Naked Lunch

NAKED LUNCH | Die genial-verstörende Verfilmung des Buchklassikers von William S. Burrough

„Nichts ist wahr, alles ist erlaubt.“ – So das Motto von David Cronenberg bei der Verfilmung von dem Kultbuch NAKED LUNCH von William S. Burroughs. Ein Buch das bis heute bzw. bis zu diesem Zeitpunkt, an dem Cronenberg es wagte den Stoff zu verfilmen, als unverfilmbar galt.

Naked Lunch

© StudioCanal

Inhalt

Nachdem der Kammerjäger William „Billy“ Lee (Peter Weller) im absoluten Drogenrausch seine Frau erschießt, flüchtet er sich in ein als „Interzone“ bekanntes Gebiet in Tanger. Wir schreiben das Jahr 1953 und dort tummeln sich zahlreiche Junkies, Dealer und zerstörte Persönlichkeiten. Doch nicht nur skurrile Personen, sondern auch Gegenstände sind dort anzutreffen; auch sprechende Schreibmaschinen und Halbwesen aller Art sind doch keineswegs eine Seltenheit! Mit einer fremden Identität durchlebt Lee einen durchgedrehten Trip ohne gleichen, dessen Erlebnisse er alle in dem Roman „Naked Lunch“ niederschreibt…

Kritik

Regisseur Cronenberg war ja schon und ist immer noch, in seiner Art und Weise Stoffe zu inszenieren, eigenwillig. Dabei bewegen wir uns immer zwischen Genie und Wahnsinn, auch bei seinem 1991 erschienen Verfilmung des Buchklassikers von William S. Burrough bewegen wir uns in einem ähnlichen Grenzgebiet. Selten so schwer getan einen Film zu bewerten. Mein Urteil ist geprägt von Faszination, Abartigkeit und großer Verwirrung. Vielleicht ist es genau das worauf Cronenberg mit NAKED LUNCH hinaus wollte. Ich kannte weder Buch noch Film und bin durch Zufall via meiner Online-Videothek drüber gestolpert. Auf das was sich mir dann im Endeffekt bat… interessant. Eine Geschichte um einen drogenabhängigen Schriftsteller, der die übelsten Facetten des Drogentrips durchlebt. Eine Aneinandereihung von Abstrusitäten, Gestalten denen man nun wirklich nicht selber begegnen möchte und einem Netzwerk das seines Gleichen sucht. Was ist Realität und was Fiktion? Das ist hier die Frage. Die Grenzen verwischen nicht nur für den Protagonisten, sondern auch für den Zuschauer. Dieser durchlebt gemeinsam mit dem Schriftsteller die härtesten Trips, ringt mit seiner Homosexualtität und weiß gar nicht, wie ihm geschieht. Es scheint so, als würde der Film uns in seinen Bann ziehen wollen, um uns dann im Anschluss wieder zu verlieren. Doch mit jeder Spritze die sich Bill Lee setzt, reißt mich der Film wieder mit. Es fühlt sich an, als sei man selbst gerade im Drogenrausch – so abgefahren offenbart sich die Inszenierung.

Fazit: Ein bis in die kleinste Pore verstörender Film, der so verstörend ist, dass die Faszination über die Vernunft siegt – vergleichbar mit einem Autounfall.

FSK ab 16 (blau)Originaltitel:           Naked Lunch
Produktionsland/-jahr:   CA/UK/JP 1991
Laufzeit:                115 min
Genre:                   Drama

Regie:                   David Cronenberg
Drehbuch:                David Cronenberg     
Kamera:                  Peter Suschitzky             

Kinostart:               30. April 1992
Home Entertainment:      19. April 2005

Verleih:                 StudioCanal

(Quelle: Henry Miller’s Bathroom)

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