Rockabilly Requiem

ROCKABILLY REQUIEM | Bleibst du stehen – oder rennst du weg?

Regisseur Till Müller-Edenborn ist mit seinem Spielfilmdebüt ROCKABILLY REQUIEM ein mitreißender Film über Liebe, Tod und Selbstbehauptung gelungen, der die 80er Jahre wieder aufleben  lässt – inklusive Punk und Rockabilly-Musik.

Rockabilly Requiem - Plakat

© farbfilm verleih

Inhalt

Die Bundesrepublik im Jahr 1982: Während die Älteren an Besitzstandwahrung und Bohnerwachs denken, scheißt eine junge Minderheit auf Anstand und Zukunft: Punkprinzessin Debbie (Ruby O. Fee) ist eine von ihnen – und nicht nur deswegen sehr begehrt unter Altersgenossen wie Hubertus (Ben Münchow) und Sebastian (Sebastian Tiede). Die jungen Männer sind beide verknallt in Debbie, lieben beide Musik und entdecken gemeinsam ihre Chance, der Enge zu entfliehen: Eine coole Rockabilly-Band sucht eine Vorband für die Tournee. Hubertus‘ Vater (Alexander Hauff) allerdings will nicht, dass der Sohnemann seine Zeit auf Bühnen und in versifften Backstageräumen verbringt und unternimmt deswegen alles, den Sprössling davon fernzuhalten. Die Situation eskaliert, als Debbie, Hubertus und Sebastian nebst ihren Bandkollegen Eddie (Jeremias Koschorz) und Buddie (Roland Schreglmann) zum Vorspielen eingeladen werden…

Kritik

Die 50er-Jahre in einem Film, der in den 80er-Jahren platziert ist: Till Müller-Edenborn hat sich einiges dabei gedacht, als er sein Spielfilmdebüt derart umgesetzt hat. Er verarbeitet mit ROCKABILLY REQUIEM ein Stück seiner eigenen Jugend und der damit verbundenen Liebe zum Rock’n’Roll. Dieser Film versteht sich in Vielerlei Hinsicht als Rebellion. Einerseits bringt er Hubertus und Sebastian auf den Plan, sich gegen das Elternhaus zu stellen und den Vätern zu entziehen. Bloß nicht so werden, sagen sie sich. Andererseits spiegeln die 80er-Jahre Zeiten des Aufbruchs und der Ungewissheit wieder. Die Jugendlichen wussten schlichtweg nicht, was sie mit ihrer schier grenzenlosen Zeit anfangen sollten. Es kam ihnen viel Blödsinn in den Kopf. Perspektiven gab es keiner. In Facetten erinnert Rockabilly Requiem an Andreas Dresens Als wir träumten. Es ist gutes deutsches Kino mit toller Musik der reflektieren Zeit. So gestaltet sich auch Kostüme und Autos. Die Zeiten verschwimmen und bringen vor allem die mittelständige Generation – geboren und aufgewachsen in dieser Zeit – auf den Plan. Der eher als Fernsehregisseur bekannte Müller-Edenborn spricht mit seinem Film vielen aus der Seele und bringt ein Stück Vergangenheit auf die Leinwand. Solche Produktionen dürfen im Schatten der Blockbuster nicht untergehen, denn sie besitzen das Potential, zu verbinden, zu verstehen und zu vertrauen. Wir sehen uns als Zuschauer auch angesprochen von Filmen, die wesentlicher näher an uns dran sind. Die mit einem Hauch von Non-Fiction begeistern zu wissen ohne unnötig dazu zu dichten. Authentizität ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Film. Das ist Müller-Edenborn definitiv gelungen. Auch wenn es nicht wirklich meine Zeit war und ich auch mit der Musik und dem Stil nichts anfangen kann, so schätze ich jedoch den Mut, diese Geschichte zu realisieren.

Fazit: Krieg und Geschichte sind ein alter Hut, nun herrscht im deutschen Kino Rebellion. Rockabilly Requiem ist viel mehr als nur unterschwellige Unterhaltung aus der dritten Reihe. Es ist ein Abbild einer Generation, zu der viele einst selbst gehört haben und genau verstehen, worum es eigentlich geht – Liebe, Tod und Selbstbehauptung.

FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           Rockabilly Requiem
Produktionsland/-jahr:   DE 2016
Laufzeit:                92 min
Genre:                   Drama

Regie:                   Till Müller-Edenborn
Drehbuch:                Jörg Bruhn, Till Müller-Edenborn
Kamera:                  Sönke Hansen

Kinostart:               9. Juni 2016
Home Entertainment:      20. Januar 2017

Verleih:                 farbfilm verleih

(Quelle: farbfilmverleih)

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