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NERVE | Bist du Player oder Watcher?

In der Jugendbuch-Verfilmung NERVE wird Emma Roberts in die Welt eines gefährlichen Online-Spiels hineingezogen, bei der sie gemeinsam mit James Franco Aufgaben erfüllen muss, die schnell lebensbedrohliche Ausmaße annehmen.

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© STUDIOCANAL

Inhalt

Im Internet macht ein neues, illegales Spiel namens „Nerve“ die Runde, bei dem die Teilnehmer riskante Herausforderungen meistern müssen, während die Welt ihnen dabei zuschaut. Nirgendwo scheint es noch ein anderes Gesprächsthema zu geben und auch die schüchterne Vee (Emma Roberts) bekommt davon Wind. Damit sie endlich mal im Mittelpunkt des Geschehens stehen kann, so wie ihre Freundin Sydney (Emily Meade), meldet sie sich als Spielerin an. Ihrer Mutter (Juliette Lewis) passt gar nicht, was die Tochter da vorhat – und wie zur Bestätigung der mütterlichen Sorgen hat Vee gleich zu Beginn von Nerve die Aufgabe, einen fremden Typen zu küssen. Spontan drückt sie Ian (Dave Franco) ihre Lippen auf den Mund. Von da an versuchen die beiden, die immer gefährlicheren Etappen zu meistern und werden dabei zur Internetsensation. Doch als Vee und Ian aus dem Spiel aussteigen wollen, merken sie, dass es dafür längst zu spät ist…

Kritik

Die Welt wird von Tag zu Tag schnelllebiger. Sie verschlingt nicht nur sich selbst, sondern auch die Geister, die sie antreibt. Die Welt ist bunt, gefährlich und die neuen technischen Errungenschaften sorgen für mächtig Kopfschmerzen. NERVE ist das Resultat eines Tagesgeschäfts. In Zeiten, wo sich das Leben vornehmlich online abspielt und der wir mit unseren Mitmenschen bequem via Facebook & Co in Kontakt treten können, verstecken sich Gefahren ungeahnten Ausmaßes. Nerve verpackt in seiner grellen neonfarbenden Oberfläche einen augenscheinlich oberflächlichen und unlogischen Hollywood-Streifen. Betrachtet man jedoch den Kern, so offenbart sich eine ungeschönte Gesellschaftskritik. Das Leben ist nicht nur Party. Es ist gespickt mit Prüfungen. Alles und jeder kann uns kontrollieren. Durch das Internet sind wir in unserer tiefsten Privatsphäre angreifbar. Wir werden Marionetten unseres Systems. Auf der Jagd nach schnellem Geld und Ruhm, legen wir die gesellschaftlichen Konventionen ab und ergießen uns im Leichtsinn. Für was? Für ein Abenteuer? Nerve ist packend und rasant erzählt. Mit zwei Darstellern in den Hauptrollen, die so harmonisch das Antlitz unserer Jugend widerspiegeln. Freigeistig und pubertär laufen sie von A nach B. Hinterfragen nichts, sind rebellisch und suchen tatsächlich das Abenteuer. Doch wie viel Naivität verträgt das menschliche Individuum? Die Spannbreite von Virtualität und Realität ist nicht sonderlich groß. Die Grenzen verschwimmen jeden Tag ein Stück mehr. Es fällt uns zunehmend schwer, klar und deutlich zu unterscheiden. Dieses Schicksal wird auch der von James Franco verkörperten Figur des Ian und der von Emma Roberts gespielten treudoofen Teenies Vee zu teil. Nerve ist der Zeitgeist.

Fazit: Wenngleich die Komplexität des Themas den logischen Rahmen nicht immer treu bleibt, so ist Nerve ein Paradebeispiel für unsere digital verseuchten Kosmos. In der man entweder Player oder Watcher ist. 

FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           Nerve
Produktionsland/-jahr:   US 2016
Laufzeit:                96 min
Genre:                   Thriller, Abenteuer, Krimi

Regie:                   Henry Joost, Ariel Schulman
Drehbuch:                Jessica Sharzer
Kamera:                  Michael Simmonds

Kinostart:               8. September 2016
Home Entertainment:      19. Januar 2017

Verleih:                 STUDIOCANAL

(Quelle: STUDIOCANAL Germany)

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