Dessau Dancers

DESSAU DANCERS | Breakdance auf sozialistisch

Die mitreißende Komödie DESSAU DANCERS erzählt mit viel Witz und Charme die Geschichte einer Breakdance-Crew in der DDR zwischen Anpassung, Auflehnung und der ersten große Liebe.

Dessau Dancers

© Senator Film

Inhalt

Dessau 1985: Durch den US-amerikanischen Film „Beat Street“ findet der Breakdance auch seinen Weg in die Deutsche Demokratische Republik. Der 18-jährige Frank (Gordon Kämmerer) und seine Freunde sind vom neuen Tanzstil vollkommen begeistert und gründen gleich ihre eigene Crew namens „Break Beaters“. Wie die „Rock Steady Crew“ und die „New York City Breakers“ im Film tanzen die Jungs auf der Straße. Doch das Treiben der neu gegründeten Tanzgruppe wird von der DDR-Führung mehr als nur kritisch beäugt. Wenn die Partei die neue Freizeitaktivität der Jugend schon nicht verbieten kann, will sie sie zumindest kontrollieren. So benennt sie den neuen Tanzstil kurzerhand in „Akrobatischer Schautanz“ um und schickt die Tänzer der „Break Beaters“ auf Tour durch das ganze Land. Doch schon bald dämmert Frank, dass der dadurch entstehende Ruhm einen sehr hohen Preis hat…

Kritik

Step Up auf ostdeutsch: so geschehen vor 30 Jahren in einem verschlafenen Kaff namens Dessau. Sie beherbergte einen Haufen cooler Kids (die vermeintlichen Dancer), die in einem kapitalistischen Tanz das Potential sahen, die Fesseln der sozialistischen Ordnung zu sprengen. So weit so gut, aber da haben die Kids zunächst die Regierung gar nicht auf dem Schirm gehabt und tanzen munter drauf los – so wie es die Teenager im amerikanischen Film Beat Street machen. Der Film und seine Massenwirkung verzauberte eine ganze Generation, dies jedoch brachte aufgrund der steigenden Popularität die Regierung auf den Plan dagegen zu steuern. Bis sie dann selbst das Potential sahen, das „Breakdance“ für ihre sozialistischen Zwecke zu verfremden. Regisseur Jan Martin Scharf hat ein wunderbares Porträt einer Zeit des Umbruchs und der Freiheit geschaffen. In der Breakdance nicht nur als Modeerscheinung verstanden wird, sondern als Ausdruck von Emotionen und Lebensgefühlen einer ganzen Generation. Er ist der Katalysator des jugendlichen Aufstandes, ein Katalysator des freien Willens, ein Katalysator der Freude und des Zusammenhalts. Trotz dieser herrlichen Hommage, verliert sich der Film zu sehr in Klischees und lässt damit die eigentlichen Stars – die DESSAU DANCERS – außen vor. Was furios mit animierten Wankeln beginnt, endet dann doch recht rasch in Ernüchterung. Nichtsdestotrotz bemüht sich Dessau Dancers mehr zu sein als ein stupider DDR-Film mit Tanzelementen. Bunt, skurril und charmant, das und nichts anderes bekommen wir vor die Linse. Haken wir diesen deutschen Film positiv ab und anerkennen den historischen Wert, der beim ganz tiefen Buddeln zum Vorschein kommt.

Fazit: Die Mischung aus jungem Blut und gestandenen Darstellern lässt Dessau Dancers frisch und peppig wirken. Doch das Übermaß an Klischees erdrückt förmlich die Geschichte, sodass sie kaum Luft hat zum Atmen bekommt – mehr kreativer Freiraum wäre gut gewesen. 

FSK ab 0 (weiß)Originaltitel:           Dessau Dancers
Produktionsland/-jahr:   DE 2014
Laufzeit:                91 min
Genre:                   Komödie

Regie:                   Jan Martin Scharf
Drehbuch:                Ruth Toma     
Kamera:                  Felix Novo de Oliveira     

Kinostart:               16. April 2015
Home Entertainment:      29. Oktober 2015

Verleih:                 Senator Film

(Quelle: Dessau Dancers)

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