CREATION STORIES erzählt vom Aufstieg und Fall eines Mannes, der Musikgeschichte geprägt hat – und entscheidet sich dabei gegen eine klare Linie. Statt einer klassischen Biografie entfaltet sich ein Film, der mehr an Erinnerungen erinnert als an Erzählung: fragmentarisch, sprunghaft, manchmal fast chaotisch. Im Zentrum steht Alan McGee, der als Gründer von Creation Records Bands wie Oasis mitgeprägt hat und damit den Sound einer ganzen Ära beeinflusste. Doch der Film interessiert sich weniger für die Musikgeschichte selbst als für das Lebensgefühl dahinter – Exzess, Ego, Absturz.
.INHALT.
Vom Glasgower Underground in die Londoner Musikszene: Alan McGee (Ewen Bremner) gründet das Kultlabel Creation Records und entdeckt Bands wie Oasis, My Bloody Valentine und Primal Scream. Mit untrüglichem Instinkt prägt er den Sound einer ganzen Generation – doch während der Erfolg wächst, gerät sein eigenes Leben zunehmend außer Kontrolle. Zwischen Vision, Größenwahn und Exzess erzählt der Film die wilde, stilprägende Geschichte eines Mannes, der Popgeschichte schrieb und dabei immer wieder alles riskierte, um den nächsten großen Sound zu finden.
.KRITIK.
CREATION SORIES ist kein klassisches Biopic. Der Film springt durch Zeiten, Erinnerungen und Zustände, ohne sich lange aufzuhalten. Szenen wirken oft wie Momentaufnahmen eines Lebens im Dauerrausch – schnell erzählt, schnell wieder vorbei. Dieser Stil passt zum Protagonisten: impulsiv, unruhig, immer auf der Suche nach dem nächsten Kick.
Im Zentrum steht der Aufstieg eines Außenseiters, der mit Creation Records eine ganze Musikära geprägt hat. Bands wie Oasis sind dabei weniger erzählerischer Fokus als vielmehr Teil eines größeren Lebensgefühls: Britpop, Exzess, Selbstüberschätzung. Der Film interessiert sich spürbar mehr für die Energie dieser Zeit als für ihre genaue Einordnung. Szenen wirken oft wie Momentaufnahmen – intensiv, aber flüchtig.
Getragen wird das Ganze vor allem von Ewen Bremner, der Alan McGee mit einer Mischung aus Größenwahn, Verletzlichkeit und permanenter Unruhe spielt. Seine Präsenz und Performance hält den Film zusammen, auch dann, wenn die Erzählung selbst auseinanderdriftet. Man folgt ihm gerne, auch wenn man ihn nicht immer versteht.
Visuell und stilistisch setzt der Film auf Tempo und Überzeichnung. Die Handschrift von Irvine Welsh ist deutlich spürbar: direkt, roh, manchmal bewusst exzessiv. Doch genau hier beginnt das Problem. Was anfangs als Energie funktioniert, wirkt mit der Zeit zunehmend überladen. Der Film springt, statt zu entwickeln; er streift Ereignisse, statt sie zu vertiefen.
Gerade die entscheidenden Momente – sowohl musikalisch als auch persönlich – verlieren dadurch an Gewicht. Vieles wird angerissen, aber selten wirklich ausgearbeitet. Statt einer klaren Entwicklung entsteht ein Nebeneinander von Episoden, das zwar unterhält, aber emotional nicht immer trägt.
Und dennoch hat Creation Stories eine Wirkung. Er fängt ein Gefühl ein, eine Zeit, eine Haltung. Die Rastlosigkeit seines Protagonisten wird zum Prinzip des Films selbst – und genau darin liegt seine Stärke wie auch seine größte Schwäche.



.FAZIT.
Creation Stories ist ein energiegeladenes Biopic mit starker Hauptfigur und spürbarem Zeitgefühl, das sich jedoch zu oft in seinem eigenen Tempo verliert. Vieles wirkt intensiv, aber nicht immer nachhaltig. Am Ende bleibt ein Film, der fasziniert, ohne ganz zu überzeugen.
| Originaltitel | Creation Stories |
| Produktionsland/-jahr | Vereinigtes Königreich, USA 2021 |
| Laufzeit | 105 min |
| Genre | Drama, Biografie, Musik |
| Regie | Nick Moran |
| Drehbuch | Dean Cavanagh, Irvine Welsh |
| Kamera | Roberto Schaefer |
| Kino | – |
| Home Entertainment | 10. April 2026 |
| Verleih/Vertrieb | Pandastorm Pictures |

