V/H/S/HALLOWEEN ist die achte Ausgabe der Found-Footage-Reihe: Sie nimmt Halloween als gemeinsamen Nenner und serviert blutige Kurzgeschichten zwischen groteskem Humor, Body-Horror und bitterbösen Süßigkeiten-Albträumen.
.INHALT.
Die legendären Tapes sind zurück, mit höllischen Stories rund um Halloween! Teenager wollen ein letztes Mal „Süßes oder Saures“ und begegnen einer sehr realen Mumie. Der einzige Überlebende eines rituellen Massakers stößt an übernatürliche Grenzen. Eine mutige Gruppe ignoriert ein Warnschild, mit üblen Konsequenzen. Kinder verschwinden in einem Dorf; und zum Abschluss eine verfluchte Schallplatte.
.KRITIK.
Halloween ist bekanntlich das Fest der harmlosen Streiche, gruseligen Kostüme und überzuckerten Kinder. Zumindest so lange, bis jemand auf die Idee kommt, daraus einen Horrorfilm zu machen. V/H/S/HALLOWEEN nimmt sich die wohl schaurigste Nacht des Jahres vor und serviert eine Sammlung blutiger Kurzgeschichten, in denen hinter jeder Süßigkeit, jedem Kostüm und jeder Haustür ein neues Grauen lauern kann. Dass dabei nicht immer alles mit rechten Dingen zugeht, versteht sich bei der inzwischen achten Ausgabe der Found-Footage-Reihe fast von selbst.
Die Anthologie verbindet mehrere eigenständige Geschichten über eine Rahmenhandlung rund um ein mysteriöses Getränk namens Diet Phantasma, dessen Nebenwirkungen deutlich über Bauchschmerzen und schlechten Geschmack hinausgehen. Dazwischen treffen Jugendliche auf ein albtraumhaftes Haus, eine polizeiliche Untersuchung führt zu einem Massaker mit verstörenden Hintergründen, und eine harmlose Schale mit Süßigkeiten entpuppt sich als denkbar schlechte Einladung. Auch ein Fotogeschäft, das Aufnahmen von Kindern für den Fall ihres Verschwindens anfertigt, wird zum Ausgangspunkt eines ausgesprochen unangenehmen Albtraums. Die Geschichten schlagen dabei ganz unterschiedliche Haken, bleiben aber dem gemeinsamen Motto treu: An Halloween ist Vorsicht besser als Nachsicht.
Wie bei jeder Anthologie schwankt die Qualität der einzelnen Beiträge. Das gehört zum Konzept, kann aber eben auch bedeuten, dass man nicht jede Episode gleich begeistert aufnimmt. V/H/S/Halloween hat allerdings einige ziemlich starke Karten auf der Hand. Besonders die grotesken Einfälle und der rabenschwarze Humor sorgen dafür, dass sich der Film nicht ausschließlich auf billige Schreckmomente verlässt. Hier darf es absurd, eklig und völlig überdreht werden. Manche Ideen sind so herrlich daneben, dass man sich zwischen angewidertem Wegschauen und ungläubigem Lachen wiederfindet.
Die Inszenierung profitiert dabei von den unterschiedlichen Handschriften der beteiligten Regisseure. Einige Episoden setzen auf klassische Found-Footage-Elemente, andere überraschen mit ungewöhnlichen Perspektiven oder einer deutlich kontrollierteren Bildgestaltung. Gerade diese Abwechslung hält die Sammlung lebendig. Gleichzeitig bleiben die Geschichten angenehm kompakt: Kaum hat man sich auf einen Albtraum eingestellt, wartet schon der nächste. Für Fans des Formats ist das ein großer Pluspunkt, denn die Reihe lebt schließlich davon, immer wieder neue Ideen auszuprobieren, statt sich über zwei Stunden an einer einzigen Handlung festzubeißen.
Böse Zungen würden an dieser Stelle auch behaupten: viele Köche verderben den Brei. Und tatsächlich besitzt nicht jede Geschichte gleichermaßen eine originelle Grundidee, und manche Eskalation ist eher auf möglichst viel Ekel als auf echte Spannung ausgelegt. Dazu kommt, dass die einzelnen Beiträge nicht immer dasselbe Niveau erreichen. Wo eine Episode mit einer cleveren Idee und einer unangenehmen Atmosphäre punktet, setzt eine andere stärker auf Lautstärke, Blut und den nächsten möglichst absurden Schock. Das kann auf Dauer etwas ermüdend sein. Auch die Laufzeit von knapp zwei Stunden ist für eine Anthologie dieser Art recht üppig. Am stärksten war die Reihe immer denn, wenn sie im Bereich der 90 Minuten uns kaum Luft zum Atem lässt. Ein bisschen mehr on point hätte daher dem Tempo durchaus gutgetan.
Trotzdem fühlt sich V/H/S/Halloween nicht wie ein liebloser Aufguss und gar Resteverwertung an. Das Halloween-Motto verbindet die Geschichten sinnvoll, der schwarze Humor passt zum zunehmend grotesken Geschehen und einige Einfälle bleiben definitiv im Gedächtnis. Der Film will weder tiefgründige Gesellschaftsanalyse noch subtilen Arthouse-Horror liefern. Er möchte sein Publikum erschrecken, verstören und gelegentlich zum Lachen bringen – und damit liegt er meistens richtig.



.FAZIT.
V/H/S/Halloween liefert einen blutigen Halloween-Mix aus groteskem Humor, kreativen Horrorideen und reichlich makabren Überraschungen. Einige Episoden sind herrlich abgedreht und machen aus Süßigkeiten, Spukhäusern und alltäglichen Situationen kleine Albträume. Allerdings schwankt die Qualität und nicht jeder Beitrag kann sein Potenzial voll ausschöpfen. Auch die Laufzeit ist für meinen Geschmack etwas zu lang. Trotzdem ist die achte Ausgabe der Reihe ein unterhaltsamer Genre-Snack für alle, die Halloween gern blutig, schräg und kompromisslos feiern.
| Originaltitel | V/H/S/Halloween |
| Produktionsland/-jahr | USA 2025 |
| Laufzeit | 115 min |
| Genre | Horror, Komödie |
| Regie | Bryan M. Ferguson, Casper Kelly, R.H. Norman, Alex Ross Perry, Micheline Pitt-Norman, Anna Zlokovic, Paco Plaza |
| Drehbuch/Konzept | Bryan M. Ferguson, Casper Kelly, R.H. Norman, Alex Ross Perry, Micheline Pitt-Norman, Anna Zlokovic, Paco Plaza, Alberto Marini |
| Kamera | Adrián Hernández, Robert Kolodny, Owen Laird, Daniel Marks, Sean McDaniel, Powell Robinson |
| Kino | – |
| Home Entertainment/Streaming | 29. Oktober 2026 |
| Verleih/Vertrieb | Tiberius Film |

