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STRAIGHT OUTTA COMPTON | Aufstieg und Fall der legendären Gangsta-Rap-Gruppe N.W.A.

Neben dem kometenhaften Aufstieg und Fall der Band N.W.A., erzählt der Film STRAIGHT OUTTA COMPTON nicht nur die erstaunliche Geschichte wie die Band die Musik und Pop-Kultur für immer revolutionierte, indem sie „Gangsta Rap“ zu einer Mainstream-Kultur machten, sondern auch wie sie einen Kulturkampf entfachte als sie der Welt mitteilten, wie brutal das Leben in den Ghettos Los Angeles‘ ist.

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© Universal Pictures

Inhalt

Die Stadt Compton im Süden von Los Angeles gehört zu den Gegenden mit den höchsten Kriminalitätsraten der USA. Drogenhandel und Ganggewalt sind hier an der Tagesordnung, während die Polizei den vielen afroamerikanischen Einwohnern des Vororts häufig mit Rassismus begegnet. Die scheinbar aussichtslose Lage veranlasst Mitte der 80er Jahre schließlich fünf junge Männer dazu, ihren brutalen Alltag mittels Musik zu verarbeiten und so ihre Stimmen gegen die herrschenden Missstände zu erheben. Unter ihren Künstlernamen Dr. Dre (Corey Hawkins), Ice Cube (O’Shea Jackson Jr.), MC Ren (Aldis Hodge), Eazy-E (Jason Mitchell) und DJ Yella (Neil Brown Jr.) gründen sie gemeinsam die Hip-Hop-Gruppe N.W.A. Mit harten Beats und ebenso ehrlichen wie kontroversen Texten sorgen sie für großes Aufsehen und ecken vor allem auch bei der Polizei gehörig an. Auch deshalb haben sie mit ihrem Album „Straight Outta Compton“ großen Erfolg. Doch mit dem Ruhm gehen auch zunehmende Differenzen zwischen den Rappern einher, sodass N.W.A kurz nach dem großen Durchbruch schon wieder auseinanderzubrechen droht.

Kritik

Ich gestehe: ein großer Fan von Rap/Hip-Hop bin ich absolut nicht. So gestaltet es sich auch schwierig einen angemessenen Bezug zur Gruppierung N.W.A. herzustellen. Demnach richtet sich meine Kritik rein auf die filmische Umsetzung und damit weniger auf die Genauigkeit von Sein oder Nichtsein. STRAIGHT OUTTO COMPTON ist ein faszinierendes Stück historischer Aufarbeitung einer „Bewegung“, die in den 80er Jahre für mehr als nur Fuore gesorgt haben. F.Gary Gray liefert mit Straight Outta Compton eine musikalische Zeitreise über die berühmt berüchtigte Hip-Hop-Crew N.W.A ab. Zwischen Klischee und puren Realismus gestaltet sich die filmische Umsetzung als gelungen. Schauspielerisch gibt es nichts auszusetzen, auch wenn für viele Fans der Crew der Cast, abgesehen von Ice Cubes Eigengewächs O’Shea Jackson Jr., optisch und charakterlich nicht immer überzeugt. Aber der Cast gibt sich die beste Mühe, um den Rapper würdig zu werden – auch wenn das bedeutet, scharf an der Grenze zu Overacting zu kratzen. Leider bekommt bei der üppigen Spieldauer von 147 Minuten das Gefühl, dass die Tiefgründigkeit der Oberflächlichkeit weichen musste. Das nagt etwas an den guten Absichten des Films, schadet aber nicht wirklich seiner Message. Die wichtigsten Station der Crew auf den Weg nach ganz oben sind bildgewaltig und authentisch eingefangen und abgehandelt worden. Aber eben fehlt es dabei an Tiefe. Hauptsächlich geht es um die drei berühmtesten Figuren Ice Cube, Dr. Dre und Eazy-E. Wirklich schmutzig wird es bei der Inszenierung nicht, obwohl die damaligen Verhältnisse eine andere Sprache gesprochen haben. Somit wirkt Sraight Outta Compton irgendwie rein gewaschen, Ansonsten funktioniert der Film von F.Gary Gray auf der erzählerischen Ebene recht gut. Das wichtigste ist sowieso der Soundtrack. Der wummert und läuft sehr gut mit dem Geschehen mit. Ob Studioaufnahmen oder Konzertauftritte von N.W.A , diverser Künstler oder Radiomitschnitte bedient der Film den kompletten Rahmen vieler damaliger und heutiger bekannter Künstler und Ihrer Songs. So ist F.Gary Grays Biopic über N.W.A mit Straight Outta Compton ein gut besetztes musikalisches Stück Zeitgeschichte, welches aber über seiner gesamten Erzählweise zu wenig kompromisslos und von Hollywood geschönt daher kommt. Der Film hätte ruhig mutiger sein können – für meinen Geschmack.

Fazit: Straight Outta Compton ist die filmische Bibel und für Non-Rapper der Beginn dorthin. Grays Werk ist nicht gerade das akkurateste oder ehrlichste Biopic. Mit zunehmender Spielzeit verliert er etwas an Fokus, aber aufgrund der guten Schauspielleistung, eines exzellenten Soundtracks und der starken ersten Hälfte kann man auch gut über diese Schönheitsfehler hinwegsehen. Eine klare Weiterempfehlung!

FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           Straight Outta Compton
Produktionsland/-jahr:   US 2015
Laufzeit:                147 min
Genre:                   Drama, Biografie, Musik

Regie:                   F. Gary Gray
Drehbuch:                Jonathan Herman, Andrea Berloff
Kamera:                  Matthew Libatique   

Kinostart:               27. August 2015
Home Entertainment:      14. Januar 2016

Verleih:                 Universal Pictures

(Quelle: Universal Pictures Germany)

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