Ein nervenaufreibender Überlebenskampf mit unerwartetem Humor: Mit SEND HELP bringt Kultregisseur Sam Raimi einen packenden Psychothriller ins Heimkino, der Spannung und schwarzen Humor auf besondere Weise verbindet. Als zwei ungleiche Kollegen nach einem Flugzeugabsturz auf einer einsamen Insel stranden, wird aus einem beruflichen Verhältnis schnell ein intensiver Kampf ums Überleben und um die eigene Kontrolle.
.INHALT.
Nach einem schrecklichen Flugzeugabsturz sind zwei Kollegen einer Firma die einzigen Überlebenden und sitzen auf einer einsamen Insel fest. Linda Liddle (Rachel McAdams), eine clevere und einfallsreiche Angestellte, der andere ihr tyrannischer und unangenehmer Chef namens Bradley Preston (Dylan O’Brien). Während sie sich an die extremen Bedingungen ihrer Isolation anpassen, müssen sie ihre alten Ressentiments überwinden und zusammenarbeiten, um zu überleben.
.KRITIK.
Was mich an SEND HELP sofort gepackt hat, ist die Art, wie Raimi aus einer eigentlich simplen Prämisse, ein kinetisches Spektakel (auf)baut. Viele Kritiken haben bereits darauf hingewiesen, wie sehr der Film an seine frühen Arbeiten erinnert, aber erst beim Sehen versteht man, wie bewusst Raimi hier seine eigene Filmgeschichte zitiert. Die Kamera stolpert, rast, kippt, als würde sie selbst ums Überleben kämpfen. Figuren werden zu Spielbällen einer Welt, die ständig kurz vor dem Explodieren steht.
Und genau das ist Raimi: Er nimmt Horror ernst, aber nie schwer. Er nimmt Humor leicht, aber nie belanglos. Diese Balance, die so viele imitieren, aber kaum jemand beherrscht, trägt Send Help von der ersten Sekunde an. Die physische Komik, die überzeichneten Reaktionen, die fast slapstickhafte Körperlichkeit – all das wirkt wie ein bewusstes Echo auf Evil Dead 2, nur mit der Routine eines Regisseurs, der inzwischen weiß, wie man Chaos choreografiert, ohne es zu glätten.
Was mich besonders überrascht hat: Der Film fühlt sich trotz seines überdrehten Tons erstaunlich zeitgemäß an. Die Überforderung, die ständige Reizüberflutung, das Gefühl, dass jede kleine Situation sofort eskalieren kann – das ist nicht nur Raimi-Stil, das ist Gegenwart. Viele Reviews sprechen davon, dass Send Help wie ein Kommentar auf unsere hypernervöse Welt wirkt, und ich kann das nur bestätigen. Der Film lacht über Panik, aber nie über Menschen.
Natürlich gibt es Momente, in denen Raimi zu sehr in seine eigenen Spielereien verliebt scheint. Manche Übergänge wirken abrupt, manche Gags einen Tick zu laut. Aber selbst das fühlt sich eher wie ein Markenzeichen an als wie ein Fehler. Send Help ist kein Film, der gefallen will — er will überfallen. Und das gelingt ihm.



.FAZIT.
Am Ende bleibt ein Werk, das sich wie ein verspäteter, aber umso willkommener Beweis anfühlt: Sam Raimi hat seine Handschrift nie verloren. Er hat sie nur verfeinert und liefert mit Send Help das ab, was viele von uns gerade einfach brauchen.
| Originaltitel | Send Help |
| Produktionsland/-jahr | USA, Kanada, Vereinigtes Königreich, Australien, Thailand 2026 |
| Laufzeit | 113 min |
| Genre | Horror, Thriller, Komödie |
| Regie | Sam Raimi |
| Drehbuch | Damian Shannon, Mark Swift |
| Kamera | Bill Pope |
| Kino | 29. Januar 2026 |
| Home Entertainment | 8. Mai 2026 |
| Verleih/Vertrieb | LEONINE Studios |

