Der Film weiß, dass er übertreibt – und er macht es mit einer Selbstironie, die verhindert, dass man die Augen verdreht. Stattdessen erwischt man sich dabei, wie man grinst und denkt: „Na gut, hau die Scheiße aus ihm raus.“



.FAZIT.
Unterm Strich ist SISU – Road to Revenge ein Sequel, das nicht nur solide abliefert, sondern die Erwartungen an einen zweiten Teil angenehm übertrifft. Kein Meisterwerk, aber ein verdammt unterhaltsamer Ritt, getragen von zwei starken Hauptdarstellern, die genau wissen, was für einen Film sie hier machen – und ihn mit spürbarer Freude ausfüllen.
| Originaltitel | SISU 2/SISU – Road to Revenge |
| Produktionsland/-jahr | Finnland, Vereinigtes Königreich 2025 |
| Laufzeit | 89 min |
| Genre | Action |
| Regie | Jalmari Helander |
| Drehbuch | Jalmari Helander |
| Kamera | Mika Orasmaa |
| Kino | 20. November 2025 |
| Home Entertainment | 19. Februar 2026 |
| Verleih | PLAION Pictures |

