Jargo

JARGO | Nah an der Realität einer Jugend zwischen Alltag, Kulturen und Selbstfindung

JARGO ist eine Geschichte von Liebe und Verrat im Jugendmilieu. Ein Film über die erste Liebe und den schmerzvollen Verlust der kindlichen Unbeschwertheit. Eine Reise durch eine Zeit, die jeder von uns einmal durchgemacht hat und noch durchmachen wird.

Jargo_Poster

© oe-Film

Inhalt

„Mit 16 musst du ein Mann sein.“ So lautet der letzte Satz, den Jargos Vater (Udo Kier) an seinen Sohn richtet, bevor er „fliegen“ geht. Und das verspricht Jargo (Constantin von Jascheroff) seinem Vater vor dessen Tod, schriftlich und in 3 Sprachen. Seitdem muss Jargo sich allein mit seiner Mutter (Julia Kratz) sowie auch mit dem „Mannwerden“ herumschlagen. Wie man ein Mann wird, das hat sein Vater ja Gott sei Dank schon für ihn festgelegt. Der meint nämlich, dass man bloß rauchen, trinken und ein Mädchen haben muss, um ein richtiger Mann zu sein. Doch für noch wichtiger hält er „den Freund, dem man in der Nase bohren kann, wenn man am Verhungern ist!“ Anfänglich klappt eigentlich alles noch ganz gut. Der Freund ist schnell gefunden. Und unter dem Motto „Hauptsache ein Freund“ scheint Jargo dann auch gar nicht zu stören, dass sein neuer Freund Kamil (Oktay Özdemir) eher nicht zum guten Umgang gehört. Von jetzt an lässt sich Jargo voll und ganz vom Rausch des Verbotenen mitreißen. So gehören zu seinen neuesten Lebenserfahrungen Drogenkonsum, wilde Partys sowie auch das Planen von Einbrüchen. Als Jargo sich schließlich auch noch mit Kamils drogensüchtiger Freundin Mona (Nora von Waldstätten) einlässt und es ihm gleichzeitig nicht gelingt, Emilia (Josefine Preuß), die Tochter seines Hausmeisters zu vergessen, droht die Sache zu eskalieren.

Kritik

JARGO ist ein anspruchsvoller und nachdenklicher Film, der jedoch durch den Mix von Realität und Traum recht chaotisch geraten ist. So heißt es Obacht, dass man hier nicht den Überblick verliert. Ähnlich wie der Film Dreizehn von der Regisseurin Cathrine Hardwicke, der allerdings vom „Frauwerden“ handelt, macht dieser Film deutlich, was passieren kann, wenn jugendlicher Übermut außer Kontrolle gerät und tief fällt. Im Gegensatz zu diesem weiß Jargo aber auch durch Humor und gute Musik, welche zum Durcheinander im Film passen, zu punkten. Durch Aspekte wie diese und überzeugenden Darstellern, wie Constantin von Jascheroff, Oktay Özdemir, Nora von Waldstätten oder Josefine Preuß, wird der Film zu einer authentischen Coming-of-Age-Reise mit viel Herz, Charme und Flügeln. Erstaunlich ist hierbei, dass heute bekannte Stars wie eben Nora von Waldstätten, Josefine Preuß, Ulrich Noethen oder sogar der Hollywooderfahrene Udo Kier mehr oder weniger große bzw. kleine Rollen besetzen. Für eine vergleichsweise kleine deutsche Filmproduktion ein sehr ansehnlicher Cast. Wer es noch nicht wusste: sogar unser DDR-Choreograf Detlef D! Soost macht sogar als Türsteher eine gute Figur. Schade eigentlich das Jargo heutzutage kaum Beachtung geschenkt wird, denn der mittlerweile rund elf Jahre alte Film bekommt man mit etwas Glück nur noch im Fernsehen zu sehen – wenn überhaupt. Dabei hätte er es verdient, auch den Weg auf DVD zu finden.

Fazit: Ein wirklich gut gemachter Film, der trotz seines Alters immer noch durch Aktualität und Authentizität zu überzeugen weiß.

FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           Jargo
Produktionsland/-jahr:   DE 2004
Laufzeit:                90 min
Genre:                   Drama, Coming-of-Age, Jugendfilm

Regie:                   Maria Solrun Sigurdardottir
Drehbuch:                Maria Solrun Sigurdardottir
Kamera:                  Birgit Gudjonsdottir   

Kinostart:               8. Februar 2004
Home Entertainment:      - 

Verleih:                 oe-Film 

(Quelle: Mikey B)

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