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FUCKING BERLIN | Studentin und Teilzeithure

Studentin und Teilzeithure – FUCKING BERLIN ist die energiegeladene Verfilmung des Spiegel-Bestsellers von Sonia Ross. Pulsierend. Schockierend. Intensiv.

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© EuroVideo

Inhalt

Für Sonia (Svenja Jung) bricht die vielleicht aufregendste Zeit ihres Lebens an, denn die 20-Jährige zieht für ein Mathematikstudium nach Berlin. Dort angekommen, beginnt sie schon bald, sich einen neuen Freundeskreis aufzubauen und dann verliebt sie sich auch noch in den liebenswürdigen, aber verantwortungslosen Ladja (Mateusz Dopieralski). Es gibt nur einen großen Haken: Das liebe Geld ist ein wenig knapp und deswegen beschließt Sonia eines Tages, aus finanzieller Not aber auch aus Neugier, den Weg in die Prostitution einzuschlagen. Von nun an führt sie ein brisantes Doppelleben, das jederzeit auffliegen kann. Ihre Erfahrungen sind zwiespältig, als Teilzeithure gerät sie oft in brenzlige Situationen, lernt aber auch nette Menschen kennen, während sie als Studentin einfach nur das Leben genießt. Doch wie lange kann sie das doppelte Spiel noch aufrechterhalten?

Kritik

Einen Bestseller zu verfilmen und die wesentlichen Aspekte, die eine Geschichte ausmachen auf ca. 90 Minuten zu trimmen – daran sind schon einige gescheitert. FUCKING BERLIN ist eher eine Mischform, greift einige gute Aspekte aus dem Buch auf, befasst sich aber zu wenig mit dem eigentlichen Thema: Prostitution einer Studentin. Somit wirkt der Film zu glatt, zu hip, alles wird in Watte gepackt und total leicht dargestellt. Der Mangel an Geld einer Studentin ist fast nur nebensächlich, somit würde ich es nicht als Adaption bezeichnen wollen. Vielmehr ist es eine anderer Interpretationansatz, ein Stück alternative Erzählung. Statt der Prostitution steht eher die Romanzen mit den Männern und die daraus resultierenden Überraschungen in Fokus. Mehr die Leichtigkeit des Lebens, anstatt der fragwürdigen Geschäftsidee. Unbeschwert leben, trotz eines zwiespältigen Nebenjobs, nur damit man auf nichts verzichten muss als Studentin. Da bleibt einfach zu viel Potential der ursprünglichen Handlung liegen. Zu viele Handlungsstränge werden einfach nicht aufgegriffen, was natürlich sehr schade ist. Aber sehen wir es alternativ, so bleibt uns die Berliner Luft, das Lebensgefühl und die Coolness einer Stadt, hinter deren Fassade Schicksale abspielen, die moralisch nicht immer vertretbar sind. Uns bleiben tolle Bilder, tolle Menschen und eine Dynamik, von der sich Sonia anstecken lässt. Die Schauspieler sind allesamt nicht die großen Namen, was dem Film sichtlich authentisch gestaltet. Sie spielen auch wirklich alle gut und harmonieren toll zusammen. Was bleibt eine Verfilmung, die eigentlich nur Bruchstücke verfilmt, aber einen eigenen Rhythmus einfängt, der diesen Film aus einem alternativen Blickwinkel besonders macht. Es liegt nicht in meiner Natur einen Film komplett zu zerreißen, vielmehr das Positive darin zu erkennen. Fucking Berlin gehört nicht zu den besten Filmen Deutschlands, doch war er bemüht ein solcher zu werden. Wie bereits eingangs erwähnt, ist es kein Selbstläufer, einen Bestseller zu verfilmen.

Fazit: Ein solider Film, mit Schwächen und Stärken. Nichts ist perfekt an Fucking Berlin, dies entspricht aber dem Tenor des Films. Der Film bietet eher den Nicht-Lesern des Buches deutlich mehr Möglichkeiten, denn diese schauen sich ohne Erwartungen diesen Film an und finden die darin enthaltene Lovestory sicherlich schön. 

FSK ab 16 (blau)Originaltitel:           Fucking Berlin
Produktionsland/-jahr:   DE 2016
Laufzeit:                94 min
Genre:                   Drama, Romanze

Regie:                   Florian Gottschick
Drehbuch:                Sophie Luise Bauer, Florian Gottschick, Leonie Krippendorff
Kamera:                  Jens Schwengel

Kinostart:               8. September 2016
Home Entertainment:      11. Oktober 2016

Verleih:                 EuroVideo

(Quelle: EuroVideo Medien)

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