In GLENNKILL: EIN SCHAFSKRIMI übernimmt eine krimibegeisterte Schafsherde die Ermittlungen im Mordfall ihres geliebten Schäfers – und ist dabei erstaunlich unterhaltsam.
.INHALT.
Schäfer George (Hugh Jackman) liest seinen geliebten Schafen jeden Abend Krimis vor und nimmt an, dass sie kein Wort davon verstehen. Doch als ein mysteriöser Vorfall das friedliche Leben auf der Farm durchbricht, wird den Schafen bewusst, dass sie selbst nun die Ermittlungen übernehmen müssen. Also folgen sie der Spur der Beweise und machen menschliche Verdächtige ausfindig. Dabei beweisen sie, dass auch Schafe brillant darin sein können, Verbrechen aufzuklären.
.KRITIK.
Ein Mord auf der Weide ist eigentlich kein besonders naheliegender Ausgangspunkt für einen Wohlfühlfilm. In GLENNKILL: EIN SCHAFSKRIMI wird daraus jedoch ein ungewöhnlicher Kriminalfall, bei dem nicht etwa die Polizei, sondern eine Gruppe krimibegeisterter Schafe auf Spurensuche geht. Die Verfilmung von Leonie Swanns Roman setzt dabei weniger auf klassischen Nervenkitzel als auf schrulligen Humor, tierische Perspektiven und eine angenehm eigenwillige Atmosphäre.
Die größte Stärke des Films sind eindeutig seine vierbeinigen Ermittler. Lily, Mopple (gesprochen von Anke Engelke und Bastian Pastewka) und die übrigen Mitglieder der Herde sind nicht bloß niedliche Figuren, die für ein paar Gags sorgen sollen. Sie besitzen unterschiedliche Charakterzüge, Vorlieben und Sichtweisen und betrachten die menschliche Welt entsprechend aus einer herrlich naiven Perspektive. Dass sie ihr Wissen aus unzähligen Kriminalromanen auf die Realität übertragen, sorgt dabei für einige der schönsten komischen Momente. Besonders die deutsche Synchronisation mit Anke Engelke und Bastian Pastewka verleiht den Figuren zusätzlich Persönlichkeit.
Überhaupt findet Glennkill: Ein Schafskrimi seinen eigenen Ton irgendwo zwischen Cozy Crime, schwarzer Komödie und warmherzigem Tiermärchen. Der Film nimmt seine absurde Prämisse erfreulich ernst und versucht nicht permanent, daraus den nächstbesten Kalauer zu pressen. Stattdessen entsteht ein durchaus liebevoller Blick auf eine kleine Gemeinschaft, die nach dem Tod ihres Schäfers plötzlich mit einer Welt konfrontiert wird, die sie bislang nur aus Kriminalgeschichten zu kennen glaubte.
Als Krimi selbst bleibt das Ganze allerdings hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die Ermittlungen sind nur bedingt spannend, manche Hinweise führen ziemlich offensichtlich in eine bestimmte Richtung und auch die Auflösung besitzt nicht die Raffinesse eines wirklich gelungenen Whodunits. Hinzu kommt, dass die menschlichen Figuren und ihre Geschichten teilweise stärker in den Vordergrund rücken, wodurch ausgerechnet die ungewöhnliche Perspektive der Schafe etwas an Gewicht verliert.



.FAZIT.
Dennoch funktioniert Glennkill: Ein Schafskrimi gerade als ungewöhnlicher Genremix erstaunlich gut. Der Film möchte gar nicht das nächste große Krimirätsel sein, sondern erzählt mit Charme und einem Augenzwinkern von Verlust, Gemeinschaft und der Suche nach Antworten. Wer einen hochspannenden Mordfall erwartet, dürfte enttäuscht werden. Wer sich hingegen auf ein gemütliches, skurriles und ziemlich flauschiges Krimiabenteuer einlässt, bekommt einen sympathischen Film, der vor allem von seinen ungewöhnlichen Hauptfiguren lebt.
| Originaltitel | The Sheep Detectives |
| Produktionsland/-jahr | USA, Vereinigtes Königreich 2026 |
| Laufzeit | 109 min |
| Genre | Komödie, Mystery |
| Regie | Kyle Balda |
| Drehbuch | Craig Mazin, Leonie Swann (Buch) |
| Kamera | George Steel |
| Kino | 14. Mai 2026 |
| Home Entertainment | 3. September 2026 |
| Verleih/Vertrieb | PLAION Pictures |

