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HIGH-RISE | Top of the Pops

HIGH-RISE ist die einzigartige Verfilmung des gleichnamigen und als nicht-verfilmbar geltenden Kultromans von J.G. Ballard, der mit Tom Hiddleston, Sienna Miller, Luke Evans und Jeremy Irons hochkarätig besetzt ist. 

high-rise

© DCM

Inhalt

1975. Zwei Meilen westlich von London bezieht Dr. Robert Laing (Tom Hiddleston) auf der Suche nach Anonymität sein neues Appartement, nur um bald feststellen zu müssen, dass seine Mitbewohner gar nicht daran denken, ihn in Ruhe zu lassen. So ergibt er sich schließlich in sein Schicksal, freundet sich mit den neuen Nachbarn an und wird dadurch zunehmend in das komplexe soziale Gefüge hineingezogen. Während er so seine Probleme damit hat, seinen Platz inmitten dieser Gesellschaft zu finden, bekommen Laings gute Manieren und sein Verstand ebenso deutliche Risse wie das Gebäude selbst. Die Lichter gehen aus, die Aufzüge bleiben stehen, aber die Party hört nicht auf. Die Menschen sind das Problem. Der Alkohol die Währung. Sex ist das Allheilmittel. Erst sehr viel später, als er auf dem Balkon sitzt und den Hund des Architekten verspeist, fühlt Laing sich endlich zu Hause.

Kritik

Buchverfilmungen sind ein probates Mittel, um der kreativen Stagnation in Hollywood & Co einhalt zu bieten. So basiert auch HIGH-RISE auf einem dystopischen Roman, welcher aus der Feder von Graham Ballard stammt und bereits bei seinem Erscheinen 1975 zwiespältig aufgenommen wurde. Einerseits polarisiert das dargestellte Weltbild, andererseits ist die Thematik für damalige Verhältnisse eventuell auch zu komplex gewesen. High-Rise ist auch in filmischer Form kein Film für jeden, doch ist das darin enthaltene Sozialexperiment sicherlich ein Blickfang und Magnet für etliche Zuschauer. Man sollte sich auch bewusst werden, dass man sich in eine recht eigenwillige Welt begibt und auch auf recht verstörende Bilder treffen wird. Doch darf man sich auch einigen Passagen hingeben, die uns nachdenklich stimmen. Was zunächst intensiv und packend erzählt wird, dümpelt aufgrund der recht langen Spielzeit zum Ende dahin. Etwas kompakter und auf verträgliche Minuten reduziert, wäre definitiv besser gewesen für den Film. Regisseur Ben Wheatley hat mit High-Rise eine gesättigten Film inszeniert, mit wechselnden Farben- und Schärfenspiel. Vom Look passt der Film auch in die entsprechende Zeit der 1970er-Jahre. Es ist ein Kunstwerk, dass irgendwie an Stanley Kubrick erinnert. Kubrick hätte bestimmt mehr aus der eigenwilligen Story rausholen können, den streckenweise wirkt Wheatleys Einfluss etwas unbeholfen und nicht immer passend. Aber das ist meckern auf hohen Niveau und es ist wie es ist: High-Rise ist speziell.

Fazit: Darstellerisch und von der Kameraarbeit ist High-Rise ein Highlight unter dem Radar, dass aufgrund seiner Langatmigkeit und dem teilweise fehlenden Verständnis von Wheatley zum Ende hin deutlich abflacht. Weniger wäre hier mehr gewesen, nichtsdestotrotz ein kleiner Geheimtipp für den nächsten DVD-Abend.

FSK ab 16 (blau)Originaltitel:           High-Rise
Produktionsland/-jahr:   UK/BE 2015
Laufzeit:                119 min
Genre:                   Drama

Regie:                   Ben Wheatley
Drehbuch:                Amy Jump
Kamera:                  Laurie Rose

Kinostart:               30. Juni 2016
Home Entertainment:      17. November 2016

Verleih:                 DCM Film Distribution

(Quelle: DCM)

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