THE DEATH OF ROBIN HOOD | Der Mann hinter der Legende… ist eine Lüge

Robin Hood. Ein Name, der normalerweise an Sherwood Forest, Pfeil und Bogen und einen charmanten Gesetzlosen erinnert, der den Reichen nimmt und den Armen gibt. Michael Sarnoski hat auf all das allerdings keine Lust. In THE DEATH OF ROBIN HOOD bleibt von der Legende vor allem ein alter, verletzter Mann zurück, der sich mit den Folgen seines eigenen Lebens auseinandersetzen muss.

.INHALT.

Robin Hood (Hugh Jackman) hadert nach einem Leben voll von mörderischen Umtrieben und Verbrechen mit seiner eigenen Vergangenheit. Als er schließlich verletzt wird, zeigt ihm eine mysteriöse Frau (Jodie Comer) unerwartet eine Möglichkeit auf, doch noch Erlösung von den eigenen Taten und der auf sich geladenen Schuld zu finden. Denn sein alter Gefährte Little John (Bill Skarsgård), der sich mittlerweile unter dem falschen Namen Edward eine neue bürgerliche Existenz aufbauen konnte, braucht nun seine Hilfe. Nachdem dieser nämlich von seinen alten Feinden enttarnt wurde, wurden seine Frau und seine Tochter Margaret (Faith Delaney) entführt und werden nun als Geiseln gehalten. Da Robin Hood ohnehin nicht mehr großartig an dem hängt, was von seinem Leben noch übrig ist, unternimmt er schließlich eine tollkühne Befreiungsaktion, um die Familie seines alten Freundes wieder lebendig zusammenzubringen.

©️ DCM/LEONINE Studios

.KRITIK.

Wer bei Robin Hood an Errol Flynn, Kevin Costner oder Disneys singenden Fuchs denkt, dürfte bei Michael Sarnoskis Version THE DEATH OF ROBIN HOOD zunächst ziemlich verdutzt sein. Sein Robin Hood (gespielt von Hugh Jackman) ist kein charmanter Volksheld, sondern ein gealterter Gesetzloser, der ein Leben voller Gewalt und Mord hinter sich hat. Schwer verletzt landet er bei der mysteriösen Schwester Brigid (gespielt von Jodie Comer), die ihm eine letzte Chance gibt, sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Sarnoski interessiert sich dabei weniger für die Legende als für den Menschen dahinter. Schon der brutale Auftakt macht unmissverständlich klar, dass dieser Robin mit dem bekannten Heldenbild wenig zu tun hat. Anschließend nimmt sich der Film allerdings bewusst zurück und wird zu einem melancholischen Charakterdrama über Schuld, Reue und die Frage, ob ein Mensch am Ende seines Lebens überhaupt noch etwas wiedergutmachen kann. Genau dieser radikale Bruch mit den Erwartungen gehört zu den interessantesten Aspekten des Films.

Hugh Jackman passt hervorragend zu diesem Ansatz. Sein Robin ist wortkarg, müde und körperlich gezeichnet. Man spürt, dass hinter der berühmten Figur vor allem ein Mann steckt, der mit dem eigenen Mythos nichts mehr anfangen kann. Jodie Comer bildet als Schwester Brigid einen starken Kontrast zu ihm und bringt eine Wärme in die Geschichte, die Robin selbst längst verloren zu haben scheint.

Auch visuell geht Sarnoski einen eigenen Weg. Die rauen Landschaften Nordirlands, das natürliche Licht und die zurückhaltende Inszenierung verleihen dem Film eine beinahe erdige, historische Atmosphäre. Nach dem äußerst brutalen Beginn wird The Death of Robin Hood allerdings zunehmend ruhig. Wer auf weitere große Actionsequenzen wartet, dürfte enttäuscht werden. Stattdessen geht es um Gespräche, Erinnerungen und die letzten Entscheidungen eines Mannes, dessen Leben längst aus den Fugen geraten ist.

Genau hier scheiden sich allerdings die Geister. Während einige Kritiker gerade die meditative, menschliche Seite loben, empfinden andere den Film als zu schwerfällig und emotional distanziert. Auch die Figuren bleiben teilweise weniger greifbar, als es die ambitionierte Geschichte eigentlich verdient hätte.

Trotzdem ist Sarnoskis Ansatz bemerkenswert. The Death of Robin Hood will nicht noch einmal erzählen, wie aus einem Gesetzlosen eine Legende wurde. Der Film fragt vielmehr, was passiert, wenn diese Legende irgendwann nichts mehr wert ist und nur noch der Mensch übrig bleibt. Das ist nicht immer packend, aber durchaus interessant.

.FAZIT.

The Death of Robin Hood ist damit ein ungewöhnlicher Robin-Hood-Film, der seine bekannte Vorlage konsequent gegen den Strich bürstet. Hugh Jackman überzeugt als gebrochener Antiheld, die Inszenierung ist atmosphärisch und die brutalen Momente sitzen. Gleichzeitig verliert sich der Film gelegentlich in seiner Schwermut und hätte seinen Figuren etwas mehr Tiefe und seiner Geschichte etwas mehr Tempo gönnen können.



OriginaltitelThe Death of Robin Hood
Produktionsland/-jahrUSA, Vereinigtes Königreich, Irland 2026
Laufzeit122 min
GenreAction, Drama, Abenteuer
RegieMichael Sarnoski
DrehbuchMichael Sarnoski
KameraPat Scola
Kino18. Juni 2026
Home Entertainment25. September 2026
Verleih/VertriebDCM/LEONINE Studios

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