SCREAM 7 fühlt sich an wie ein Klassentreffen, bei dem man sich freut, bekannte Gesichter zu sehen – und gleichzeitig merkt, dass die Gespräche früher irgendwie „gehaltvoller“ waren. Der Film weiß, woher er kommt, aber nicht immer, wohin er will. Reicht Nostalgie aus, um dieses Sequel gut über die Ziellinie zu bringen oder war es einer zu viel?
.INHALT.
In einer ruhigen Stadt hat sich Sidney Prescott (Neve Campbell) ein neues Leben aufgebaut. Doch als plötzlich ein neuer Ghostface-Killer auftaucht, holt sie die Vergangenheit wieder ein. Als Sidney erfährt, dass diesmal ihre Tochter (Isabel May) im Visier des Killers steht, ist sie fest entschlossen, ihre Familie um jeden Preis zu beschützen. Sie muss sich ihren alten Ängsten stellen, um dem Blutvergießen ein für alle Mal ein Ende zu setzen.
.KRITIK.
Es gibt Reihen, die mit jedem Teil größer werden. Expansion ist nicht nur in der Wirtschaft ein beliebtes Mittel, um Einfluss und Geld zu gewinnen. Auch in der Filmbranche bedient man sich fleißig an beliebten Franchises, erweitert sie, erzählt sie neu oder eben weiter – und dann gibt es Scream. Ein Filmversum, das sich seit 1996 davon ernährt, sich selbst zu kommentieren, sich selbst zu sezieren und sich selbst zu überleben. SCREAM 7 macht genau das wieder… stolpert aber über seine eigene Vergangenheit.
Der Film setzt dort an, wo Teil 6 aufgehört hat, aber statt die Energie des New‑York‑Settings fortzuführen, zieht er sich wieder stärker auf bekannte Muster zurück. Das fühlt sich einerseits vertraut an – Ghostface, Meta‑Talk, Regeln, Enthüllungen – andererseits aber auch wie ein Rückschritt. Die Nostalgie ist da, klar. Aber sich gänzlich darauf zu konzentrieren, ist eher unvorteilhaft.
Was gut funktioniert: Der Film versteht die DNA der Reihe. Er weiß, wie man Spannung aufbaut, wie man Ghostface inszeniert, wie man das Publikum kurz grinsen lässt, bevor das Messer dir in den Rücken gestochen wird. Und er hat ein paar Momente, die wirklich sitzen – kleine Spitzen, clevere Seitenhiebe, ein paar schöne Flashbacks, die Fans sofort erkennen und feiern werden.
Was allerdings weniger gut funktioniert: Scream 7 wirkt oft wie ein Film, der zu viel will und zu wenig wagt. Die Meta‑Ebene ist da, aber nicht mehr so zielstrebig. Die Twists sind solide, aber nicht überraschend. Und manche Figuren wirken eher wie Platzhalter als wie echte Menschen, die man durch ein Franchise kennen und lieben gelernt hat.
Doch ihn komplett durch den Dreck zu ziehen, finde ich auch nicht fair. Sicherlich hätte es den Teil nicht gebraucht und natürlich möchte man die Slasher-Kuh melken, aber trotzdem geht mein Spaß weit über die Nostalgieebene hinaus: Es ist irgendwie auch ein schönes Gefühl, wieder in das Woodsboro-Kleinstadt-Setting einzutauchen – selbst wenn wir gar nicht in Woodsboro sind. Die Reihe hat etwas, das man nicht einfach kopieren kann: dieses Gefühl, dass Horror und Humor sich gegenseitig motivieren, ohne sich zu neutralisieren. Scream 7 ist in meinen Augen kein kompletter Reinfall, doch viel sollte man nun nach sieben Teilen nicht mehr erwarten.



.FAZIT.
Am Ende bleibt ein Film, der nicht enttäuscht, aber auch nicht begeistert. Wie habe ich das neulich so schön formuliert: Scream 7 ist ein kompromissloser Kompromiss-Film. Ein Teil, der zeigt, dass das Franchise irgendwie noch lebt – aber vielleicht eine neue Richtung braucht – das gab es ja schon im 6. Teil –, um das Feuer wieder zum Lodern zu bringen.
| Originaltitel | Scream 7 |
| Produktionsland/-jahr | USA, Kanada 2026 |
| Laufzeit | 114 min |
| Genre | Horror, Mystery, Thriller |
| Regie | Kevin Williamson |
| Drehbuch | Kevin Williamson, Guy Busick |
| Kamera | Ramsey Nickell |
| Kino | 26. Februar 2026 |
| Home Entertainment/Streaming | 12. Juni 2026 |
| Verleih | Paramount Home Entertainment/LEONINE Studios |

