Was passiert eigentlich, wenn ein waschechter Münchner im Himmel landet und dort ausgerechnet kein Bier auf ihn wartet? Dieser Frage geht Wiggerl Brunner in EIN MÜNCHNER IM HIMMEL – DER TOD IST ERST DER ANFANG nach und findet darauf schnell eineAntwort: Er will wieder zurück. Doch bevor es soweit ist, muss der Lebenskünstler feststellen, dass er auf Erden so einiges hinterlassen hat, das noch lange nicht erledigt ist.
.INHALT.
Taxifahrer und Münchner Original Wiggerl (Maximilian Brückner) landet nach einem Autounfall im Himmel – aber statt Bier und Blasmusik gibt’s hier nur Soja-Manna und Yoga zu Harfenklängen. Ein Albtraum für den aufmüpfigen bayerischen Dickkopf. Damit im Himmel wieder Ruhe und Frieden einkehrt, schickt man ihn kurzerhand mit einer Mission zurück. Wenn er es schafft sein Karma-Konto auf Vordermann zu bringen, darf er auf der Erde bleiben. Allerdings ist Wiggerls Tochter Toni (Momo Beier) die Einzige, die ihn jetzt noch sehen und hören kann. Für alle anderen ist er Luft. Seine Bitte, ihm zu helfen, schmettert Toni ab – schließlich hat sich ihr Vater zu Lebzeiten kaum um sie und ihre Mutter (Hannah Herzsprung) gekümmert. Nur mit einer ordentlichen Portion Selbsterkenntnis gelingt es Wiggerl schließlich wieder etwas Vertrauen zurückzugewinnen. Aber der Wettlauf gegen die Zeit ist noch nicht vorbei und Wiggerl dämmert so langsam, worum es bei seiner Mission eigentlich geht…
.KRITIK.
Wiggerl Brunner ist ein Münchner Original, wie es im Buche steht: Taxifahrer, Lebenskünstler, notorischer Draufgänger – und nicht unbedingt der beste Familienvater. Nach einem Unfall findet er sich plötzlich im Himmel wieder. Wirklich wohl fühlt er sich dort allerdings nicht. Also bekommt er eine zweite Chance: Zurück auf die Erde darf Wiggerl sein Karma verbessern und gleichzeitig versuchen, einige seiner alten Fehler wiedergutzumachen.
David Dietl nimmt sich dafür Ludwig Thomas berühmte Humoreske „Der Münchner im Himmel“ von 1911 vor, die bereits Anfang der 60er-Jahre als Zeichentrickfilm adaptiert wurde. Aus dem grantelnden Dienstmann Alois Hingerl wird nun Wiggerl – und aus der kurzen Satire eine moderne Familienkomödie.
Das funktioniert vor allem dann gut, wenn der Film einfach Spaß daran hat, seinen Hauptdarsteller machen zu lassen. Maximilian Brückner besitzt als Wiggerl genau die richtige Mischung aus Charme, Selbstüberschätzung und bayerischer Lässigkeit. Auch das übrige Ensemble ist gut aufgelegt, während besonders die Beziehung zu seiner Tochter Toni dem Film eine überraschend emotionale Ebene verpasst. Mehrere positive Publikumsstimmen heben genau diese Mischung aus Humor und Herz hervor.
Allerdings merkt man dem Film auch an, dass aus der ursprünglich ziemlich anarchischen Vorlage unbedingt eine klassische Familiengeschichte werden sollte. Wiggerls persönliche Läuterung folgt bekannten Mustern, einige Konflikte sind schnell vorhersehbar und ausgerechnet die himmlische Ausgangssituation wird nicht immer so konsequent ausgespielt, wie man es sich wünschen würde. Kritiker bemängelten entsprechend die formelhafte Handlung und die verpassten Möglichkeiten der Prämisse.
Dafür besitzt EIN MÜNCHNER IM HIMMEL – DER TOD IST ERST DER ANFANG genügend Charme, um über seine Schwächen hinwegzutragen. Der Film ist kurzweilig, steckt voller bayerischem Lokalkolorit und findet zwischen seinen Sprüchen immer wieder Momente, in denen es tatsächlich ums Wesentliche geht: Familie, verpasste Chancen und die Frage, was man mit einer zweiten Chance anfangen würde.
Wer allerdings auf eine wirklich bissige Neuinterpretation von Ludwig Thoma oder gar einen neuen „Monaco Franze“ hofft, dürfte enttäuscht werden. Genau diese Vergleiche liegen aufgrund des Münchner Settings und der Figur des Hallodris zwar nahe, doch der Film schlägt letztlich einen deutlich harmloseren Weg ein.



.FAZIT.
Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang ist damit vor allem eine sympathische bayerische Komödie, die nicht immer so viel aus ihrer starken Ausgangsidee macht, wie möglich gewesen wäre. Dafür stimmen Besetzung, Herz und kurzweilige Unterhaltung – und manchmal reicht das für einen entspannten Kinoabend völlig aus.
| Originaltitel | Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang |
| Produktionsland/-jahr | Deutschland, Österreich 2026 |
| Laufzeit | 93 min |
| Genre | Komödie |
| Regie | David Dietl |
| Drehbuch | Marcus Pfeiffer |
| Kamera | Holly Fink |
| Kino | 14. Mai 2026 |
| Home Entertainment | 25. September 2026 |
| Verleih/Vertrieb | LEONINE Studios |

