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BLACK MASS | Johnny Depp als Pate von Bosten

Der verhängnisvolle Pakt zwischen dem FBI und Whitey Bulger, einem der gefährlichsten Gangster der US-Geschichte, findet in BLACK MASS die – ersehnte – filmische Berücksichtigung. Regisseur Scott Cooper bleibt seiner Linie treu und setzt wieder einmal nach Auge ein beeindruckendes Filmdrama in Szene. 

Black Mass

© Warner Bros. Pictures Germany

Inhalt

Whitey Bulger (Johnny Depp) wuchs gemeinsam mit seinem Kumpel John Connolly (Joel Edgerton) auf den Straßen von Boston auf und kam früh mit dem Gesetz in Konflikt. Jahrzehnte später, in den 1970er Jahren, ist Whitey einer der einflussreichsten Gangster der Stadt. Sein alter Freund John steht mittlerweile auf der anderen Seite des Gesetzes und arbeitet für das FBI. Schon lange ist dem FBI die italienische Mafia in Boston ein Dorn im Augen, weshalb John Whitey einen Deal vorschlägt: Er soll das FBI mit Informationen aus der Bostoner Unterwelt versorgen und muss dafür nicht mit Verfolgung rechnen. Für Whitey bedeutet dies, kriminelle Offenbarung seines Geschäftes und Vernichtung des Feindes mit staatlicher Erlaubnis. In aller Ruhe kann er selbst seine Machenschaften und Strukturen nach Belieben ausleben. Somit ist Whitey doppelter Nutznießer, solange das FBI fleißig die Mafia-Funktionäre hopsnehmen kann. Das System scheint für beide Parteien perfekt, doch schon bald gerät die „unheilige Allianz“ in die Kritik und der Pakt mit dem Teufel droht sich aufzulösen…

Kritik

Immer wieder erstaunlich, wie wandelbar Johnny Depp ist und mit welcher schier grenzenlosen Leichtigkeit er in Rollen schlüpft, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Umso traurig ist die Tatsache, dass er in letzter Zeit eher mit negativen Schlagzeilen auf sich aufmerksam macht, als mit seiner Schauspielkunst. Auch von Sets hört man immer wieder von Problemen mit dem gestandenen Hollywoodstar. Dabei hat Depp das nicht verdient, vor allem dann nicht, wenn man ihn spielen sieht. Sein Repertoire reicht vom exzentrischen Piraten mit Koordinationsschwierigkeiten bis hin zu ungewöhnlichen und extravaganten Figuren wie auch real existierenden Personen der Vergangenheit und Gegenwart. Es scheint so als könnte er alles spielen und niemals sein Gesicht verlieren. Unverwundbar seit Jahrzehnten folgt ein Film nach dem anderen, doch musste man immer mal wieder die Qualität seiner Filme in Frage stellen. Aus Unverwundbarkeit wurde Verwundbarkeit. Lone Ranger oder Transcendence klangen auf dem ersten Blick vielversprechend, doch die Umsetzung war massiv löchrig und stupide. Auch mit Mortdecai sollte es nicht wirklich besser werden, aber immerhin nahm er sich hier nicht all zu ernst und die komische Teilzeitdieb-Allüre kam voll zum Tragen. Heute ist es schwer den Arbeitsstand von Johnny Depp zu bestimmen. Bei der Vielzahl an Filmen, verschwimmen die Grenzen zwischen gut und schlecht, und kaum habe ich es ausgesprochen oder besser gesagt geschrieben, wartet Depp mit dem nächsten Film auf. BLACK MASS, das Leben des wohl gefährlichsten Gangsters in der US-Geschichte, wurde von Regisseur Scott Cooper, der bereits mit Crazy Heart und Auge um Auge ein Ausrufezeichen setzen konnte, verfilmt. Bereits bei der Ankündigung dieses Filmes samt der Bekanntgabe das Depp Whitey spielt, sorgte für mächtig Furore. Die Medien fragten sich, ob dieser Film Johnny Depps Karriere retten könnte. Das wird sich erst in ein paar Wochen zeigen, aber eine Tendenz möchte ich dennoch abgeben. Black Mass hat das Potenzial Depp wieder auf die richtige Bahn zu lenken. Er selbst spielt Whitey Bulgur so überzeugend, dass ich mir gar nicht ausmalen möchte, wie der echte Gangster zu seinen aktiven Zeiten war. Ebenso beeindruckend ist der weitere Cast, der sich mehr als sehen lassen kann. Hier wurde die Creme de la Creme Hollywoods und aufstrebende Darsteller wie bei einem Cocktail so lange vermixt, bis das finale Ergebnis schmeckt: Joel Edgerton, Dakota Johnson, Benedict Cumberbatch, Kevin Bacon, Peter Sarsgaard, Juno Temple und Adam Scott. So harmonisch, dass man glatt vergisst, das wir uns in einem Gangster-BioPic befinden. Von mir gibt es ein klares „Daumen hoch!“.

Fazit: Ich gönne Depp das Comeback und vielleicht ist Black Mass genau der Film zum richtigen Zeitpunkt. 

FSK ab 16 (blau)Originaltitel:           Black Mass
Produktionsland/-jahr:   US 2015
Laufzeit:                122 min
Genre:                   Krimi, Thriller, BioPic

Regie:                   Scott Cooper
Drehbuch:                Mark Mallouk, Jez Butterworth     
Kamera:                  Masanobu Takayanagi     

Kinostart:               15. Oktober 2015
Home Entertainment:      -

Verleih:                 Warner Bros.

(Quelle: Warner Bros. DE)

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