TRAUMATIC – DIE MACHT DES DÄMONS ist kein gewöhnlicher Besessenheitshorror. Regisseur Pierre Tsigaridis verbindet klassischen Dämonen-Grusel mit drastischem Splatter, familiären Abgründen und einem Erzählkonzept, das gleich mehrere Zeitebenen und Perspektiven miteinander verknüpft. Dabei geht es nicht nur um ein übernatürliches Wesen, sondern auch um die Weitergabe von Gewalt und traumatischen Erfahrungen über Generationen hinweg.
.INHALT.
Ein verstörender Notruf aus einem Haus in Pasadena endet in einem Albtraum: Der kleine Mikey (Ranen Navat) versteckt sich vor seiner „Mami“ (Naomi Petit), während die Polizei im Keller eine Blutspur entdeckt, die zu mehreren verschwundenen Kindern führt. Als die mutmaßliche Täterin tot aufgefunden wird, scheint der Fall gelöst – doch die Wahrheit ist weitaus finsterer. Denn ein Jahrtausende alter ägyptischer Dämon, der sich von kindlicher Angst, Schmerz und gebrochenen Seelen ernährt, sucht weiter nach neuen Opfern …
.KRITIK.
Ein uralter Dämon, eine Familie voller dunkler Geheimnisse und ein Junge, der nicht mehr weiß, wem er noch trauen kann: TRAUMATIC – DIE MACHT DES DÄMONS verbindet klassischen Besessenheitshorror mit einem deutlich unangenehmeren Thema – familiären Traumata, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Regisseur Pierre Tsigaridis erzählt seine Geschichte auf mehreren Zeitebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven. Das sorgt zwar für Abwechslung, macht den Film aber nicht unbedingt zugänglicher (Gewöhnungssache!). Immer wieder wechselt er zwischen Horrorfilm, True-Crime-Elementen und Familiendrama. Gerade diese Sprünge bringen den Erzählfluss ins Stocken und lassen manche Ansätze unausgereift wirken.
Dabei hat Traumatic durchaus seine starken Momente. Die düstere Bildsprache, einige verstörende Szenen (puh) und vor allem Rebekah Kennedy als Abigail sorgen für eine schaurig-schöne Atmosphäre. Ihre Darstellung bewegt sich überzeugend zwischen Verletzlichkeit und bedrohlicher Unberechenbarkeit. Auch die Verbindung von übernatürlichem Grauen und realen familiären Abgründen bietet mehr als nur gewöhnlichen Dämonen-Horror. Das wirkt erfrischend und ist wohl auch für mich der Grund, den Film zu schauen.
Allerdings erstickt der Film gelegentlich in seiner eigenen Ideenfülle. Die verschiedenen Erzählstränge greifen nicht immer sauber ineinander und manche Schockmomente wirken eher aufgesetzt als wirklich wirkungsvoll. So bleibt das Gefühl, dass hier ein Film mit interessanten Themen und starken Einzelmomenten entstanden ist, dem aber eine klarere erzählerische Linie gutgetan hätte.



.FAZIT.
Traumatic – Die Macht des Dämons ist ein ambitionierter, stellenweise verstörender Horrorfilm, der mehr sein möchte als ein gewöhnlicher Exorzismus-Schocker (was ihm durchaus auch gelingt). Seine thematische Tiefe und die intensive Inszenierung können überzeugen, werden aber von einer etwas überladenen Erzählweise ausgebremst.
| Originaltitel | Traumatika |
| Produktionsland/-jahr | USA 2024 |
| Laufzeit | 82 min |
| Genre | Horror |
| Regie | Pierre Tsigaridis |
| Drehbuch/Konzept | Maxime Rancon, Pierre Tsigaridis |
| Kamera | Pierre Tsigaridis |
| Kino | – |
| Home Entertainment/Streaming | 13. November 2026 |
| Verleih/Vertrieb | Lighthouse Entertainment |

