Creed - Rocky's Legacy

CREED – ROCKY’S LEGACY | Die Chance seines Lebens

In CREED kehrt Sylvester Stallone als Rocky Balboa zurück, um den jungen Boxer Adonis Johnson, den Sohn seines einst erbitterten Gegners und lieb gewonnenen Freundes Apollo, zu trainieren.

Creed - Rocky's Legacy

© Warner Bros.

Inhalt

Der junge Boxer Adonis Johnson (Michael B. Jordan) lernte seinen eigenen Vater, den berühmten Weltmeister im Schwergewicht Apollo Creed, niemals kennen. Adonis, der mit seinem Bürojob nicht warm wird und sein Talent stattdessen in illegalen Kämpfen in Tijuana zeigt, zieht es nach Philadelphia, wo Apollo Creed einst das legendäre Match gegen einen hartgesottenen Neuling namens Rocky Balboa (Sylvester Stallone) bestritt. Es gelingt Adonis, Rocky aufzuspüren und ihn dazu zu bringen, sein Trainer zu werden. Der in die Jahre gekommene Rechtsausleger erkennt in dem jungen Mann die Entschlossenheit und Stärke von dessen Vater, der zunächst ein erbitterter Gegner, dann ein enger Vertrauter Rockys wurde. Adonis trainiert hart und lebt seine weiche Seite mit der neuen Nachbarin aus, der R&B-Sängerin Bianca (Tessa Thompson). Doch reicht seine körperliche, seelische Stärke, um die bisher größte sportliche Herausforderung zu meistern? Es gilt, den amtierenden Boxmeister „Pretty“ Ricky Conlan (Tony Bellew) zu schlagen…

Kritik

Das Rocky-Universum wird erweitert, was nicht wirklich überraschend ist. Aber stattdessen Rocky himself in den Fokus der Handlung zu stellen, wir es sonst so üblich war, erfährt ein unbekanntes „Kind“ Ruhm und Ehre: Adonis Johnson, Sohn der verstorbenen Boxlegende Apollo Creed und einstiger Feind und Freund von Rocky, tritt in die Fußstapfen seines unbekannten Vaters mit zunächst mittelmäßigen Erfolg. Erst als er Rocky in Philadelphia aufsucht, um von ihm zu lernen begibt er sich damit auf den Pfad seines berühmten Vaters. CREED – ROCKY’S LEGACY merkt man den Umschwung an, der Einzug gehalten hat. Sylvester Stallone steht nur vor der Kamera und mischte hinter den Kulissen nicht einmal ansatzweise mit. Das tut dem Film in vielerlei Hinsicht mehr als gut – ohne die Arbeit von Stallone umfangreich zu schmälern. Es nahm der ambitionierte Regisseur Ryan Coogler auf dem Regiestuhl platz. Respekt, sich einer solchen Mammut-Aufgabe zu stellen. Aber man kennt sich. Coogler und Jordan arbeiteten bereits gemeinsam am Projekt Nächster Halt: Fruitvale Station mit, welche von den Kritikern mehr als gelobt wurde. Gänzlich wirkt Creed modernisiert, damit dieser in heutiger Zeit überleben kann. Rocky ist selbst eine Legende, was von Teil zu Teil zu bröckeln begann. Aber auch Creed erfrischt dessen Erscheinungsbild. Somit profitieren alle Parteien davon. Rocky-Fans bekommen genügend Material aus den guten alten Zeiten aufgetischt – ein Hauch von Nostalgie erfüllt den Raum. Nostalgie woran Rocky Balboa fast gescheitert wäre, aber immer noch würdiger daher kam, als noch der vierte (hier stirbt Apollo Creed) oder fünfte Teil. Die Chancen standen gut, dass auch Creed – Rocky’s Legacy versagen könnte, aber der Aufschrei ist groß in der Presse und auch bei mir. Creed hat es geschafft und im Ring der Boxfilme überlebt. Sicherlich funktionieren Dinge aus der Vergangenheit hier nicht mehr, daher verzichtete man auf einen opulent komponierten Soundtrack und forcierte sich auf eine moderne Tracklist aus Hip-Hop-Songs. Schließlich ist Adonis ein Jungspund, aber gänzlich auf den einen oder anderen gefühlvollen Klang alter Tage muss man dann doch nicht verzichten. Dennoch erschreckend wie die Zeit verrennt. Es ist nicht mehr der Rocky von früher, es ist nicht mehr das Philadelphia von damals, und dennoch wirkt alles so vertraut und stimmig. Mit der Wahl von Michael B. Jordan, der zuletzt mit Fantastic 4 kläglich gescheitert war, für die Rolle von Adonis machte man nichts falsch. Auch eine gewisse Ähnlichkeit zu Apollo zeichnet sich in den Gesichtszügen von Jordan ab. Wenngleich die arroganten Charakterzüge von Apollo auch hier nicht weniger zum Tragen kommen. Doch bei all dem Lob für Jordan, dürfen wir den Altmeister Rocky nicht vergessen. Alt ist er geworden, aber dafür wirkt er gereifter denn je. Weise nimmt er sich den jungen Adonis zur Seite. Er zeigt ihm die Möglichkeiten und Gefahren des Boxer-Daseins auf. Gezeichnet vom Leben, transportiert Stallone seine gesamter Erfahrung vergangener Rocky-Filme zusammen und das sieht man in jeder Sekunde seiner Auftritte in Creed. Er spielt klasse auf und wirkt mancherorts verbittert – zurecht. Er hat viele Freunde gehen sehen. Der noch relativ unerfahrene Coogler weiß mit überraschender Feinfühligkeit Stallone und Jordan zu führen. Er gibt den Film die nötige Seele und Tiefe. Aber wo gehobet wird, fallen auch Späne. Kritikpunkte finden sich vor allem der doch sehr berechenbaren Geschichte und der mitunter recht starken Zitation der alten Rocky-Filme – vielleicht wollte man hier etwas kaschieren oder einfach nur den Spirit des Originals von 1976 zu gewollt einfangen. Nichtsdestotrotz ist Creed – Rocky’s Legacy für Rocky und nicht zuletzt auch für Creeds Emporkömmling Adonis ein unterbewusstes Familientreffen geworden, der den Geist der vergangenen Tage in die Neuzeit getragen hat.

Fazit: Creed – Rocky’s Legacy ist ein würdiges Spin-off, ein guter Rocky-Film und ein sehr unterhaltsamer Boxstreifen. Im Grunde genommen wurde hier alles richtig gemacht, auch wenn man die Geschichte in dieser Form mehr als einmal verfilmt wurde. Fans werden sicher auf ihre Kosten kommen und auch die neue Generation von Zuschauern wird sich nach diesem Film evtl. für die Geschichte und die Freundschaft zwischen Rocky und Apollo interessieren. 

FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           Creed
Produktionsland/-jahr:   US 2015
Laufzeit:                133 min
Genre:                   Drama

Regie:                   Ryan Coogler
Drehbuch:                Ryan Coogler, Aaron Covington
Kamera:                  Maryse Alberti   

Kinostart:               14. Januar 2016
Home Entertainment:      -

Verleih:                 Warner Bros.

(Quelle: vipmagazin)

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